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Windows Virtual Desktop Deployment (Windows 10 Version 2004 / 20H1) So stellen Sie Windows-Desktops in Microsoft Azure zur Verfügung

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Mit Windows Virtual Desktop können Windows-Desktops in Microsoft Azure bereitgestellt werden. Anwender können anschließend mit dem Client auf den Desktop oder auf Anwendungen zugreifen und mit dem System arbeiten. Eigene Server im Netzwerk sind in diesem Fall nicht notwendig.

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Über "Windows Virtual Desktop" können Windows-Desktops auch in Microsoft Azure bereitgestellt werden. Wir zeigen, wie das geht.
Über "Windows Virtual Desktop" können Windows-Desktops auch in Microsoft Azure bereitgestellt werden. Wir zeigen, wie das geht.
(Bild: © pathdoc - stock.adobe.com)

Um Windows 10-Desktops in Microsoft Azure bereitzustellen, wird der Dienst Windows Virtual Desktop (WVD) genutzt. Über diesen Dienst können Unternehmen Windows 10 inklusive Anwendungen als Dienst in Azure buchen. Windows Virtual Desktop kann auch in einer Testversion eingerichtet werden. Über den Dienst lassen sich auch virtuelle Windows-7-Desktops bereitstellen, inklusive Sicherheitsupdates. Der Client für die Verbindung von Windows zu WVD kann auf der Seite „Connect with the Windows Desktop client“ heruntergeladen werden.

Was ist Windows Virtual Desktop überhaupt?

Einfach ausgedrückt handelt es sich bei Windows Virtual Desktop um die nächste Generation der Terminaldienste/Remotedesktopdienste, die in der Cloud zur Verfügung gestellt werden. Im Netzwerk sind keinerlei Server, Gateways oder sonstige Installationen notwendig. Als Server wird für den Betrieb auch kein Windows-Server verwendet, sondern Windows 10 Enterprise in einer Multisession-Edition. Mit einem Windows-10-Image können also gleichzeitig mehrere Anwender arbeiten, ein Server ist nicht mehr notwendig.

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Windows Virtual Desktop ermöglicht es, virtualisierte Windows-Desktops und veröffentlichte Anwendungen auf Azure zu verteilen und zu skalieren. Die Bereitstellung ist in wenigen Minuten abgeschlossen, allerdings ist die Optimierung und Anpassung des Dienstes komplizierter. Über Windows Virtual Desktop lassen sich auch Anwendungen zur Verfügung stellen. Unternehmen, die noch auf Windows 7 setzen, können ebenfalls eigene Images einbinden. Bestandteil von Windows Virtual Desktop ist auch der erweiterte Support für Windows 7, über den Windows 7 noch bis zu drei Jahre mit Updates versorgt wird.

Windows Virtual Desktop unterstützt Azure Active Directory zur Authentifizierung. Es lassen sich aber auch selbst betriebene Domänencontroller in Azure nutzen, oder per VPN angebundene Domänencontroller im lokalen Rechenzentrum. Natürlich arbeitet Windows Virtual Desktop auch mit der Synchronisierung von Benutzerkonten aus Active Directory zu Azure Active Directory. Daher lässt sich in diesem Zusammenhang auch Multifaktor-Authentifizierung (MFA) nutzen. Zusammen mit den Directory Federation Services (ADFS) können auch Single-Sign-On-Szenarien (SSO) aufgebaut werden.

Mit Windows Virtual Desktop können auch andere Cloud-Dienste von Microsoft angebunden und gemeinsam lizenziert werden, zum Beispiel Microsoft 365 E3. Die Einrichtung erfolgt im Azure-Portal, natürlich mit Administratorrechten.

Windows Virtual Desktop einrichten – Einstieg

Die Einrichtung von Windows Virtual Desktop erfolgt im Azure-Portal oder mit der PowerShell. Hier steht für den Dienst ein eigener Bereich zur Verfügung. Um die Einrichtung mit der PowerShell vorzunehmen, muss die Ausführungsrichtlinie auf dem Computer auf „Unrestricted“ gesetzt werden. Danach wird das Modul für Windows Virtual Desktop benötigt. Die Installation und Einrichtung erfolgt mit:

Install-Module Az.DesktopVirtualization – Force

Die Cmdlets des Moduls können mit „get-command -module Az.DesktopVirtualization“ angezeigt werden.

Die vollständige Einrichtung findet nach der primären Konfiguration im Azure-Portal statt. Die notwendigen Informationen zur Einrichtung sind auf der Seite „Dokumentation zu Windows Virtual Desktop“ zu finden.

Neben der Einrichtung im Azure-Portal, kann mit dem kostenlosen Tool WVDAdmin die Einrichtung von WVD mit dazugehörigen Images deutlich erleichtert werden. Damit das Tool eine Verbindung zum Azure-Abonnement aufbauen kann, muss die App in Azure registriert werden. Der Autor des Tools zeigt auf der Downloadseite die Einrichtung.

Windows Virtual Desktop einrichten: Abläufe verstehen

Um Windows Virtual Desktop mit dem Azure-Webportal, mit der PowerShell oder mit dem Tool WVDAdmin zu erstellen, ist eine strukturierte Vorgehensweise notwendig. Für den Einsatz von WVD wird eine Multisession-Version von Windows 10 Enterprise eingesetzt. Diese erlaubt mehrere Zugriffe von Benutzern gleichzeitig. Die Images dazu können selbst angefertigt werden, inklusive der dazugehörigen Anwendungen. Anschließend werden in Azure VMs auf Basis der Images erstellt. Dazu kann auch die Shared Image Gallery in Azure genutzt werden.

Zusätzlich wird in Azure ein virtuelles Netzwerk benötigt, in dem die WVD-Umgebung betrieben werden kann. Das Netzwerk muss vor der Bereitstellung von WVD vorhanden sein, da es sich im Rahmen der Konfiguration von WVD nicht erstellen lässt.

Sobald das virtuelle Netzwerk zur Verfügung steht, kann im Azure Portal über die Verwaltungsseite von WVD ein neuer Hostpool erstellt werden. Die Einrichtung erfolgt über einen Assistenten direkt im Azure-Portal.

Nachdem der Hostpool erstellt wurde, können Anwendungsgruppen erstellt werden. Hierüber wird definiert, auf welche Apps die Anwender mit dem WVD-Client zugreifen können. Natürlich ist auch ein direkter Zugriff auf den Desktop eines virtuellen Computers möglich. Die Abläufe werden in der Dokumentation zu WVD genau beschrieben Generell ist die Einrichtung einer WVD-Umgebung mit dem Tool WVDAdmin am einfachsten.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist