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Windows Server 2012 R2 und 2016 zu Windows Server 2019 aktualisieren So führen Sie ein In-Place-Update durch

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Windows Server 2016 lässt sich über ein so genanntes ein In-Place-Update direkt zu Windows Server 2019 aktualisieren. Dabei kann generell auch die Edition gewechselt werden. Wir zeigen in diesem Beitrag die Vorgehensweise dazu.

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In manchen Fällen können Windows Server 2012 R2 und 2016 direkt zu Server 2019 aktualisiert werden. Wir zeigen wie.
In manchen Fällen können Windows Server 2012 R2 und 2016 direkt zu Server 2019 aktualisiert werden. Wir zeigen wie.
(Bild: Microsoft / Joos)

Server mit Windows Server 2012 R2 und Windows Server 2016 lassen sich direkt zu Windows Server 2019 aktualisieren. Dabei können alle installierten Daten und Serveranwendungen übernommen werden. Ob das für einzelne Server sinnvoll ist, muss jeder Administrator für den jeweiligen Server selbst entscheiden. In jedem Fall ist es angeraten, vor der Aktualisierung eine vollständige Datensicherung vorzunehmen.

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Grundlagen zur Aktualisierung zu Windows Server 2019

Identische Editionen von Windows Server lassen sich direkt aktualisieren, also Windows Server 2012 R2/2016 Standard zu Windows Server 2019 Standard. Es ist aber auch eine direkte Aktualisierung zu einer höherwertigen Edition möglich, also bspw. von der Standard-Edition zur Datacenter-Edition von Windows Server 2019.

Core-Installationen von Windows Server 2012 R2/2016 lassen sich nur zu Core-Installationen von Windows Server 2019 aktualisieren. Dagegen können Server mit der Desktop-Version von Windows Server 2016 zur Core-Version von Windows Server 2019 aktualisiert werden.

Hyper-V-Server 2016 kann gemäß der oben genannten Festlegung zwar in der Theorie zu Hyper-V-Server 2019 aktualisiert werden, allerdings klappt das oft nicht. Hier ist eine Neuinstallation meistens der beste Weg. Denn das Installationsprogramm von Windows Server 2019 zeigt eventuelle Probleme und mögliche Fehlerquellen vor der Aktualisierung an. Diese können und müssen dann natürlich zunächst behoben werden.

Vor der Aktualisierung beachten

Generell sollte darauf geachtet werden, dass Tools, Anwendungen, Virenscanner, Agenten für die Softwareverteilung und Datensicherung und andere Werkzeuge entweder in einer kompatiblen Version für Windows Server 2019 vorliegen, oder im Vorfeld deinstalliert werden. Wird der Server überwacht, sollte der Server im entsprechenden Programm in den Wartungsmodus versetzt werden, damit keine unnötigen Fehlermeldungen versendet werden.

Aktualisierung zu Windows Server 2019 durchführen

Wenn der Server vorbereitet wurde, alle auf dem Server installierten Programme kompatibel mit Windows Server 2019 sind und genügend Festplattenplatz zur Verfügung steht, kann die Installation im laufenden Betrieb vorgenommen werden. Vor der Aktualisierung von Domänencontrollern muss jedoch darauf geachtet werden, dass mit adprep auch das Active Directory für Windows Server 2019 vorbereitet werden muss.

Die Aktualisierung wird im laufenden Betrieb von Windows Server 2012 R2/2016 mit der Windows-Server-2019-DVD oder einer bereitgestellten ISO-Datei gestartet, in dem die Datei „setup.exe“ ausgeführt wird.

Vor der Aktualisierung kann das Setup-Programm noch Treiber und andere Updates herunterladen. Das ist der empfohlene Weg, um die Aktualisierung so risikolos wie möglich zu starten. Dieser Vorgang ist nicht zwingend notwendig. Die Aktualisierung von Treibern kann auch nachträglich vorgenommen werden, wenn auf dem Server bereits Windows Server 2019 installiert wurde. Das Herunterladen erfolgt dann erst zum Ende des Assistenten.

Im Rahmen der Aktualisierung erscheint in den meisten Fällen das Fenster zur Eingabe des Produktschlüssels. Hier muss der Produktschlüssel für Windows Server 2019 eingegeben werden. Die Lizenzierung kann aber auch nachträglich erfolgen. Danach wird ausgewählt, welche Basis auf dem Server installiert werden soll, also Core-Version oder Desktop-Version von Windows Server 2019. Danach wird ausgewählt, ob Anwendungen übernommen werden sollen oder ob die Installation wie eine Neuinstallation ablaufen soll. Hinzu kommt die Überprüfung auf mögliche Probleme bei der Aktualisierung.

Wenn alle Einstellungen vorgenommen wurden, und der Assistent die notwendigen Updates heruntergeladen hat, beginnt die Aktualisierung durch einen Klick auf „Installieren“. Hier erscheint im Rahmen der Einrichtung ebenfalls ein Assistent – genau wie bei einer Neuinstallation. Über diesen Assistenten wird die Installation schlussendlich auch abgeschlossen.

Bevor die Installation gestartet wird, kann mit „Ändern der zu behaltenden Elemente“ nachträglich festgelegt werden, ob Daten oder Anwendungen auf dem Server verbleiben sollen. Hier kann aber nicht ausgewählt werden, welche Anwendungen behalten werden sollen, sondern ob überhaupt Daten und Anwendungen übernommen werden sollen. Während der Aktualisierung startet der Server einige Mal neu.

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Upgrade von Standard- und Testversion auf Datacenter-Edition

Wurde auf einem Server Windows Server 2019 Standard installiert, oder von Windows Server 2016 Standard zu Windows Server 2019 Standard aktualisiert, besteht jederzeit die Möglichkeit, zur Datacenter-Edition zu aktualisieren. Dazu muss Windows nicht neu installiert werden; diese Aktualisierung kann im laufenden Betrieb erfolgen. Nach dem erfolgreichen Wechsel muss jedoch der Server einmal neu gestartet werden.

In der Befehlszeile erfolgt die Aktualisierung mit:

Dism /Online /Set-Edition:ServerDatacenter /AcceptEula /ProductKey:xxxxx-xxxxx-xxxxx-xxxxx-xxxxx

Hier muss der Produktschlüssel für die Datacenter-Edition genutzt werden. Mit

dism /online /Get-TargetEditions

kann in Windows Server 2019 angezeigt werden, auf welche Edition die aktuelle Installation gewechselt werden kann. Die aktuelle Edition wird mit dem folgenden Befehl angezeigt:

dism /online /Get-CurrentEdition

Nacharbeiten zur Installation von Windows Server 2019

Nach der Aktualisierung sollte mit „slui“ überprüft werden, ob der Server noch aktiviert ist. Außerdem sollte überprüft werden, ob für den Server Updates vorliegen, die installiert werden müssen. Zudem sollte nach der Installation überprüft werden, ob im Gerätemanager alle Treiber erkannt wurden. Denn teilweise ist es notwendig, die Treiber durch eine neuere Version zu ersetzen. Der Gerätemanager wird am schnellsten über „devmgmt.msc“ gestartet. Mit dem Befehl „Msinfo32“ kann eine Übersicht über die eingebaute Hardware und die Ressourcen eines Computers aufgerufen werden.

Um alle Infos eines Servers in einer Textdatei zu speichern, kann der folgende Befehl verwendet werden:

systeminfo /FO list > C:\sysinfo.txt

Media Player deinstallieren

Standardmäßig ist in Windows Server 2019 der Windows Media Player aktiv, wenn die Desktop-Version installiert ist. Auf produktiven Servern wird dieser nicht benötigt. Um den Media Player zu deinstallieren, kann der folgende Befehl verwendet werden:

dism /online /Disable-Feature /FeatureName:WindowsMediaPlayer /norestart

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist