Virtueller Windows-10-PC für Tests und sicheres Surfen

So erstellen Sie eine VM mit VirtualBox und Hyper-V

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Mit Hyper-V und VirtualBox können virtuelle Windows-PCs erstellt werden, die sich hervorragend für Tests oder sichere Web-Zugänge eignen.
Mit Hyper-V und VirtualBox können virtuelle Windows-PCs erstellt werden, die sich hervorragend für Tests oder sichere Web-Zugänge eignen. (Bild: Joos / VirtualBox)

Für Softwaretests oder als sicheren Internet-PC bietet es sich an, einen virtuellen Computer zu installieren. Wir zeigen in diesem Beitrag, welche Möglichkeiten es dazu mit Hyper-V und VirtualBox gibt und was die Windows 10 Version 1903 hierzu für Neuerungen bietet.

Um Software zu testen, oder einen sicheren Internet-PC bereitzustellen, ist die Verwendung eines virtuellen Computers ideal. Zwar bietet Microsoft in Windows 10 Version 1903 die neue Windows-Sandbox an, allerdings stellt diese keinen vollwertigen PC dar. Die Windows-Sandbox verhält sich zwar grundsätzlich schon wie ein Windows-10-PC inklusive Desktop und, bei einem Neustart gehen aber alle installierten Programme verloren und alle Daten werden gelöscht. Die Windows-Sandbox stellt also keinen Ersatz für einen vollwertigen virtuellen Computer dar.

Mit Hyper-V und VirtualBox können virtuelle Windows-PCs erstellt werden. In Windows 10 bietet Hyper-V sogar die Möglichkeit, die zum Erstellen der VM notwendigen Installationsdateien von Windows 10 Enterprise über einen Assistenten herunterzuladen.

Virtuellen PC mit Hyper-V vorbereiten

Um Windows 10 auf einem virtuellen Computer mit Hyper-V zu installieren, muss im ersten Schritt auf einem Computer mit Windows 10 Pro, Enterprise oder Education Hyper-V zu installiert werden. Das kann zum Beispiel über die optionalen Features in Windows 10 erfolgen. Diese werden durch Eingabe von „optionalfeatures“ im Suchfeld des Startmenüs gestartet.

Nach der Installation wird Hyper-V mit dem Hyper-V-Manager gestartet. Hier muss darauf geachtet werden, dass über „Manager für virtuelle Switches“ ein virtueller Switch erstellt wird, der mit einem Netzwerkadapter des PCs verknüpft ist. Durch Auswahl von „Externes Netzwerk“ erhält der virtuelle PC eine eigene IP-Adresse und kommuniziert über den physischen Netzwerkadapter des Host-PCs. Besondere Einstellungen sind dafür zunächst nicht notwendig.

Für die Installation von Windows 10 in einer VM brauchen Sie die Installationsdateien von Windows 10. Sie können natürlich auch mit der Testversion von Windows 10 arbeiten. Dazu klicken Sie im Hyper-V-Manager auf „Schnellerstellung“. Anschließend kann entweder eine eigene Installationsquelle für die Erstellung des virtuellen Computers verwendet werden, oder die Testversion von Windows 10 wird verwendet.

Im Assistenten kann auch der virtuelle Switch ausgewählt werden, über den der virtuelle Computer mit dem Netzwerk kommunizieren kann. Danach wird mit der Schaltfläche „Virtueller Computer erstellen“ in Hyper-V ein neuer Computer erstellt. Wenn keine eigenen Installationsdateien verwendet werden, lädt der Assistent das dazu gehörige Image für Windows 10 Enterprise bei Microsoft herunter. Der Download hat eine Größe von etwa 14 GB. Anschließend steht der PC zur Verfügung.

Unabhängig davon, wie Windows 10 als virtueller Computer installiert wird, muss darauf geachtet werden, dass Windows 10 nach der Installation angepasst werden muss. Auch der virtuelle Computer muss lizenziert werden, Windows Updates müssen installiert werden, und alle anderen Windows-Einstellungen sind ebenfalls notwendig. Beim Verbindungsaufbau wird automatisch die erweiterte Sitzung aktiviert. Diese ermöglicht es, Dateien und Daten aus der Zwischenablage zwischen Host und Gast zu kopieren.

Die Windows 10 Entwicklungsumgebung wird in englischer Sprache installiert. Um die Oberfläche auf Deutsch umzustellen, werden die Einstellungen über das Zahnradsymbol aufgerufen. Mit „Time & Language\Language“ kann bei „Add a language“ die Option “Deutsch (Deutschland)“ aufgerufen werden. Wenn die Sprache installiert ist, steht Windows 10 nach einem Neustart in Deutsch zur Verfügung. Vor dem Neustart kann es zudem sinnvoll sein, nicht notwendige Sprachen zu entfernen. Das kann im gleichen Fenster erledigt werden.

Virtueller PC mit VirtualBox – auch parallel zu Hyper-V

Viele Anwender setzen nicht nur auf Hyper-V, sondern nutzen auch VirtualBox zur Virtualisierung. Das liegt daran, dass sich in VirtualBox virtuelle Appliances integrieren lassen und Linux sowie andere Betriebssysteme einfacher virtualisiert werden können. VirtualBox kann allerdings nicht installiert werden, wenn Hyper-V aktiv ist. Soll VirtualBox parallel zu Hyper-V im Einsatz sein, ist der einfachste Weg, Hyper-V zu deaktivieren, wenn VirtualBox genutzt werden soll. Das kann in der Befehlszeile mit folgendem Befehl erfolgen:

bcdedit /set hypervisorlaunchtype off

Dadurch wird Hyper-V deaktiviert, es werden aber keine Deinstallationen durchgeführt, und auch Einstellungen und VMs bleiben erhalten. Nur die Zuordnung von physischen Netzwerkadaptern zu den virtuellen Switches, beziehungsweise die Zuordnung von virtuellen Switches zu den VMs geht verloren. Das lässt sich aber jeweils mit wenigen Mausklicks wieder richtig zuordnen. Um anschließend Hyper-V zu aktivieren, wird der folgende Befehl verwendet:

bcdedit /set hypervisorlaunchtype auto

Leider muss nach der Ausführung der Befehle Windows neu gestartet werden.

VMs in VirtualBox erstellen

In VirtualBox lassen sich neue VMs sehr einfach erstellen. Über die Schaltfläche „Neu“ wird ein neuer PC erstellt. Danach können der Name und der Speicherort der virtuellen Festplatten festgelegt werden. Bei „Typ“ und „Version“ lässt sich das Betriebssystem zur Installation auswählen. Hier muss Windows 10 ausgewählt werden.

Durch die Auswahl von „Expertenmodus“ kann noch eingestellt werden, wie viel Arbeitsspeicher der virtuelle Computer erhalten soll. Hier bietet sich bei Windows 10 an, den Wert auf 2 GB oder noch besser auf 4 GB zu setzen. Über „Erzeugen“ wird der virtuelle Computer erstellt. Danach kann festgelegt werden, wie groß die virtuelle Festplatte des PCs sein soll, und welchen Dateityp die virtuelle Festplatte erhalten soll. Mit „Erzeugen“ wird die virtuelle Festplatte erstellt.

Virtualbox bietet keinen Assistenten an, mit dem Windows 10 als Entwicklungsumgebung und Image bei Microsoft heruntergeladen werden kann. Hier muss nach der Erstellung der VM diese angeklickt werden. Mit „Ändern“ lassen sich die Einstellungen der VM aufrufen. Um Windows 10 zu installieren, wird entweder eine Windows 10-DVD oder Windows 10 als ISO-Datei benötigt. Auch hier kann auf die Testversion von Windows 10 Enterprise (https://www.microsoft.com/de-de/evalcenter/evaluate-windows-10-enterprise) gesetzt werden.

Über „Massenspeicher“ und der Auswahl des zweiten Anschlusses „leer“, kann über das CD-Icon ausgewählt werden, ob das physische DVD-Laufwerk des Host-PCs genutzt werden soll, oder ob eine ISO-Datei verbunden wird. Auf diesem Weg kann Windows 10 installiert werden, wenn der virtuelle Computer gestartet wird.

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