Die meisten Fritz!Boxen lassen sich mit erweiterten Funktionen ausstatten. Der Betrieb eines vollwertigen NAS ist mit der Fritz!Box nicht empfehlenswert, aber für den Datenaustausch und den Zugriff auf bestimmte Dateien über das Internet sind die Möglichkeiten durchaus interessant.
Mit etwas Know-how lassen sich aus jeder Fritz!Box ungeahnte zusätzliche Fähigkeiten herausholen.
(Bild: AVM)
Wer sich mit seiner AVM Fritz!Box auseinandersetzt, kann den Router mit zusätzlichen Funktionen aufbohren. Die Möglichkeit zum Aufbau eines NAS auf der Fritz!Box ist vor allem für den Datenzugriff aus dem Internet oder für den Austausch von Dateien mit anderen Benutzern über das Internet sinnvoll. Wir zeigen in diesem Beitrag welche Möglichkeiten es gibt.
Private Cloud mit Fritz!OS aufbauen
Mit den Bordmitteln von Fritz!Boxen ist es problemlos möglich ein rudimentäres NAS aufzubauen. Dazu kann die Fritz!Box entweder auf ihren internen Speicher mit etwa 400-500MB zugreifen, oder auf einen USB-Stick, der an der Fritz!Box angeschlossen ist. Generell funktionieren auch externe Festplatten. Die Verwaltung des Speichers und die Aktivierung der NAS-Funktionen werden über „Heimnetzwerk\USB/Speicher“ vorgenommen.
Für den Datenaustausch reicht meistens der interne Speicher der Fritz!Box aus. Intern erfolgt der Zugriff auf das NAS mit einem Browser über die URL https://<IP Fritz!Box>/nas. Mit der Option „Zugriff über ein Netzlaufwerk (SMB) aktiv“, können Verzeichnisse auch über eine Netzfreigabe verbunden werden.
Der Zugriff über das Internet wird bei „Internet\MyFritz!-Konto“ gesteuert, die Berechtigungen für den Zugriff über „System\Fritz!Box-Benutzer“. Mit diesen Einstellungen lassen sich recht schnell NAS-Systeme aufbauen.
OpenWRT nutzen
Die alternative Firmware OpenWRT bohrt die Möglichkeiten von Fritz!Boxen in alle Richtungen auf. Der Vorteil beim Einsatz von OpenWRT besteht vor allem darin, dass nach der Installation ein vollwertiges Linux-System auf der Fritz!Box vorhanden ist, auf dem auch erweiterte Dienste sehr viel umfangreicher installiert werden können. Auch der Betrieb von Samba ist dadurch auf der Fritz!Box problemlos möglich. Die Installation auf OpenWRT wird in der OpenWRT Wiki beschrieben.
Vor der Installation muss zunächst überprüft werden, ob das jeweilige Modell unterstützt wird. Diese Information ist auf der Seite „Table of Hardware“ verfügbar. Allerdings ist die Einrichtung nur dann sinnvoll, wenn entsprechendes Fachwissen im Umgang mit Routern und mit der Installation von neuer Firmware vorhanden ist. Mit OpenWRT lassen sich auch ältere Fritz!Boxen hinter einer aktuellen Fritz!Box ausstatten, als NAS konfigurieren und anschließend über das Internet anbinden.
Bei der Konfiguration von OpenWRT zum Verwenden von Fritz!Boxen als NAS-Systeme muss mit Linux gearbeitet werden. Der Datenträger für das NAS wird unter anderem zum Beispiel mit dem ext4-Dateisystem zur Verfügung gestellt.
Ein Vorteil beim Einsatz von OpenWRT als NAS-Server besteht auch darin, dass sich weitere Pakete auf der Fritz!Box installieren lassen, um die Funktionen des NAS-Servers zu erweitern. Damit zum Beispiel verschiedene Endgeräte auch aus dem internen Netzwerk auf das NAS zugreifen können, besteht in OpenWRT die Möglichkeit einen DLNA-Server zu installieren. Das erfolgt in der Linux-Shell von OpenWRT zum Beispiel mit:
$ opkg update $ opkg install minidlna
Die Konfiguration des Servers wird linuxtypisch mit Konfigurationsdateien vorgenommen. Diese sind im Verzeichnis „/etc/config/minidlna“ zu fnden. Die Aktivierung und der Start des Servers werden anschließend mit den folgenden Linux-Befehlen durchgeführt:
OwnCloud und NextCloud auf der Fritz!Box installieren
Beim Einsatz von OpenWRT ist es möglich, auf einer Fritz!Box die Open Source-Cloud-Lösungen ownCloud und NextCloud zu installieren. Dadurch können auf einer Fritz!Box nicht nur umfassende NAS-Konfigurationen erreicht, sondern auch private Clouds mit externem Zugriff und zahlreichen Diensten nutzbar gemacht werden.
Freetz installieren
Nicht alle Fritz!Boxen lassen sich mit OpenWRT installieren. In diesem Fall kann Freetz eine Lösung sein. Auch hierbei handelt es sich um eine kostenlose, alternative Firmware für Fritz!Boxen. Hier wird allerdings einiges an Fachwissen vorausgesetzt, da die Installation nicht sehr einfach ist. Nach der Installation steht eine webbasierte, grafische Oberfläche zur Verfügung, mit der wesentlich mehr Funktionen zur Verfügung stehen, als mit der Standard-Firmware auf den Fritz!Boxen.
Wie bei OpenWRT handelt es sich auch bei Freetz um eine Linux-Distribution für Fritz!Boxen. Auch hier ist der Betrieb von Samba und die Konfiguration als NAS-System möglich. Beim Einsatz von Freetz oder OpenWRT ergeben sich zudem Geschwindigkeitsvorteile. Denn wird hier zum Beispiel auf NFS gesetzt, kann die Leistung im NAS deutlich schneller sein als beim Zugriff mit SMB.
Portweiterleitungen auf der Fritz!Box für NAS einrichten
Wer kein NAS direkt auf der Fritz!Box einrichten will, sondern ein NAS hinter der Fritz!Box betreibt, kann über die Fritz!Box natürlich auch Portweiterleitungen einrichten und damit den Zugriff über die Fritz!Box durchleiten. Da beim Einsatz von Fritz!Boxen meistens mit dynamischen IP-Adressen gearbeitet wird, kann hier zum Beispiel auch auf den bereits beschriebenen „DynDNS-Dienst“ MyFritz! gesetzt werden. Auf der Fritz!Box sind die Portfreigaben bei „Internet\Freigaben“ zu finden. Hier müssen Freigaben zu den Ports für den Zugriff bspw. auf ownCloud erstellt werden – zum Beispiel für TCP 443 (HTTPS).
Stand: 08.12.2025
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