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Windows-PCs und -Server zu einer VM klonen So arbeiten Sie mit VMware vCenter Converter

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Wer physische Server zu vSphere migrieren will, kann auf vCenter Converter setzen. Das Tool kann virtuelle und physische Server zu VMs klonen, die mit VMware vSphere kompatibel sind. Wir zeigen die Vorgehensweise.

vCenter Converter hilft mit einem Assistenten bei der Migration von physischen Servern oder virtuellen Servern zu vSphere.
vCenter Converter hilft mit einem Assistenten bei der Migration von physischen Servern oder virtuellen Servern zu vSphere.
(Bild: VMware / Joos)

VMware stellt zur Migration von physischen Servern, oder zur Konvertierung von virtuellen Servern anderer Systeme, wie zum Beispiel Hyper-V, ein kostenloses Tool zur Verfügung. Mit dem vCenter Converter können Server über einen Assistenten zu einer VM in vSphere migriert werden. Das Tool funktioniert mit Windows- und Linux-Servern.

Neben der Möglichkeit, physische Server zu migrieren, oder VMs anderer Anbieter zu konvertieren, unterstützt vCenter Converter auch andere Quellen für das Auslesen von Serverdaten. So unterstützt vCenter Converter zum Beispiel auch Sicherungs-Formate verschiedener Hersteller. Damit lassen sich zum Beispiel auch Images von Acronis und Symantec für eine Konvertierung zur VM verwenden. vCenter Converter unterstützt zudem auch die Migration von älteren vSphere-Versionen zur aktuellen Version.

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vCenter Converter installieren

Der erste Schritt für die Nutzung des vCenter Converters, besteht darin, das Tool zu installieren. Zunächst benötigt das Tool keine direkte Verbindung zu vSphere. Diese wird erst im Rahmen der Migration hergestellt. Die erste Installation und Einrichtung von vCenter Converter erfolgt unabhängig von vCenter und der vSphere-Umgebung. Wichtig ist, dass möglichst die aktuelle Version eingesetzt wird. Generell kann vCenter Converter auch auf dem physischen Computer installiert werden, der als VM in vSphere geklont werden soll.

Nach dem Start wird über den Menüpunkt „Convert machine“ der Assistent gestartet, mit dem Computer zu VMs migriert werden können. Hier kann ausgewählt werden welche Server zu vSphere migriert werden sollen. Über den Assistenten kann auch festgelegt werden, ob eine VM, ein physischer Computer, ein Image oder eine Datensicherung genutzt werden soll. Über den Assistenten kann auch der Server definiert werden, auf dem vCenter Converter installiert ist.

vCenter Converter kann auch als Server-Lösung auf einem Server installiert werden. Auf den Clients wird die Client-Komponente installiert, die über den Port 9089 auf den Converter zugreifen. Der Umgang mit dem Agenten ist in diesem Fall ähnlich.

Migration durchführen

Im Rahmen des Assistenten kann der Quell-Server auf Basis der alten vCenter-Version ausgewählt werden und als Ziel ein aktueller vSphere-Server, beziehungsweise vCenter. Generell wird nach der Auswahl der Quelle, die migriert werden soll, das Ziel ausgewählt. Generell lassen sich mit dem vCenter Converter auch mehrere Server auf einmal migrieren.

Hier steht vCenter als Ziel zur Verfügung, aber auch einzelne ESXi-Server. Im Rahmen der Auswahl wird die Verbindung hergestellt. Danach werden weitere Daten der Übernahme gesteuert. Auch der Datenspeicher in vSphere kann ausgewählt werden, auf den die Daten der VM oder des physischen Servers gespeichert werden sollen. Auch die Hardware-Version der neuen VM kann hier gesteuert werden.

Über den Link „Edit“ lassen sich Einstellungen festlegen, welche Daten migriert werden sollen. Auch Netzwerkeinstellungen sind hier steuerbar. Welche Optionen der Assistent hier anzeigt, hängt davon ab, welche Daten die Quelle zur Verfügung stellt.

Mit der Schaltfläche „Finish“ startet der Vorgang. Natürlich dauert es einige Zeit, bis vCenter Converter die Daten migriert hat. Im Fenster ist der Status der Migration zu sehen. Über das Kontextmenü kann der Vorgang jederzeit auch beendet werden.

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Besonderheiten bei der Migration physischer Computer

vCenter Converter kann über seinen Assistenten auch physische Computer migrieren. Hier muss aber natürlich einiges beachtet werden, damit auf Basis des physischen Computers eine funktionsfähige VM erstellt werden kann.

Um eine physische Maschine zu vSphere zu migrieren, wird die Option „Powered-on machine“ im Assistenten ausgewählt. Bei der Migration physischer Computer wird ein Klonvorgang durchgeführt. Natürlich belastet das den Quell-Server und der Server muss auch während des ganzen Vorgangs zur Verfügung stehen. Der Vorgang kann mehrere Tage dauern.

vCenter Converter installiert auf dem Quell-Server für den Klonvorgang einen Agenten. Der Agent erkennt das installierte Betriebssystem, die Hardware und alle Daten, die zu einer VM migriert werden.

Die physischen Festplatten des physischen Computers werden in virtuelle Festplatten auf Basis von VMDK-Dateien geklont. Natürlich bleiben die Daten auf dem Quell-Server bei dem Vorgang erhalten. Vor dem Start müssen noch die Einstellungen der virtuellen Festplatten, also deren Größe und der verwendete Datenspeicher festgelegt werden. Auch die Partitionsinformationen können auf die virtuellen Festplatten übernommen werden. Im Rahmen der Einrichtung müssen zudem auch die virtuellen CPUs konfiguriert werden.

Für die Migration sind administrative Rechte notwendig. Außerdem dürfen Firewalls den Zugriff der Software nicht blockieren. Vor der Konvertierung sollten alle Einstellungen der VM, die erstellt werden soll, genau überprüft werden.

Nacharbeiten der Migration

Bevor eine konvertierte VM gestartet wird, sollten die Einstellungen der VM überprüft werden. Wichtig ist, dass die virtuelle Hardware korrekt konfiguriert ist und die Netzwerkeinstellungen passen. Nach dem Start muss überprüft werden, ob die Netzwerkkonfiguration korrekt ist und die VMware-Tools auf dem Server installiert worden sind. Natürlich müssen Einstellungen für Serveranwendungen und beim Einsatz von Active Directory auch die Domänenmitgliedschaft überprüft werden. Zwar übernimmt der Assistent bei der Konvertierung die SID des Quell-Systems, es kann dabei aber zu Problemen kommen. Vor dem Start der VM sollte daher der physische Server heruntergefahren werden, damit es zu keinen Konflikten kommt.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist