Lösungen für AI, Container sowie Emojis und witzige Videos

SmartNICs schlagen Server-CPUs

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

Das Ende des Mooreschen Gesetzes fürchten aktuell noch die wenigsten.
Das Ende des Mooreschen Gesetzes fürchten aktuell noch die wenigsten. (Bild: Mellanox)

Smarte Netzwerktechnik könnte die Performance von Rechenzentren künftig nachhaltiger steigern als zusätzliche Server-CPUs. Das legt eine von Mellanox beauftragte Studie nahe.

Mit Server-Performance oder Netzwerk-Durchsatz allein lassen sich dich Anforderungen moderner Rechenzentren offenbar nicht mehr bewältigen. Das legt zumindest die von Mellanox beauftragte Studie „Futuriom Data Center Network Efficiency Survey“ nahe. Deren Ergebnisse wurden jetzt im Report „Untold Secrets of the Efficient Data Center“ zusammengestellt.

Diesem zufolge sollten Teilnehmer bewerten, welche Ansätze die Leistung von Rechenzentren steigern. Auf einer Skala von eins (relevant) bis fünf (eher unwichtig) landen der Einsatz zusätzlicher Server (3,45) sowie Upgrades der Netzwerkbandbreite mit schnelleren Verbindungen (3,02) auf den hinteren Plätzen.

Prozessor-Offloading als vielversprechende Option

Weiter vorn rangieren derweil Techniken für Prozessor-Offloading und erweiterte Netzwerkadapter (smartNIC, NIC = Network Interface Controller) mit einer Einstufung 2,77; es folgen Codeoptimierungen (2,85) und der Einsatz spezialisierter Prozessoren (2,91).

Relativierend muss freilich erwähnt werden, dass sich die Antworten in einem Bereich unter 0,7 Punkten bewegen und gerundet auf der Skala alle den mittleren Wert von 3 träfen. Zudem glauben an anderer Stelle der Studie noch immer 30 Prozent der Befragten, dass schnellere Verbindungen mit 25G oder 50G sehr wohl Vorteile für hyperkonvergente Infrastrukturen (HCI) bringen. Knapp 38 Prozent sprechen sich allerdings auch für Prozessor-Offloading und smartNICs aus. Mehrfachnennungen waren hierbei möglich.

Die Angst vorm Ende des Mooreschen Gesetzes spielte bei weniger als jedem zweiten Befragten eine Rolle. Knapp 64 Prozent glauben also, dass sich die Komplexität integrierter Schaltkreise auch weiterhin alle zwölf bis 24 Monate verdoppelt – zumindest noch auf absehbare Zeit.

Netwerkinfrastruktur für AI entscheidend

Veränderungen gibt es derweil bei den Anforderungen an Rechenzentren. 84 Prozent sagen: Die Netzwerkinfrastruktur ist für für verteilten Anwednungen um künstliche Intelligenz (AI) und Maschine Learning zumindest in Teilen wichtig.

In Sachen Virtualisierung liegen die vorderen Prämissen Kopf an Kopf. 41, 40 respektive 39 Prozent der Befragten nannte als „Aspekte der virtuellen Infrastruktur, um die Effizienz in Rechenzentren zu steigern“: Servervirtualisierung per VM oder Container, Software-Defined Storage (SDS) und Software-Defined Networking (SDN).

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Studienbasis und Methode

Die Erhebung wurde von Mellanox finanziert und von den seit 2017 unter der Marke „Futuriom“ aktiven Marktforschern zusammengestellt. Die griffen wiederum auf Umfragedaten eines unabhängigen, Cloud-basierten Datenpartners zurück. Am Ende flossen die Antworten von 218 leitenden Angestellten aus dem IT-Sektor in die Studie ein; die stammten aus den USA, China und dem Vereinigten Königreich. Zusätzlich verwertete Futuriom einige Daten des eigenen „CSP Networking Automation Survey“ vom November 2018.

Antworten mit Witz und Emojis

Wie alle von Herstellern beauftragten Umfragen ist auch die hier betrachtete Erhebung mit einer gewissen Portion Skepsis zu betrachten. Hierzu trägt einerseits bei, dass Mellanox als Anbieter von Netzwerkkomponenten auftritt, welche die Performance im Rechenzentrum steigern sollen. Zum anderen hat auch Futuriom gewisse Selbstironie bewiesen und folgende nicht ganz ernst zu nehmende Antwortmöglichkeit in die Studie geschmuggelt.

Frage: „Welchen Aspekt von Hyper-Scale-Clouds würden Sie am liebsten in Ihrem IT-Betrieb nachbilden?“ – 16 Prozent der befragten Manager antworteten hier: „Quartalsweise tausende neuer Server implementieren, um Emojis, Instant Messaging, witzige Videos und Online-Werbung zu unterstützen.“ Die ernster zu nehmende Topantwort lieferten übrigens 33 Prozent und wünschten sich den hocheffizienten Einsatz von Servern und Storage.

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