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Kommunikation schließt Lücken in Geschäftsprozessen

Sanft migrieren von Voice over IP zu Unified Communications

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UC ist nicht gleich UC

Allerdings ist nicht überall „Unified Communications“ drin, wo dieser Begriff draufsteht, wie das Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Münster gerade gezeigt hat. Im Rahmen einer Studie wurden hier allein in Deutschland über 30 verschiedene Lösungsangebote identifiziert, die alle mit dem UC-Label angepriesen werden. Sie stammen von Herstellern klassischer Telekommunikationssysteme ebenso wie von IT-Hardware-Anbietern oder Netzwerkausrüstern, von Software-Anbietern, Festnetz- und Mobilfunk-Providern und Systemintegratoren.

Maßgebliche Wettbewerber im UCC-Markt (Archiv: Vogel Business Media)

Interessant ist auch eine Betrachtung, wie sich der Begriff Unified Communications entwickelt hat.

Im April 2005 erklärt die Unternehmensberatung Gartner die Hyprid-PBX-Anlagen noch zu einer architekturellen Sackgasse. Ein Jahr später, zur Kongressmesse VoiceCon 2006 benennt Cisco sein gesamtes Kommunikationsportfolio in Unified Communications um – ohne wesentliche funktionale Änderungen. Aus einem Call Manager wurden Unified-Communications-Lösungen – allerdings weiterhin proprietär auf dem Skinny Protocol.

2007 endlich kommt der Hinweis von Microsoft „VoIP as you are“ und damit auf einen Desktop-orientierten Einstieg des Software-Riesen in den UC Markt.

Doch weder Microsoft noch Cisco sind die eigentlichen UCC-Pionieren. Die erste integrierte UC-Lösung wurde im November 2003 von Siemens Enterprise Communications vorgestellt. Die Software „Openscape“ des Herstellers verfügte bereits über präsenzbasierte Kommunikation und innovative Kollaborationsfunktionalitäten.

Äpfel und Birnen

Wer das Rennen um die UC-Marktführerschaft letztendlich machen wird, ist noch längst nicht entschieden, denn die Unterschiede sind enorm. Schaut man sich etwa die Total Costs of Ownership (TCO) unterschiedlicher UC-Lösungen am Markt an, werden ein paar wesentliche deutlich.

Das Aachener Beratungshauses ComConsult Beratung und Planung GmbH hat kürzlich die UC-Angebote von Siemens Enterprise Communications, Cisco Systems und Microsoft auf der Grundlage verschiedener Kundenszenarien nebeneinander beurteilt. In die TCO-Berechnungen flossen sowohl die Investitionen (CAPEX) in Form von Listenpreisen als auch die Betriebskosten (OPEX) auf Basis einiger Modellannahmen ein. Als Grundlage wurden fünf typische Unternehmens-Kategorien – vom bundesweit tätigen Filialisten über ein regional tätigen Versorger bis zum globalen Konzern – betrachtet und dabei in drei verschiedene IP-Endgeräte-Klassen unterschieden.

„Es zeigt sich im Vergleich der drei Anbieter, dass die Verhältnisse von Hardware und Software bei allen untersuchten Kandidaten annähernd gleich sind“, heißt es in der Studie. Gleichzeitig sei aber deutlich geworden, dass Microsoft derzeit selbst mit erheblichen Rabatten keine eigenständige und wirtschaftliche UC-Lösung anbieten könne.

Der Vergleich zwischen der „Hipath“-Lösung von Siemens Enterprise Communications und dem Cisco-Angebot fällt dagegen weniger eindeutig aus. Technisch seien beide UC-Varianten hervorragend, aber bei den Investitionskosten ergeben sich laut ComConsult leichte Vorteile für die Siemens-Plattformen, die jedoch zumeist im Rahmen der Verhandlungsspannen liegen.

Bei den Betriebskosten spielten die Hipath-Systeme auf Grund einer effizienteren Architektur der zentralen Komponenten sowie des deutlich geringeren Stromverbrauchs der Endgeräte ihre Stärken voll aus – mit Kostenvorteilen zwischen 5 und knapp 25 Prozent, je nach Szenario. Zudem können damit auch konventionelle ISDN- oder sogar Analog-Endgeräte wesentlich leichter in die neue IP-Infrastruktur integriert werden.

weiter mit: Sackgassen vermeiden

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