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Sacoin GmbH und Partner bringen Breitband per Glasfaser auf das Land

Sacoin- und Triple-Play-Lab-Chef Heiner Kahmann: „Uns geht´s gut!“

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wie sieht ein Ortsnetz aus?

Heiner Kahmann: Zunächst einmal mieten wir zwei oder mehr Fasern der Deutschlandringe an, etwa von Telia Sonera. Diese bestehen aus Leitungen, die die großen Städte verbinden und häufig entlang der Autobahn verlegt werden. Eine Abzweigung sorgt dafür, dass Glasfaser bis ins Rechenzentrum vor Ort gelangt.

Von diesem aus gehen jeweils zwei Fasern direkt zum Endkunden, eine Faser für Internet und Telefonie, eine andere für analoges und digitales Fernsehen beziehungsweise Rundfunkempfang und sogar für Satelliten-RF-Signale. Da wir nicht entscheiden wollten, welche Endgeräte-Technik beim Nutzer unterstützt werden soll, bedienen wir einfach alle, so dass alle Endgeräte weiter genutzt werden können – etwa von der Wählscheibe bis zum SIP-Telefon.

Die Gemeinde Oerel leistet sich 50-Megabit-Punkt-zu-Punkt-Verbindungen per Glasfaser (Archiv: Vogel Business Media)

Im Rechenzentrum stehen dann Switches für Ethernet-Telefonate beziehungsweise eine Telefonanlage, die Ethernet auf die jeweiligen Endgeräte anpasst. Wir haben eigene Nummernkreise, doch es ist auch möglich, die Telefonnummern zu portieren, so dass der Endkunde seine behalten kann.

Außerdem können wir sämtliche, heute übliche Geschäftsapplikationen anbieten, so wird häufig der Zusatzdienst Hosted PBX nachgefragt.

Den Mobilfunk kaufen wir ein und verteilen das Signal über unser Rechenzentrum. Das ist für die Endkunden günstig. Da wir mit dem Dienst keinen Gewinn erzielen müssen, wir verdienen unser Geld mit der Infrastruktur, hier geben wir die Kosten 1 zu 1 an die Endkunden weiter. Fallen die Gebühren, profitieren die Endkunden ebenfalls direkt.

Derzeit bieten zwar nur wir selbst Dienste auf unserem Netz an, doch im Prinzip ist es diskrimierungsfrei. Das heißt: Jeder Provider könnte den Endkunden konkurrierende Dienste anbieten.

Auf welche Weise ist die Bandbreite von 50 Megabit garantiert?

Heiner Kahmann: Eine Kupfer-Doppelader ist eine „Shared Medium“, die angeschlossenen Kunden teilen sich die Bandbreite. Je mehr Kunden angeschlossen sind, desto weniger Bandbreite für jeden einzelnen. Den Effekt kennt sicher jeder, der freitagnachmittags im Internet unterwegs ist.

Vom Trampelpfad auf die Datenautobahn (Archiv: Vogel Business Media)

Bei uns hat jeder Endkunde durch eigene Glasfasern bis ins Haus eine dezidierte Bandbreite, die er mit niemandem teilt. Wir wiederum kaufen Bandbreite nutzungsabhängig ein. So kaufen wir mehr, wenn am Wochenende jeder im Netz unterwegs ist.

weiter mit: Was halten Sie von den Glasfaser-Plänen der Telekom? Wie realistisch sind die Summen, die hier für den Ausbau immer wieder genannt werden? Sind die Gemeinden, die mit Ihnen Verträge eingegangen sind, unnötiger Weise und übereilt vorgeprescht?

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