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Sacoin GmbH und Partner bringen Breitband per Glasfaser auf das Land

Sacoin- und Triple-Play-Lab-Chef Heiner Kahmann: „Uns geht´s gut!“

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Sie schließen also jeweils einzelne Verträge mit der jeweiligen Gemeinde? Ist das für diese nicht ein zu großes Abenteuer?

Heiner Kahmann: Nein, im Gegenteil – Sacoin erstellt für die jeweilige Projektgesellschaft ein Festpreisangebot, inklusive der Grabungskosten. Die Projektgesellschaft ist jeweils ein Joint-Venture der Unsere Ortsnetz GmbH und der jeweiligen Gemeinde, um vor Ort und mit den dortigen Strukturen verbunden zu sein. Es gibt also eine „Oerel – Unser Ortsnetz GmbH“ und eine „Rudelzhausen – Unter Ortsnetz GmbH“. In beiden Fällen sind die Gemeinden zu jeweils 25,2 Prozent an der Projektgesellschaft beteiligt, können ihren Anteil aber auf 49,x Prozent aufstocken. Stimmt die Kalkulation nicht, brauchen wir erst keine Gesellschaft zu gründen. Die Gemeinden gehen kein Risiko ein.

Wie viele Verträge von den Endkunden brauchen Sie vorab, um ein Projekt aufsetzen zu können?

Heiner Kahmann: Die Kosten hängen unter anderem davon ab, welche Strukturen und Topologie wir vorfinden und welche Fläche wir abdecken müssen. Ein Haufendorf kann günstiger sein, als Reihen und Straßendörfer, Teerstraßen teurer als gepflasterte Wege.

Doch um eine Größenordnung zu nennen: Wir rechnen mit 2.500 bis 2.800 Euro pro Endkunde, bei einem Ausbau von 100 Prozent. Damit wir starten können, müssen 40 bis 50 Prozent der möglichen Teilnehmer einen Nutzungsvertrag unterzeichnen, so dass wir auf mindestens 350 Verträge kommen. Das sichert einen Grundinvest, die Grundkosten, die bei weiterer Erschließung, etwa der Nachbarorte, nicht mehr getätigt werden müssen. Außerdem rechnen wir so, dass die Projektgesellschaft nach einem Jahr Betrieb bereits mit einer schwarzen Null rechnen kann.

Überblick über die Preise im Ortsnetz von Oerel (Archiv: Vogel Business Media)

Dabei können sich die Endkunden zwischen Triple, Double und Single Play entscheiden, wenn jemand also nicht über das Netz telefonieren und fernsehen möchte, braucht er auch keinen entsprechenden Vertrag.

Doch unsere Konditionen sind günstig. Zum Beispiel kostet das Telefonieren innerhalb des geschlossenen Netzes nichts. Ins deutsche Festnetz nehmen wir 1 Cent pro Minute. Ein Vertrag gilt für mindestens 24 Monate. Danach gibt es ein monatliches Kündigungsrecht.

Die Projektschritte auf dem Weg in ein eigenes Glasfasernetz. (Archiv: Vogel Business Media)

Eine GmbH in Gründung darf solche Verträge schließen, so dass wir auf der sicheren Seite sind. Umgekehrt gehen die Nutzer kein unkalkuliertes Risiko ein: Die Verträge werden nichtig, wenn das Projekt platzt.

Dennoch ist es schwer, die zukünftigen Endkunden zu überzeugen. Es beschweren sich zwar viele Leute, dass sie keinen oder nur unzureichenden Internet-Anschluss haben, doch gibt man ihnen die Möglichkeit, das zu ändern, zaudern sie. Wir garantieren 50 Megabit im Down- und Upstream, doch nehmen nicht einmal den doppelten Preis einer DSL-Leitung mit 2.000, 3.000, 6.000 oder 16.000 Kilobit pro Sekunde.

weiter mit: Wie sieht ein Ortsnetz aus?

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