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Sacoin GmbH und Partner bringen Breitband per Glasfaser auf das Land

Sacoin- und Triple-Play-Lab-Chef Heiner Kahmann: „Uns geht´s gut!“

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Was halten Sie von den Glasfaser-Plänen der Telekom? Wie realistisch sind die Summen, die hier für den Ausbau immer wieder genannt werden? Sind die Gemeinden, die mit Ihnen Verträge eingegangen sind, unnötiger Weise und übereilt vorgeprescht?

Heiner Kahmann: Man hört etwa von 300 Milliarden Euro für Fibre to the Home (FTTH) oder auch 50 Milliarden Euro für einen „flächendeckendes Netz“. Da wird mit Milliarden um sich geschmissen und man weiß noch nicht einmal was sich genau dahinter verbirgt. Außerdem bekommt die Telekom jetzt nicht einmal 16.000 Kilobit in jeden Haushalt hin. Da möchte ich wissen, wie die FTTH mit 50 Megabit bewerkstelligen wollen. Und das ist doch die jüngste Maßgabe der Bundesregierung: Bis zu 50 Megabit im Downstream bis 2018 in 38 Millionen Hauhalten.

Selbst bei optimalen Bedingungen für den Ausbau der Breitbandversorgung dürften die ländlichen Gemeinden noch mehr ins Hintertreffen geraten. Die großen Telekommunikationsanbieter setzen weiterhin auch auf bisherige Leitungen und gemeinsame Nutzung sowie auf Funktechniken. (Archiv: Vogel Business Media)

Insgesamt wird sich an dem Gefälle Stadt-Land nicht wesentlich etwas ändern. Wir bedienen eine Lücke. Und darin sind wir konkurrenzlos.

Das Verfahren, jeweils eine Projektgesellschaft gründen zu müssen und genügend Endkundenverträge vorab einzusammeln, die aufwändige Überzeugungsarbeit dafür in den Gemeinden scheint auf die Dauer mühsam.

Heiner Kahmann: Insgesamt stehen wir derzeit mit 120 Gemeinden in Verhandlungen. Doch wir haben auch bereits erste Rahmenverträge geschlossen, etwa mit dem Energieversorger EON in Schleswig-Holstein, verhandeln mit EON Bayern und suchen weitere Partnerschaften, etwa wie mit den Stadtwerken Mölln. Das könnte sowohl dazu beitragen, bei jeder Grabung, Glasfaser-Leerrohre zu berücksichtigen und den Beratungsansatz auf eine breitere Basis zu stellen, um so zu einem schnelleren Roll-out zu gelangen.

Schon jetzt aber laufen unsere Projekte zügig durch. In Oerel sind nur 13 Monate vergangen vom Erstkontakt bis zum Anschalten des Netzes. Die anderen Gemeindenetze folgen nun Schlag auf Schlag.

Bleiben da noch Wünsche übrig?

Heiner Kahmann: Viele Rahmenbedingungen sind mit dem Konjunkturpaket II beziehungsweise der Breitbandinitiative erst jetzt geklärt. Dennoch bewegen sich die Gemeinden auf unsicherem Terrain. Zum Beispiel wird die Förderung in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. Fragen stehen offen wie: Dürfen Gemeinden PPT-Verträge schließen, also als Telefonie-Anbieter auftreten? Dürfen sie sich an Unternehmungen beteiligen? Hier müssen politische Entscheidungen fallen.

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