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Die Knautschzone der Autodesk-Software kollidiert mit WDS-Appliances Riverbed holt aus – Autocad bremst alle WAN-Beschleuniger aus

| Redakteur: Ulrike Ostler

Jüngst sorgte die Unverträglichkeit der Software „Autocad“ für Computer Aided Design (CAD) von Autodesk mit den „Steelhead“-Appliances von Riverbed für Schlagzeilen. Die Anwendung nutzt ein Dateiformat, das die WAN-Beschleuniger quasi bremst. Nun tritt Riverbed mit dem Versuch an zu beweisen, dass nicht nur das eigene Equipment ausmanövriert wird, sondern auch das von Cisco, Silver Peak und Blue Coat.

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Das Autocad-Format „.dwg“ erlaubt, verteilt und unbeschwert an einem Entwurf zu arbeiten, aber stellt WDS-Geräte vor Probleme. Bild: Autodesk
Das Autocad-Format „.dwg“ erlaubt, verteilt und unbeschwert an einem Entwurf zu arbeiten, aber stellt WDS-Geräte vor Probleme. Bild: Autodesk
( Archiv: Vogel Business Media )

Schuld ist das „.dwg“-Format, in dem die Autocad-Dateien gespeichert werden. „Dieses effiziente und zuverlässige Verfahren für die gemeinsame Nutzung DWG-basierter Daten zwischen mehreren Projektbeteiligten reduziert den erforderlichen Aufwand für Versionskontrollen und sorgt für eine raschere Fertigstellung der Datensätze“, heißt es bei Autodesk.

Denn dieses Format staucht die Daten bei jedem Speichern so zusammen, dass sie nicht nur sicher und in dieser Version unantastbar sind, sondern für die WDS-Appliances (WDS = Wide-Area Data Services) nicht zu deduplizieren. Damit setzt das Format eines der wichtigsten Beschleunigungsinstrumente dieser Geräte außer Kraft.

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Riverbed-Kunden hatten sich sowohl bei ihrem WDS-Lieferanten als auch bei Autodesk darüber beschwert, dass sie das Problem nicht in den Griff bekämen. Derweil zeigten Riverbed-Wettbewerber ein wenig Häme und behaupteten, in Pressemitteilungen, Interviews und Analysten-Runden, Blogs und E-Mail-Kampagnen, dass ihre Produkte sehr wohl mit dem Auticad-Dateiformat umgehen könnten und die Kunden keine Leistungseinbußen zu befürchten hätten.

Riverbed bezieht sich explizit auf Aktivitäten von Cisco mit der Produktlinie „WAAS“ und Silver Peak. Das aber will der Hersteller nicht auf sich sitzen lassen. Laut Riverbed sind die Aussagen zumindest fragwürdig, da die Konkurrenz jeweils andere Testkriterien zugrunde gelegt hätte.

Vier Konkurrenten auf dem Prüfstand

Riverbed setzte daher eine Testserie auf, in der sowohl die Appliances von Cisco, Silver Peak, Blue Coat als auch die eigenen geprüft wurden. Es kamen die Autocad-Versionen von 2007 und 2004 zu Einsatz; das ältere Format verursacht keine Probleme. Die Bandbreite betrug 1 und 10 Megabit pro Sekunde. Es wurden zwei Änderungsarten getestet: „major“ und „minor“ und das ISP-Setting in Autocad stand einmal auf 0 und dann auf 50.

ISP steht für „Incremental Save Percentage“, auch ISAVEPERCENT geschrieben, und entspricht einer Autocad-2007-Einstellung, die dann greift, wenn die Applikation gesichert wird. Die Einstellung 0 steht für ein komplettes Sichern, bei dem alle Bytes in Autocad 2007 „geknautscht“ werden, selbst dann, wenn die Datei keine Änderungen erfahren hat.

Die Tests wurden zweimal durchgeführt. Als Garant für die Testqualität benennt Riverbed die Taneja Group, ein Unternehmen aus Boston, Massachusetts, das Speicher-Analysen durchführt.

Die Ergebnisse zeigen, so Riverbed, dass alle Produkte in der Lage sind, die Deduplizierung durchzuführen, sofern es sich um eine 2004er-Version des Autodesk-Produkts handelt. Autocad-Dateien der 2007er Verson hingegen kann keines der WDS-Geräte knacken, somit auch nicht deduplizieren und deshalb auch nicht adäquat beschleunigen.

Tatsächlich hätten zwei der Konkurrenzprodukte beim Speichern sogar mehr Daten verschickt als ursprünlich vorhanden. Allerdings lasse sich die Zeit für den eigentlichen Speichervorgang per WAN mit allen Produkten sehr wohl reduzieren, wenn auch mit unterschiedlichen Ergebnissen und bei weitem nicht so erheblich, wie das mit 2004er-Versionen möglich sei.

Die Taneja Group bestätigt Riverbed, dass deren Appliances bessere Leistungen gezeigt hätten als die WDS-Konkurrenz.

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