Suchen

Neue Aspekte bei der Systemintegration von RFID-Technik RFID-Technik – Warum in Zukunft an flexiblen Middlewarelinks kaum ein Weg vorbei führen wird

Autor / Redakteur: Thomas Menzel / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die RFID-Technik verzeichnet seit über 10 Jahren stetige Zuwachsraten. Waren es in den neunziger Jahren noch Nischenmärkte wie die Identifikation von Tieren oder Abfallgefäßen, so hat RFID heute bereits in sehr vielen Bereichen der Wirtschaft Einzug gehalten. Neue Middleware-Links vereinfachen nun die Integration von RFID in die vorhandene IT-Landschaft und treiben damit die Akzeptanz weiter voran.

Die RFID-Technik wird alle Bereiche der Logistik revolutionieren
Die RFID-Technik wird alle Bereiche der Logistik revolutionieren
( Bild: KSW )

Im Vergleich zum Barcode können RFID-Codeträger, die so genannten Transponder, auch durch nichtmetallische Abdeckungen hindurch identifiziert werden. Bei der Pulkidentifikation werden sehr viele Transponder zur gleichen Zeit erkannt. Ein typisches Beispiel dafür ist die Identifikation ganzer Paletteninhalte beim Passieren eines RFID-Gates.

Transponder verschleißen nicht. Sie können wesentlich mehr Daten als der Barcode speichern. Bei beschreibbaren Transpondern (Read Write) können die im Transponder gespeicherten Informationen während des Einsatzes sogar beliebig oft verändert werden.

Bildergalerie

Die Bauform der Transponder reicht von einfachen selbstklebenden Labels über Anhänger, Clips und Armbänder bis zu Transpondern in wetterbeständigen schlagfesten Gehäusen. Je nach Anforderung an Datensicherheit und Datenschutz können die Daten im Transponder zudem kryptografisch verschlüsselt gespeichert werden.

Darüber hinaus gibt es bereits Applikationen bei denen in den Transpondern Sensoren zur Messung der Temperatur, Beschleunigung oder Druck integriert sind.

Offene und geschlossene Systeme

Grundsätzlich muss zwischen offenen und geschlossenen Systemen unterschieden werden. Bei offenen Systemen verlässt das Produkt mit Transponder die Firma und kehrt nicht zurück. Typische Beispiele für diese „Wegwerftransponder“ sind die Supply Chain, die Identifikation von Briefen und Paketen sowie das Ticketing. Neben der technischen Eignung spielt bei offenen Systemen vor allem der Transponderpreis eine entscheidende Rolle.

Bei geschlossenen Systemen verlässt das Produkt mit Transponder die Firma nicht oder kehrt wie bei Rental-Systemen wieder zurück. Beispiele sind die Identifikation von Abfallgefäßen, die Identifikation von Werkzeugträgern im Produktionsprozess, das Facility

Management oder Archivierungssysteme für Akten und Datenträger.

Neue Anforderungen bei der Integration von RFID-Technik

Die zurückliegenden RFID-Jahre waren vor allem von Pilotprojekten gekennzeichnet. Dabei wurden vor allem Reader/Transponder-Konfigurationen getestet, um optimale Identifikationsraten zu erzielen. Weiterhin wurden externe Störeinflüsse auf die Identifikation und die gegenseitige Beeinflussung der RFID-Technik untersucht. Parallel dazu wurden die Frequenzen und Datenprotokolle auf der Luftschnittstelle zwischen Reader und Transponder welt- bzw. europaweit standardisiert. Mittlerweile können passive Transponder (auch Transponderlabels, die nur etwa 20 Cent kosten) bereits aus 5 Meter Entfernung identifiziert werden.

Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, RFID-Technik im großen Stil einzuführen.

Je mehr der Einsatz von RFID-Technik aber zur Normalität gehört, umso mehr kommen die spezifischen Anforderungen hinzu, die bei jeder Einbindung von Hardware in Softwaresysteme entstehen.

Bei den meisten Kunden gibt es bereits umfassende Business Software, die bei der Einführung von RFID-Technik nicht abgelöst werden soll bzw. nicht abgelöst werden darf. Daher ist es meist unumgänglich, zwischen der umfangreichen Business Software und der RFID-Technik eine weitere Software, die so genannte Middleware, zu implementieren.

Durch die immer weitere Verbreitung der RFID-Technik und den damit verbundenen Erfahrungen können für diese Software allgemeingültige Algorithmen definiert werden.

Flexible Middlewarelinks

Die flexiblen Middlewarelinks realisieren die Kommunikation zwischen den jeweiligen RFID-Readern und hardwareunabhängigen Gerätemanagern sowie der Business Software in Echtzeit.

So vielfältig die Anwendungsgebiete der RFID-Technik, so vielfältig sind die angebotenen Geräte in Bezug auf Leistungsmerkmale wie Lesereichweiten oder Schutzklassen.

RFID-Reader können zum Beispiel via USB, seriell oder per Netzwerkanschluss mit dem Host-System verbunden werden. Es gibt sie als Einzelgeräte mit nur einer integrierten Antenne oder als integrierte Versionen mit bis zu Readern an die 8 externe Antennen oder mehr angeschlossen werden können. Darüber hinaus gibt es mittlerweile eine Vielzahl mobiler Handleser, die zum Beispiel über WLAN permanent mit dem jeweiligen Host-System verbunden sein müssen.

Jeder Hersteller von RFID-Readern besitzt für die Einbindung seiner Technik in das jeweilige übergeordnete EDV-System aber noch sein eigenes Datenübertragungsprotokoll.

Die flexiblen Middlewarelinks wie der DiRF-Link haben das Protokoll zu allen namhaften Hardwareanbietern dagegen bereits implementiert. Daraus resultieren wesentlich geringere Programmier- und Betreuungsaufwände sowie kurze Fristen bei der Systemeinführung.

Zur optimalen Konfiguration eines RFID-unterstützten Gesamtsystems ist es oft unumgänglich, Reader unterschiedlicher Hersteller mit unterschiedlichen Eigenschaften und Preisen zu integrieren.

Und genau hier kommt dann die wichtigste Eigenschaft von flexiblen Middlewarelinks wie DiRF-Links, die Unabhängigkeit von den Herstellern der Reader – zum Tragen. Somit sind die flexiblen Middlewarelinks Voraussetzung, um mit RFID-Technik unterschiedlicher Readerhersteller in Bezug auf Technik und Preis optimale Gesamtsysteme konfigurieren zu können.

Hinzu kommt, dass neutrale Anbieter flexibler Middlewarelinks meist einen sehr guten und objektiven Überblick über die am Markt angebotene RFID-Hardware besitzen.

Weitere Vorteile

Neben der Flexibilität sollte auch Universalität zu den wichtigsten Eigenschaften flexibler Middlewarelinks gehören. Dies bedeutet bspw., dass sich an Stelle von RFID-Readern auch andere Hardware wie SPS, Lichtschranken oder Barcodereader integrieren lassen.

Neben dem Schnittstellenhandling müssen flexible Middlewarelinks auch Aufgaben ausführen, die mit Filtern, Verdichten, Transformieren oder Verteilen von Daten beschrieben werden können. Sie müssen Daten vergleichen und puffern.

Flexible Middlewarelinks müssen zudem in der Lage sein, mehrere Hostsysteme gleichzeitig zu bedienen.

Die besonders leistungsfähigen flexiblen Middlewarelinks sind in der Lage, Geschäftsprozesse der Hostsysteme (wie zum Beispiel kleine Aufgaben bei der Lagerverwaltung) selbst zu übernehmen. Dies ist oft preiswerter als ggf. dafür ganze Module der Hostsysteme zu kaufen oder zu modifizieren.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:2011005)