AnalogX Proxy, WinGate, IPCop, CCProxy & Jana-Server

Proxy-Server für kleinere und mittlere Netzwerke

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Proxy-Server taugen nicht nur für große Netzwerke; auch in kleinen Unternehmen können sie wertvolle Dienste leisten.
Proxy-Server taugen nicht nur für große Netzwerke; auch in kleinen Unternehmen können sie wertvolle Dienste leisten. (Bild: © higyou - stock.adobe.com)

Vor allem in kleinen Netzwerken wird oft nicht mit einem Proxy-Server gearbeitet, der den Internetverkehr bündelt und absichert. Dabei kann ein solcher Server die Sicherheit und Leistung des Internetverkehrs deutlich verbessern.

Proxy-Server haben die Aufgabe, den Datenverkehr ins Internet zu bündeln und sicherzustellen, dass die einzelnen PCs im Netzwerk nicht direkt den Datenverkehr mit Webseiten aufbauen, sondern Ziele im Web ausschließlich über den Proxy-Server erreichen. Weil die Arbeitsstationen dadurch kein Standardgateway benötigen und keine direkten Verbindungen aufbauen müssen, wird die Sicherheit verbessert.

Dennoch wird gerade in kleineren Netzwerken häufig auf den Einsatz eines Proxy-Servers verzichtet – oft in der Annahme, dass es hier nur teure und aufwändig zu administrierende Lösungen für große Unternehmen gibt. Doch auf für kleinere Unternehmen und kleinere Netzwerke gibt es Proxy-Lösungen. Ein Blick auf die verschiedenen Angebote lohnt sich.

AnalogX Proxy Server – Die kleine Zwischenlösung

AnalogX Proxy Server ist ein kleines Tool, das auch auf einer Arbeitsstation betrieben werden kann. AnalogX Proxy ist in Sekundenschnelle eingerichtet und funktioniert sofort. Auch auf Rechnern mit Windows 7/8/8.1 oder Windows 10 kann der Proxy-Server eingerichtet werden.

Nach dem Start steht das Konfigurationsprogramm im Taskbereich zur Verfügung, bietet aber nur wenige Einstellungsmöglichkeiten. Sobald AnalogX Proxy gestartet ist, können Anwender ihren Browser mit dem Proxy verbinden. Dazu wird in den Einstellungen des Webbrowsers die IP-Adresse des Rechners auf dem der Proxy Server läuft sowie der zugehörigen Port eingetragen. Funktioniert der Proxy Server nicht optimal, muss der Port in der Windows-Firewall freigeschaltet werden. Wer sich umfassender mit dem Thema auseinandersetzen will, findet in der Online-Dokumentation ausreichend Hilfe.

AnalogX Proxy Server hat keine weitreichenden Konfigurationsmöglichkeiten, sondern stellt nur Basis-Funktionen eines Proxys zur Verfügung (siehe Abbildung 1). Unternehmen, die eine dauerhafte Proxy-Lösung suchen, sollten sich daher eher Produkte wie Jana-Server ansehen. Wer AnalogX Proxy dennoch dauerhaft einsetzt, kann im Rahmen der Installation einstellen, dass AnalogX Proxy E-Mail-Benachrichtigungen versendet.

WinGate – Kostenlos mit Erweiterungsmöglichkeiten

WinGate steht für bis zu 10 Benutzer kostenlos zur Verfügung. Werden im Netzwerk mehr als 10 Benutzer an den Server eingebunden, muss WinGate lizenziert werden. Die aktuellen Preise lassen sich auf der Webseite in Erfahrung bringen. Pro Benutzer muss mit etwa 10 US-Dollar gerechnet werden.

WinGate wird auf einem Rechner, wie ein herkömmliches Programm installiert (siehe Abbildung 2). Im Rahmen der Installation wird auch festgelegt, ob der Server Benachrichtigungen an Administratoren per E-Mail versenden soll.

Nach der der Installation sollte der Server neu gestartet werden. Die Verwaltung von WinGate findet über das Konfigurationsprogramm statt, das über den Traybereich der Taskleiste oder über das Startmenü gestartet wird. Im ersten Schritt muss zunächst die Lizenzierung eingestellt werden. Hier kann auch die kostenlose Version des Programmes aktiviert werden (siehe Abbildung 3).

Nach der Aktivierung der jeweiligen Lizenz oder der Aktivierung der Freeware-Version müssen noch einige Einstellungen vorgenommen werden, zum Beispiel die Datenbank, die das Tool für die Datenspeicherung der Benutzer nutzen soll (siehe Abbildung 4). Hier besteht auch die Möglichkeit, zur Authentifizierung der Benutzer mit Active Directory zu arbeiten oder mit der lokalen Benutzerverwaltung des Windows-Rechners.

Anschließend kann WinGate in seinem Verwaltungsprogramm eingerichtet werden (siehe Abbildung 5). Die Entwickler zeigen im folgenden Video die Einrichtung der Umgebung. Generell ist die Verwaltung des Proxy-Servers aber nicht sehr kompliziert.

IPCop – Die einfache Linux-Firewall

IPCop ist nicht nur ein Proxy-Server, sondern gleich eine vollständige Firewall. Die Installation erfolgt auf Basis einer speziellen Distribution.

IPCop ist eine freie Linux-Distribution, die kleine Netzwerke vor Angriffen schützen kann. Nach der Einrichtung erfolgt die Verwaltung über ein Webinterface (siehe Abbildung 6). IPCop stellt nach der Installation eine Firewall einen Proxyserver auf Squid-Basis und einen DHCP-Server zur Verfügung. Auch Serverdienste wie Intrusion Detection (SNORT) und VPN, sowie dynamisches DNS sind verfügbar. Es lohnt sich also, die Distribution zu testen. Mit etwas Einarbeitung erhalten Unternehmen damit eine professionelle Firewall mit effektivem Proxy-Server.

CCProxy – Windows Proxy Server

Ein weiteres sinnvolles Proxy-Tool ist CCProxy. Pro PC kostet das Tool etwa 4 US-Dollar. Das CCProxy funktioniert, wie andere Proxy-Lösungen auch, ist aber sehr schnell eingerichtet. Die Verwaltungsoberfläche ist eher einfach gehalten (siehe Abbildung 7). Mit CCProxy lassen sich Proxy-Verbindungen gerade für kleine Netzwerke schnell und einfach herstellen. Neben der Installation auf einem Windows-Server kann das Produkt auch auf Arbeitsstationen installiert werden.

Jana-Server – Der Klassiker

Jana-Server ist eines der bekanntesten Tools für Netzwerke im Bereich Proxy-Software. Nach der Installation kann Jana über eine Weboberfläche auf dem Windows-Rechner konfiguriert werden (siehe Abbildung 8). Wer Jana kommerziell betreibt muss eine kleine Lizenzgebühr bezahlen.

Der Jana-Server ist gleichzeitig auch ein E-Mail Server, der den Benutzern im lokalen Netz erlaubt, sich gegenseitig E-Mails zu senden. Der Server kann zudem verschiedene E-Mail-Postfächer im Internet abrufen und internen Anwendern zur Verfügung stellen und/oder jedem einzelnen Benutzer ermöglichen, E-Mails über das Internet zu versenden. Hierfür kann jeder Benutzer sein eigenes E-Mailkonto bei einem anderen Provider haben.

Die Einrichtung des Servers ist sehr einfach. Nach der Installation sollten einfach alle Menüpunkte ein Mal durchgearbeitet werden. Zu den einzelnen Optionen stehen jeweils ausreichend Hilfen zur Verfügung.

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