VDI-Rollout, -Migration und -Management

Praktische Tipps für den geraden Weg zum virtuellen Desktop

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Der Rollout

Jedem Rollout sollte eine Pilotphase vorausgehen, die sowohl Fragen nach der Qualität: „Funktioniert alles richtig?“ als auch die nach der Quantität: „Ist alles schnell genug wenn soundso viele damit arbeiten?“ beantwortet. Dieses dient als Vorbereitung und um unangenehme Überraschungen wie „Latenzzeiten zu hoch“ und „Bandbreite zu schmal“ vorzubeugen.

Bei virtuellen Desktops gibt es verschieden Faktoren, die während dem Rollout berücksichtigt werden müssen und somit im Vorfeld geplant werden sollten:

  • 1. Welches Endgerät wird verwendet?
  • 2. Wie ist die Netzwerkanbindung vom Benutzer zum Desktop im Rechenzentrum?
  • 3. Wie gut sind die Benutzer Vorbereitet/geschult?

Zu 1: Welches Endgerät wird verwendet?

Der Rollout der virtuellen Desktops bietet den großen Vorteil, dass unter Umständen die Herausforderungen wie geografische Lage, Anlieferung der Hardware, Aufstellen der Hardware nicht- oder nur marginal berücksichtigt werden muss. Für den mobilen Einsatz ist lediglich eine Installation eines Agenten notwendig, um auf den virtuellen Desktop zugreifen zu können.

Diese Agenten gibt es für alle möglichen Plattformen und Geräte und sie sind einfach zu konfigurieren und zu verteilen. Die Benutzung des virtuellen Desktops ist dann lediglich abhängig von der zur Verfügung stehenden Bandbreite und den ergonomischen Möglichkeiten (z.B. externer Monitor beim Einsatz eines Smartphone).

Um auf einen virtuellen Desktop zuzugreifen sind für den immobilen Arbeitsplatz im Wesentlichen zwei Strategien möglich:

  • Nutzung der vorhandenen Ressourcen (PC, Notebook) oder
  • Einsatz von Thin Clients

PC, Notebook oder Thin Client?

Beide Strategien im immobilen Szenario haben ihre Vor- und Nachteile. Besonders beim Rollout wird beim Ersetzen der Geräte vor Ort, zumindest während der unternehmensweiten Einführung, wenig eingespart. Unter dem Aspekt des Rollout ist also die weitere Nutzung von vorhandener Hardware vor Ort beim Benutzer günstig.

Rechnet man die während der Inbetriebnahme von virtuellen Desktops anfallenden Hilfestellungen dazu, so ist der physikalische Rechner vor Ort beim Benutzer natürlich auch eine mögliche Fehlerquelle. Das Arbeiten auf entweder dem PC/Notebook oder dem virtuellen Desktop bietet genügend Raum für Verwirrung und Schwierigkeiten.

Wenn der Rollout holpert

Fragen wie: „Wo sind meine Programme/Daten?“ oder: „Warum geht dies/das nicht (mehr)?“ sind symptomatisch für holperig verlaufende Rollouts. Somit hat der Einsatz von Thin Clients oder Zero Clients einen Vorteil in der Betriebsführung oder in der ersten Zeit beim Umstieg auf den virtuellen Desktop.

Die Auswahl des Endgerätes für einen virtuellen Desktop ist somit auch wichtig für den Verlauf des Rollout. Insbesondere neue Thin Clients mit HDX on Chip oder auch RemoteFX on Chip sind hier interessant. Diese beheben das Problem mit Thin Clients zusammen mit schlechter Multimedia-Darstellung und das in einem wirklichen Thin-Client-Preissegment.

Zu 2: Wie ist die Netzwerkanbindung vom Benutzer zum Desktop im RZ?

Die Bandbreite und die Latenz spielen für die Nutzung und damit natürlich besonders für den Rollout eine große Rolle. War bisher „nur“ die Kommunikation des Arbeitsplatzes mit einzelnen zentralen Systemen wie Mail, Datenbanken oder Fileservern wichtig, so wandelt sich dies beim virtuellen Desktop grundlegend.

Die Nähe des „neuen“ Desktops zu den Backend Systemen ist ein Vorteil, bedeutet aber auf der anderen Seite eine große Distanz zu den Endgeräten der Benutzer. Das bedeutet, dass nun alle Informationen, die vorher lokal angezeigt wurden, in Zukunft remote dargestellt werden müssen.

Dies kann pro Desktop eine Bandbreite von 30 bis mehrere 100 Kilobit pro Sekunde bedeuten. Bandbreitenmessungen, begleitet von dem Benutzerverhalten angepasst Lasterzeugungsszenarien, sind daher extrem wichtig.

Zu 3: Wie gut sind die Benutzer vvorbereitet/geschult?

Die Schulung und Vorbereitung der Anwender auf den neuen Desktop ist wichtig und wird den Rollout vereinfachen. Wenn die User und der Helpdesk im Wesentlichen wissen, was sie erwartet, und sie gegebenenfalls schon von Pilotusern einen Multiplikator Effekt zu spüren bekommen haben, dann steht dem erfolgreichen Rollout wenig im Wege.

Die Vorbereitung stützt sich damit also auf:

  • Multiplikator-Effekt von zufriedenen Pilot-Usern
  • Marketing (damit bekommt man, wie bei allen Sachen, Spaß an der Sache und freut sich darauf)
  • Hilfsmaterial (im Intranet, als Demo(-umgebung), über Hotline oder spezielle Mail-Adressen)
  • Geschulte Helpdesk-Mitarbeiter

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