Unified Communications aus dem Hause Microsoft dürfte den Markt aufmischen

Office Communications Server – der neue Kommunikationsstandard?

15.10.2007 | Autor / Redakteur: Michael Wallbaum und Frank Imhoff / Ulrike Ostler

Der Office Communications Server 2007“ von Microsoft besitzt ein Potenzial, dessen Sprengkraft insbesondere von den klassischen Telefonanlagenanbietern bisher möglicherweise unterschätzt wird. Das Produkt soll Office-Anwendungen und umfangreiche Kommunikationslösungen integrieren. Da weit über 90 Prozent aller Clients Windows und MS-Office nutzen, wird schnell klar, dass diese Kommunikationslösung praktisch keine Konkurrenz mehr hat.

Die Entwicklung von Telekommunikationsanlagen ist über Jahrzehnte in ruhigen Bahnen verlaufen. Sieht man mal von der Einführung des Hebdrehwählers ab, hat es von Alexander Graham Bell bis heute praktisch keine revolutionären Fortschritte gegeben. Erst die Einführung von Voice over IP (VoIP) hat massive Bewegung in den Markt gebracht und plötzlich neue Hersteller auf den Plan gerufen.

Nachdem die Diskussion über die generelle Eignung nun zugunsten von VoIP erledigt ist und längst auch alle klassischen Hersteller die Zukunft von großen Telefonanlagen nur noch im Bereich von Softswitches sehen, stellt sich die Frage, welche Zukunft die klassischen Hersteller überhaupt noch haben.

Cisco ist seit mehreren Jahren schon mit dem Call Manager auf dem Markt, seit einiger Zeit bewegen sich aber nun auch IBM und Microsoft in diese Richtung.

Office Communications Server

Abb. 1: Office Communicator als Client des Office Communications Servers mit Chat-Tool
Abb. 1: Office Communicator als Client des Office Communications Servers mit Chat-Tool

Der vermutlich erste richtige Versuch von Microsoft, eine Echtzeit-Kommunikationsplattform zu entwickeln, war „Netmeeting“, eine etwas bescheiden anmutende Möglichkeit, gleichzeitig Anwendungen zu bedienen und Videokonferenz nutzen zu können – das ganze mit einer sehr geringen Qualität, aber kostenlos.

Dann war es lange still, nun aber gibt es gleich mehrere neue Produkte aus Redmond: „Groove“, „Vista“, „Exchange 2007“ und zu guter Letzt der dieser Tage erscheinende „Office Communications Server (OCS) 2007“. Vieles davon ist, wie so oft in der Vergangenheit, durch Zukäufe integriert.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dem „Live Communications Server 2005“, bietet der OCS neben Sprachübertragung nicht mehr nur Instant Messaging (IM) und die Anzeige von Präsenz-Informationen. Zu den wesentlichen Produktmerkmalen des Office Communications Server gehört vor allem eine robuste SIP-Routing-Lösung, die den OCS zum Kern von Micorosofts Unified Communications Strategie macht.

Darüber hinaus wurden Features wie Präsenzserver, VoIP Call Management, Audio-, Video-, Webconferencing, Instant Messaging und vieles andere mehr implementiert, die sich bestens in die Schwesterprodukte Exchange 2007, Office Live Meeting, Office RoundTable und anderes einpassen.

Instant Messaging

Mit Instant Messaging lassen sich ähnlich wie bei ICQ Textnachrichten in Echtzeit versenden und empfangen sowie Audio- oder Videodiskussionen direkt aus dem Chat heraus starten. Die dazu erforderlichen Nachrichten können ebenso wie Anwesenheitsinformationen mit erhöhter Sicherheit zwischen öffentlichen IM-Netzwerken (zum Beispiel ICQ, MSN und Yahoo!) sowie auf mobile Endgeräte mit Windows Mobile 2003 oder Mobile 5 über eine permanente GPRS- oder UMTS-Verbindung übertragen werden.

Eine zeitaufwändige Einwahl, zum Beispiel über ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) ist dazu nicht erforderlich. Die Präsenz-Informationen werden mithilfe des Office Communicator etwa in Excel, Word, PowerPoint und Outlook angezeigt. Damit lässt sich feststellen, ob Kommunikationspartner offline, anwesend oder gerade in einer Besprechung sind.

Mithilfe einer so genannten Föderation lassen sich zudem mehrere Office Communications Server unternehmensübergreifend so koppeln, so dass beispielsweise die Anwesenheitsinformationen von authentifizierten Nutzern ausgetauscht und verschlüsselte Sofortnachrichten versendet werden können. Die Management-Werkzeuge des Office Communications Server nutzen bekannte Standards wie das Windows Management Interface (WMI), die Microsoft Management Console (MMC) oder den Microsoft Operations Manager (MOM).

Abb. 2: Eingeschränkte Konfigurationsoberfläche im Stil eines MMC Snap-Ins
Abb. 2: Eingeschränkte Konfigurationsoberfläche im Stil eines MMC Snap-Ins

Die Konfiguration des OCS stellt sich damit zunächst sehr übersichtlich dar, erlaubt aber auch nur einen vergleichsweise geringen Funktionsumfang (siehe: Abbildung 2). Zwar lassen sich alle relevanten Einstellungen vornehmen, jedoch wird zum Beispiel keine Möglichkeit zur Fehleranalyse und -behebung geboten.

Der Administrator ist hier auf das standardmäßige Windows Event Logging angewiesen, das nur spärlich Informationen preisgibt. Eine integrierte Möglichkeit zur Funktionsprüfung der Routing- und Föderationsregeln, die bei der Zusammenschaltung mehrerer Server sehr komplex werden können, wäre hier wünschenswert.

Skalierbarkeit

Ein einziger Office Communications Server unterstützt in der Standard Edition bis zu 15.000 Anwender, die Enterprise Edition mehr als 100.000 Anwender pro Server-Pool. Die Enterprise Edition bringt zudem eine mehrstufige Architektur mit sich, die sich unter anderem aus dem Front-End-Pool mit Servern für die Verarbeitung von Client-Verbindungen und Back-End-Datenbankservern auf Basis von SQL für das Speichern von Benutzerdaten zusammensetzt. In großen Installationen kommen zudem verschiedene dedizierte Server-Rollen für Video- und Web-Conferencing und den Remote-Zugriff hinzu. Sollte ein Server ausfallen, kann ein Benutzer die Verbindung zum nächsten verfügbaren Server herstellen.

Abb. 3: Die Statusinformationen des Edge Server bieten einen Überblick über den Zustand und die Auslastung des Proxy.
Abb. 3: Die Statusinformationen des Edge Server bieten einen Überblick über den Zustand und die Auslastung des Proxy.

Die Konfiguration des oder der Edge Server erscheint ebenfalls sehr übersichtlich. Jedoch wären hier beispielsweise integrierte Testmöglichkeiten für Föderationsregeln und das Routing zum OCS wünschenswert. Auch vermisst man die Möglichkeit, den Proxy unverschlüsselt mittels SIP/TCP statt SIP/TLS an interne OCS anzubinden, was die Fehlereingrenzung während der Installation erheblich erleichtern würde. Lediglich die Statusanzeige (siehe: Abbildung 3) ist sehr komfortabel gestaltet und bietet einen guten Überblick über die Auslastung des Servers.

Typisch Microsoft

Mithilfe des Office Communicatons Servers und Exchange 2007 wird Voicemail ebenfalls in Outlook integriert. Der Office Communicator setzt jedoch, wie auch der Vorgänger, den Office Communications Server voraus und kann nicht mit anderen VoIP-Lösungen (Softswitches) betrieben werden.

Das entspricht der altbekannten Microsoft-Politik, möglichst proprietär zu bleiben und sich auf diese Weise langfristig Marktanteile zu sichern. Laut Jeff Raikes, dem Präsident der Microsoft Business Division, rechnet sich Microsoft nicht zuletzt deshalb gute Chancen in diesem Milliardenmarkt aus, da bisherige Lösungen oft Stückwerk, inkompatibel und nicht in die Unternehmensprozesse eingebunden seien. Mit dem Office Communications Server will sich Microsoft laut Raikes strikt auf den lukrativen Enterprise Markt konzentrieren und damit neue Marktsegmente erobern.

Entgegen Microsofts ursprünglicher Produktankündigung – die ja erfahrungsgemäß eher optimistisch als realistisch sind – für das 2. Quartal 2007, wird der OCS nun im Oktober dieses Jahres erscheinen. Trotzdem muss man dann mindestens noch das erste Service Pack abwarten, bevor es überhaupt in de Nähe einer professionell einsetzbaren Softwarelösung kommt.

Abb. 4: Hilfe- und Support-Center: „no additional information“
Abb. 4: Hilfe- und Support-Center: „no additional information“

Wie unfertig der Office Communications Server an mancher Stelle nach wie vor ist, zeigt sich am Zustand des Hilfe- und Support-Center. Dort finden sich für die überwiegende Zahl der Fehler und Probleme leider keine „additional information“, wie in Abbildung 4 zu sehen.

Marktchancen

Auch wenn noch viel Arbeit ansteht, um den Office Communications Server zu einem komfortablen, nutzbringenden und damit konkurrenzfähigen Produkt zu machen, sollte genügend Zeit zur Verfügung gestanden haben, die wichtigsten Funktionen und Vorteile einer konventionellen Telekommunikationsanlage in dieses Produkt zu integrieren. Damit hat Microsoft einen eigenen Softswitch und steht bald in direkter Konkurrenz zu allen anderen Herstellern von Telefonanlagen und VoIP-Lösungen.

Es kann Kein Zweifel daran bestehen, dass Microsoft die dazu notwendigen Entwicklungskapazitäten besitzt oder sich diese durch Kooperationen und Zukäufe beschafft. Die kürzlich vereinbarte Kooperation mit Nortel weist in diese Richtung.

Zudem sind als Kooperationspartner neben Hewlett Packard für die Hardware und die Systemintegration auch Motorola für den Support der HC700 Serie und des Q Smartphone vorgesehen. Der Siemens Softswitch „HiPath 8000“soll ebenfalls integriert werden können sowie die Komponenten diverser Peripherie- und Telefonanlagenhersteller wie Polycom, LG-Nortel, Thomson Telecom, GN, Logitech, Plantronics, Samsung und Tatung.

Mit diesen Kooperationen werden mobile Endgeräte, bestehende Telekommunikationsanlagen, Entwickler und Anwendungen frühzeitig mit eingebunden. Damit sichert sich Microsoft auch Kunden und Bereiche, die noch lange nicht auf eine reine Softswitch-Lösung umschwenken können und werden. Kaum ein Unternehmen verfügt schon jetzt über die notwendige Infrastruktur, um vollständig auf VoIP zu migrieren. Auch können bei weitem nicht allen Mitarbeitern nur noch Softphones zur Verfügung gestellt und komplexe Lösungen wie große Call Center kurzfristig ungestellt werden.

Vielmehr muss es noch jahrelang Gateways, herkömmliche Telefone und andere konventionelle Technik geben, bis alle Nutzer sich daran gewöhnt haben. Hinzu kommt, dass Microsoft derzeit noch die Erfahrungen fehlen, um herkömmliche Anwendungen für Telefonanlagen wie Call Center oder Vermittlungsplätze zu implementieren. Mithilfe der Kooperationen kann Microsoft jedoch das eigene Know-how aufbauen und später umfangreiche und komfortable Migrationsmöglichkeiten von vorhandenen TK-Anlagen bieten.

TK-Kooperationen

Insbesondere die Kooperation mit Nortel erschließt Microsoft sowohl den Zugang zu einschlägiger Hardware als auch zu Entwicklungskompetenzen für Softswitches und ähnliches. Nortel hingegen fehlen sämtliche Erfahrungen zu Office-Applikationen. Ein erstes Produkt hat Nortel zwar bereits Anfang des Jahres mit dem Nortel Converged Office vorgestellt, das jedoch ebenfalls kaum nennenswerte Marktanteile erzielen wird, da Nortel im Bereich von Office-Anwendungen bisher keine Rolle spielt.

Zusätzlich werden von Nortel aber auch der Communication Server 1000, das Contact Center sowie diverse Telefone und Softphones in die Kooperation eingebracht. Alles Komponenten und Lösungsansätze, die Microsoft bisher völlig fehlen – also eine geradezu perfekte Symbiose.

Die zunächst auf vier Jahre befristete Allianz von Microsoft und Nortel soll gemeinsame Lösungen für den Enterprise-Markt sowie für Mobilfunk- und Festnetzbetreiber entwickeln. Neben neuen Produkten wie dem Office Communications Server soll die Zusammenarbeit aber auch andere Früchte tragen.

Nortel soll beispielsweise für Microsoft als strategischer Systemintegrationspartner für Kommunikationslösungen auftreten und bei der Vermarktung sollen gemeinsame Wege beschritten werden. Dazu wurde die „Innovative Communications Alliance“ offiziell als Markenzeichen ins Leben gerufen. Steve Ballmer, CEO von Microsoft, begründet die Zusammenarbeit mit Nortel damit, dass die Kommunikationsbranche an einem Scheidepunkt stehe und man den Kunden schnell zuverlässige Lösungen offerieren wolle. Nortel-CEO Mike Zafirovski möchte zudem eine massive Umsatzsteigerung von über einer Milliarde Dollar erzielen, was dem in den letzten Monaten arg gebeutelten Nortel-Konzern sicherlich gut tun würde.

Es stellt sich also nun eigentlich nur noch die Frage, wie schnell Microsoft in der Lage sein wird, zuverlässige Lösungen zu entwickeln und beispielsweise den Softswitch von Nortel mit den Office-Applikationen zu verschmelzen. Die Entwickler von Microsoft haben zwar nur wenig Erfahrung mit Echtzeit-Kommunikation, SIP und den Verfügbarkeitsansprüchen an eine Telefonanlage – es ist nicht auszudenken, wie Kunden reagieren, wenn die Telefonanlage alle paar Tage aufgrund von Sicherheitsupdates neu gebootet werden muss.

Null Toleranz

Andererseits hat Microsoft in den letzten Jahren aber erheblich hinzu gelernt. Die Zeiten regelmäßiger Blue Screens sind lange vorbei und fast alle Server-Systeme sind als Enterprise- und Professional-Versionen lieferbar, die große Skalierbarkeit und Ausfallsicherheit gewährleisten. Wenn es gelingt, diese Errungenschaften mit den Anforderungen an eine Telefonanlage und den Office-Anwendungen zu kombinieren, steht Microsoft vor einem Durchbruch.

Es scheint so, als habe Ballmer sich und seinen Leuten dafür vier Jahre gegeben. Bis dahin wird Microsoft auf jeden Fall noch auf Partner wie Nortel angewiesen sein – ob anschließend noch, darf aber bezweifelt werden.

Die klassischen Telefonanlagenhersteller wie Alcatel/Lucent oder Avaya wollen zwar alle in dieselbe Richtung wie Microsoft, sind aber weit von den erforderlichen Entwicklungskapazitäten für umfangreiche Softwareintegration entfernt. Cisco ist als klassischer Netzwerkhersteller kaum daran interessiert, sich noch weiter als bisher schon in den Sektor der Applikationen hinein zu bewegen.

Lediglich IBM hat mit Domino/Notes, Sametime und ähnlichen Lösungen überhaupt einen nennenswerten Marktanteil im Bereich der Office-Kommunikation. Allen gemeinsam ist aber, dass jegliche Konkurrenz im Bereich der Office-Applikationen verschwindend gering ist. Wenn Microsoft also nicht zerlegt wird oder grundlegende Entwicklungen verschläft, haben die klassischen Hersteller von TK-Anlagen nur noch eine Übergangszeit von wenigen Jahren, um ihre Produkte zu vermarkten.

Es sei denn, sie mutieren in kurzer Zeit vom Hardware- zum Softwarehersteller. Aber selbst dann ist fraglich, ob Microsoft nach erfolgreicher Markteinführung einer umfassenden Telekommunikationslösung überhaupt noch Partner braucht. Lediglich Cisco kann sich aufgrund der wachsenden Ansprüche an die Netze und des damit verbundenen stetigen Erneuerungsbedarfs genüsslich zurücklehnen und die Entwicklung mit Freude beobachten. Ob es langfristig noch als nötig erachtet wird, den eigenen Call Manager weiter zu entwickeln ist fraglich. Als Türöffner für Softswitches und Appetithäppchen hat er dann sicherlich seine Schuldigkeit getan.

Softswitch oder Anwendungsintegration?

Was bedeutet diese Entwicklung aber nun für die Investitionsentscheidungen und IT-Strategien heutiger Unternehmen? In erster Linie kann sich derjenige, der eine homogene Microsoft-Plattform betreibt, auf neue Produkte freuen, die ein Zusammenwachsen der Kommunikationslandschaften sehr stark vereinfachen.

Die Benutzerführung ist aus einem Guss, der Mehraufwand für die Administration ist kaum spürbar, die Anzahl der Verzeichnisdienste im Unternehmen sinkt ein weiteres Mal, da die Telefonanlage gewissermaßen in das Active Directory integriert wird. Es ist davon auszugehen, dass Microsoft freiwillig keinem anderen Hersteller alle Schnittstellen zu den Office-Produkten zugänglich macht, allen Standardisierungsbemühungen wäre man um Jahre voraus, so dass der Funktionsumfang uneinholbar bleibt.

Microsoft verfügt längst über die notwendigen Kompetenzen, solche Systeme zuverlässig und hoch skalierbar zu entwickeln. Im äußersten Fall wäre der Softwaregigant sogar mühelos in der Lage, den Office Communications Server auch kostenlos z.B. in Exchange oder Server-Betriebssysteme zu integrieren. Damit gäbe es dann die Telefonanlage ähnliche wie Netmeeting zum Nulltarif.

Hemmnisse

Dagegen sprechen allerdings die Erfahrung mit Netscape und die Prozesswelle, die dann sicherlich wieder auf Microsoft zukommen würde. Die Nutzer von Domino/Notes und anderen Kommunikationsplattformen können, abgesehen von einer Migration zu Microsoft, nur darauf hoffen, dass möglichst viele Schnittstellen zur Verfügung stehen, um die ansonsten verwendeten Office-Produkte integrieren zu können. Nur so kommen sie in den Genuss, neuartiger Kommunikationsmöglichkeiten.

Sicher ist aber, dass sie der Entwicklung immer hinterher hinken werden, selbst dann, wenn IBM eigene Kommunikationsprodukte bis hin zu Softswitches herausbringen wird. Was hier einfach fehlen wird, ist die Office-Integration.

Im Bereich herkömmlicher Telekommunikationsanlagen wird es dank des SIP-Standards und Milliarden von installierten konventionellen Telefonapparaten möglicherweise noch etwas längere Übergangsfristen geben. Wer aber schon jetzt vor der Entscheidung über die Anschaffung einer neuen TK-Anlage steht, sollte diese in sehr kurzer Zeit abschreiben können.

Die aktuellen Entwicklungen deuten in die Richtung, dass in wenigen Jahren sehr viel kosten-günstigere Software-Alternativen zur Verfügung stehen, die zudem noch erheblich bessere Integrationsmöglichkeiten bieten. Die Hardware-Kosten für ein hochverfügbares Serversystem und die zu erwartenden Softwarekosten für den Office Communications Server sind weitaus geringer als die von herkömmliche Telekommunikationsanlagen und derzeit verfügbaren Softswitches.

Strategien

Da sich kaum ein Unternehmen leisten kann, eine unausgereifte Telekommunikationslösung zu installieren, wird es noch einige Jahre dauern, bis sich der Office Communications Server durchsetzen wird. Microsoft ist daher gut beraten, zunächst noch auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit herkömmlichen TK-Herstellern zu setzten. Das bietet zudem bessere Migrationswege und wird die Angst vor der Einführung einer unzureichenden Lösung bei den potentiellen Kunden reduzieren.

Dank des sich immer weiter verbreitenden SIP-Standards wird es auch noch auf lange Sicht Möglichkeiten geben, Anlagen und Produkte anderer Hersteller zu integrieren – sehr wahrscheinlich aber mit einer eingeschränkten Funktionalität, das es sicherlich proprietäre Ergänzungen des Standards geben wird. Die alles entscheidende Integration von Standard-Office-Anwendungen wird jedoch einzig und allein Microsoft vornehmen können und freiwillig niemand anderem überlassen.

Es muss also „nur noch“ die Funktionalität eines Softswitch hinzukommen, um die Sache abzurunden. Daher wird Microsoft mit dem Office Communications Server künftig Maßstäbe setzen, die den Telekommunikationssektor revolutionieren könnten.

Michael Wallbaum

Michael Wallbaum ist Senior Consultant der Comconsult Beratung und Planung GmbH. Er blickt auf jahrelange Projekterfahrung in Forschung, Entwicklung und Betrieb im Bereich mobiler Kommunikationssysteme, VoIP und Groupware zurück.

Frank Imhoff

Frank Imhoff ist technischer Direktor und Senior Consultant der Comconsult Beratung und Planung GmbH. Er arbeitet seit vielen Jahren in der Forschung, Entwicklung und im Betrieb lokaler Netze, VoIP, WLAN sowie anderen Mobilfunk- und Telekommunikationssystemen. Entwicklung

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