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Colt-Studie: Komplexe IT-Infrastrukturen bremsen Transformation Netzwerkkomplexität kostet Firmen bis zu eine Million Euro jährlich

Von Bernhard Lück 3 min Lesedauer

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Eine Studie von Colt Technology Services zeigt, dass komplexe und fragmentierte digitale Infrastrukturen erhebliche wirtschaftliche und operative Folgen für große Unternehmen haben: Im Schnitt gehen jährlich rund eine Million Euro an Wachstums- und Innovationspotenzial verloren.

Die Komplexität digitaler Infrastrukturen belastet sowohl den laufenden Betrieb als auch die Transformationsziele deutscher Unternehmen nachhaltig.(Bild:  © buraratn – stock.adobe.com / KI-generiert)
Die Komplexität digitaler Infrastrukturen belastet sowohl den laufenden Betrieb als auch die Transformationsziele deutscher Unternehmen nachhaltig.
(Bild: © buraratn – stock.adobe.com / KI-generiert)

Komplexe und veraltete Netzwerkstrukturen gefährden nach einer aktuellen Studie von Colt Technology Services jährliches Wachstums- und Innovationspotenzial in Höhe von rund einer Million Euro pro Unternehmen. Grundlage der Untersuchung ist eine von Coleman Parkes im Auftrag von Colt durchgeführte Befragung von 600 IT-Führungskräften aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan und den Niederlanden, die im Februar und März 2026 stattfand. Laut Studie entfallen mehr als 400.000 Euro auf Verzögerungen und Umbauten infolge komplexer Infrastrukturen, weitere rund 508.000 Euro stecken in nicht umgesetzten Innovationsinitiativen.

Ursachen der Komplexität

Als Haupttreiber der Netzwerkkomplexität nennen die Befragten die Verwaltung mehrerer Anbieter (57 %), den Betrieb von Altsystemen (48 %) sowie Sicherheits- und Compliance-Anforderungen (36 %). In Deutschland liegt der Anteil der Unternehmen, die Multi-Vendor-Umgebungen als Herausforderung nennen, mit 52 Prozent leicht darunter, dafür fallen fragmentierte Service-Management-Tools und -Prozesse mit 41 Prozent deutlich stärker ins Gewicht als im Studiendurchschnitt von 34 Prozent.

Bremse für KI-Initiativen

Der Studie zufolge wirkt sich die Komplexität digitaler Infrastrukturen unmittelbar auf die Einführung von künstlicher Intelligenz aus. 60 Prozent der Befragten sehen darin ein Hindernis für die Nutzung von KI im großen Maßstab, zwei Drittel (66 %) gehen davon aus, dass Unternehmen dadurch bereits KI-Chancen verpasst haben. In Deutschland fallen diese Werte höher aus: 81 Prozent sehen ein Hindernis, KI in großem Maßstab voll auszuschöpfen, 72 Prozent sprechen von verpassten KI-Chancen. Bei der Einführung neuer Technologien wie Agentic AI berichten 88 Prozent der deutschen Unternehmen von Verzögerungen, gegenüber 91 Prozent im internationalen Durchschnitt – wobei Japan mit 100 Prozent den höchsten Wert erreicht.

Finanzielle und operative Folgen

International schätzen die befragten Unternehmen die Kosten der Infrastrukturkomplexität für die vergangenen zwölf Monate auf durchschnittlich 401.400 Euro. Großbritannien verzeichnet mit 450.400 Euro den höchsten Wert vor Deutschland mit 445.400 Euro, was rund elf Prozent über dem Durchschnitt liegt. In den Niederlanden werden die Kosten mit 255.300 Euro am niedrigsten beziffert. Im Schnitt gehen durch Verzögerungen sieben Wochen pro Jahr verloren; als Folgen nennen die Studienteilnehmer u.a. verzögerte Marktexpansionen (84 %), verspätete Produkteinführungen (83 %) und ausgebremste Innovationen (56 %).

Für deutsche Unternehmen kommen laut Studie zusätzlicher manueller Aufwand (41 %), langsamere Performance geschäftskritischer Systeme (41 %) sowie Ausfälle oder Serviceunterbrechungen (40 %) hinzu. Als besonders stark verzögert gelten hierzulande Integrationen nach Fusionen und Übernahmen, Digitalisierungsprojekte sowie Migrationen von Daten und Workloads – jeweils 95 Prozent der Befragten berichten von entsprechenden Verzögerungen. Auffällig ist zudem ein überdurchschnittlicher Anteil von 23 Prozent, der Reputationsschäden als Folge der Komplexität nennt.

Handlungsempfehlungen

Colt leitet aus den Ergebnissen mehrere Grundsätze für den Umgang mit Infrastrukturkomplexität ab: Vereinfachung solle als kontinuierlicher Prozess statt als einmalige Maßnahme verstanden werden, neue Tools und Anbieter dürften keine zusätzlichen Silos schaffen, und die Modernisierung von Systemen solle parallel zur Ablösung von Altsystemen erfolgen. Nach Angaben des Unternehmens ziehen viele Firmen dafür externe Unterstützung hinzu, um Betriebsunterbrechungen durch komplexe Systemabhängigkeiten zu vermeiden.

Stephan Wanke, Geschäftsführer Deutschland und Regional Sales Director Enterprise Central & East Europe bei Colt, führt die gewachsene Komplexität auf historisch heterogene Netzwerkarchitekturen zurück: „Viele komplexe Unternehmensnetzwerke sind im Laufe der Jahre aus Bausteinen verschiedener Generationen entstanden – theoretisch kompatibel, aber nicht dafür ausgelegt, gemeinsam eine stabile und effiziente Struktur zu bilden. Diese Komplexität hat heute spürbare finanzielle und operative Auswirkungen, verlangsamt die Einführung von KI und gefährdet künftiges Wachstum.“

Die vollständigen Studienergebnisse sind im Report „Die Kosten der Komplexität: Warum die Vereinfachung digitaler Infrastrukturen das Unternehmenswachstum beschleunigt“ zusammengefasst.

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