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WDM-PON als Alternative zu GPON
Durch die Einführung von WDM (Wavelength Division Multiplexing) im passiven optischen Netz lassen sich logische Punkt-zu-Punkt Verbindungen auf einer Punkt-zu-Mehrpunkt-Glasfaserinfrastruktur abbilden. WDM-PON gestattet Punkt-zu-Punkt-Connections von bis zu 10 GBit/s und mehr.
In Bezug auf die Architektur unterscheiden sich WDM-PON und klassische EPON- (Ethernet PON) und GPON-Infrastrukturen (Gigabit PON) kaum. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass bei WDM-PON statt eines optischen Splitters wie bei EPON und GPON ein passiver optischer Wellenlängenmultiplexer (Arrayed Wave Guide, AWG) eingesetzt wird.
Er teilt die auf unterschiedliche Wellenlängen modulierten Verkehrsströme auf die einzelnen Zugangsleitungen auf. Das heißt, jedem Teilnehmer, sei es ein Geschäfts- oder Privatanwender, steht eine dedizierte logische Verbindung zur Verfügung.
Ein Kabel, viele Teilnehmer
Bei GPON und EPON ist es dagegen notwendig, die einzelnen Verkehrsströme am Endpunkt mittels elektrischer Signalverarbeitung aus einem Broadcast-Signal herauszufiltern. Das ist technisch aufwändiger, kostspieliger und wegen des Stromverbrauchs weniger umweltverträglich. Hinzu kommt, dass sich GPONs nur in geringem Maße skalieren lassen: Pro Glasfaser lassen sich nur bis zu 64, künftig 128 Teilnehmer anschließen.
Mit WDM-PON werden sich dagegen künftig mehrere 100 Teilnehmer bedienen lassen. Entsprechende Technologien sind in der Entwicklung Für einen Netzbetreiber ist dies ein massiver Vorteil, denn er erreicht mit derselben Zahl von Lichtwellenleitern deutlich mehr Abnehmer.
Beschränkungen weisen GPON-Infrastrukturen auch in Bezug auf die maximale Bandbreite pro Teilnehmer auf (siehe: Abbildung 4). Bei einer typischen FTTH/FTTB-Installation (Fiber to the Home / Fiber to the Building) beträgt die Bandbreite pro Nutzer bestenfalls 100 MBit/s.
Wie bereits erwähnt, mag dies heute noch ausreichen, mittelfristig jedoch nicht. Kommt dagegen ein WDM-PON zum Zuge, haben Netzbetreiber und Service-Provider deutlich mehr Möglichkeiten: Sie können jedem Nutzer bis zu 10 GBit/s zur Verfügung stellen, und zwar sowohl im Downstream- als auch Upstream-Betrieb. Ein weiterer Vorteil: Wer weniger Bandbreite benötigt, erhält auch weniger – mit der Option, diesen Wert bei Bedarf flexibel zu erhöhen.
weiter mit: Standardisierung ist gefragt
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