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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 6 ISO-OSI-Modell und generelle Systemarchitektur (2)

| Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Vom Netzwerkkabel bis zum Anwendungsprogramm ist es für die Daten in Rechnernetzen ein weiter Weg. Und nur eine perfekte Zusammenarbeit vieler Funktionen erlaubt dabei die schnelle und fehlerfreie Weiterleitung der Daten ungeachtet der beteiligten Netztypen. Festgelegt ist diese Zusammenarbeit im so genannten OSI-Referenzmodell der Internationalen Standardisierungsorganisation ISO. Wer dieses Modell nicht kennt, braucht beim Thema Netze gar nicht erst mitzureden. Dieser Beitrag behandelt die transportnahen Schichten.

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Kommunikation ist vielschichtige Angelegenheit – das OSI-Referenzmodell grenzt Aufgaben- und Funktionsbereiche dabei gegeneinander ab.
Kommunikation ist vielschichtige Angelegenheit – das OSI-Referenzmodell grenzt Aufgaben- und Funktionsbereiche dabei gegeneinander ab.
( Archiv: Vogel Business Media )

Ein Netz besteht immer aus einem systemtechnischen und einem nachrichtentechnischen Teil. Der systemtechnische Teil ist dabei derjenige Teil, der die Anwendungen unmittelbar unterstützt. Er ist genauso wichtig für die Leistung des Gesamtsystems wie eine hochperformante Nachrichtentechnik.

Heute ist es leider oft sogar noch so, dass die systemtechnischen Anteile wesentlich eher Quellen für Engpässe sind als die nachrichtentechnischen. Außerdem kann man hierauf in der Regel schwieriger Einfluss nehmen. Insbesondere das Zusammenwirken mit dem Betriebssystem ist bei älteren Betriebssystemen nicht unproblematisch, da diese teilweise noch aus einer Denkwelt stammen, in der es keine Netze gab. Erst neuere Betriebssysteme haben integrierte „Anker“ für Kommunikationssoftware.

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Layer 4: Schnitt zwischen Nachrichtentechnik und Systemtechnik

Innerhalb des Layers Nummer 4 des ISO-OSI-Modells liegt die Grenze zwischen Nachrichtentechnik und Systemtechnik. Die so genannte Transportschicht (Transport Layer) schließt die nachrichtentransportorientierten Aspekte der darunter liegenden Schichten nach oben hin ab, und zwar so, dass sich die Systemtechnik nicht mit den Niederungen der nachrichtentechnischen Einzelheiten befassen muss.

Von oben her gesehen, stellt die Transportschicht einen eindeutigen globalen Adressraum zur Identifikation aller im Netzverbund irgendwie erreichbaren Rechner zur Verfügung. Im vorausgegangenen Beitrag wurde bereits gezeigt, dass es ggf. notwendig sein kann, mehrere Netze sozusagen hintereinander zu schalten, um zwischen zwei Partnern zu vermitteln. Diese Hintereinanderschaltung sollte jedoch den teilnehmenden Systemen verborgen bleiben.

Die Transportschicht bietet nun hierfür eine Reihe von Kommandos an, mit denen es ermöglicht wird, Datenpakete flexibler Länge (für die es jedoch ein Maximum gibt) mit Angabe eines Zieles an das Netz zu übergeben (im Sinne eines Datagrammverkehrs) oder eine logische Verbindung zwischen zwei Elementen des Adressraums aufzubauen und über sie Datenpakete hin und herzuschicken.

Dabei abstrahiert die Transportschicht völlig von den verwandten Netzen und Zwischensystemen (Transparenz). Denn üblicherweise wird es so sein, dass unterschiedliche Qualitätsmerkmale für verschiedene Netze vorhanden sind und man ebenfalls unterschiedliche Anforderungen an eine Verbindung zwischen Anwendungen z.B. hinsichtlich der Zuverlässigkeit stellt. Für das Beispiel File Transfer ergeben sich die Aufgaben der Transportschicht in Abhängigkeit von der gewählten Alternative Logische Verbindung oder Datagramm.

weiter mit: Layer 3 – näher an der Hardware

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