Digitalisierung der Wirtschaft verunsichert Arbeitnehmer

Industrie 4.0 schürt Angst vor Jobverlust

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Industrie 4.0 und die die Digitalisierung der Wirtschaft sorgen bei manchem Arbeitnehmer für Unbehagen.
Industrie 4.0 und die die Digitalisierung der Wirtschaft sorgen bei manchem Arbeitnehmer für Unbehagen. (Bild: Jamrooferpix – Fotolia.com)

Rund 40 Prozent der im Rahmen einer Studie der Personalberatung Rochus Mummert befragten Arbeitnehmer verspüren Angst und Unsicherheit, wenn es darum geht, welche Auswirkungen die Umbrüche durch Digitalisierung und Industrie 4.0 auf den eigenen Arbeitsplatz haben werden.

Laut der Studie „Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg“, für die die Personalberatung Rochus Mummert nach eigenen Angaben HR-Führungskräfte sowie 1.000 Arbeitnehmer befragt hat, befürchten 21 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland, dass ihr Job aufgrund von Digitalisierung und Industrie 4.0 schon mittelfristig überflüssig werden könnte. Ein weiteres knappes Fünftel traue sich noch nicht zu, die Auswirkungen der anstehenden Umbrüche auf den eigenen Arbeitsplatz einzuschätzen.

Dass die Veränderungen sich nicht nur auf Industrie-Jobs beschränken werden, bestreite in der deutschen Wirtschaft mittlerweile fast keiner mehr. „Rund 90 Prozent der von uns befragten Führungskräfte sind sich sicher, dass Industrie 4.0 auch über die produzierende Industrie hinaus deutliche Auswirkungen haben wird“, sagt Dr. Hans Schlipat, Studienleiter und Managing Partner der Rochus Mummert-Gruppe. „Zudem sind gut drei Viertel der HR-Manager davon überzeugt, dass Industrie 4.0 alle Prozesse innerhalb eines Unternehmens beeinflussen dürfte.“

Dieser Einschätzung würden ihre Mitarbeiter allerdings nur bedingt folgen, seien unter den Arbeitnehmern doch 37 Prozent der Meinung, dass sie nicht von den Umbrüchen der Digitalisierung betroffen sein werden. Immerhin gehe jeder zweite Arbeitnehmer davon aus, dass an seinem Arbeitsplatz künftig mehr IT-Kenntnisse erforderlich sein werden. Auch erwarten der Studie zufolge vier von zehn Befragten, dass ihre Aufgaben im Job künftig komplexer werden (43 Prozent) und dass sich der Kontakt zu Kollegen und Vorgesetzten noch virtueller gestalten wird (42 Prozent).

Umso wichtiger sei es, dass die Unternehmen ihre Mitarbeiter mit der neuen Arbeitswelt vertraut machen. „Die Firmen können und wollen die voranschreitende Entwicklung zu Digitalisierung und Industrie 4.0 nicht mehr aufhalten“, sagt Rochus-Mummert-Partner Schlipat. „Insofern ist es sehr wichtig, dass die Führungskräfte ihre Beschäftigten auf diesem Weg mitnehmen und ihnen insbesondere die Angst vor Veränderungen nehmen.“ Die Chancen, dass dies auch gelingt, seien dabei gar nicht mal so schlecht. Ein Ergebnis der Umfrage sei nämlich auch, dass 35 Prozent der Arbeitnehmer schon heute davon ausgehen, dass ihnen die Digitalisierung mehr Vor- als Nachteile bringen wird. Zudem sei ein weiteres Drittel potenziell dazu bereit, sich von dieser Einstellung überzeugen zu lassen.

Über die Studie

Nach Angaben der Unternehmensberatung werden analog zum PIMS-Ansatz der Harvard Business School im PIPS-Modell (Profit Impact of Personnel Strategies) von Rochus Mummert die Einflüsse des HR-Managements auf die personalwirtschaftlichen Vorsteuergrößen systematisch wie nie zuvor betrachtet. Das zusammen mit Prof. Dr. Michael Martin von der Hochschule Rhein Main entwickelte PIPS-Modell umfasse dabei reine Performance-Werte genauso wie Analysen zur Führungs- und Leistungskultur. Die Studie „Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg“ basiere auf den Ergebnissen des ständig wachsenden, eigens für das PIPS-Projekt aufgebauten HR-Panels von Rochus Mummert. Derzeit würden in regelmäßigen teilstrukturierten Befragungen rund 70 HR-Führungskräfte aus meist größeren mittelständischen Unternehmen berichten.

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