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Umbau im WAN – aus Alt wird Neu

In fünf Schritten vom Telefonnetz zum VoIP-fähigen NGN

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Schritt3: NGN im LAN

Dank der Einführung von Breitband-Zugangsnetzen können beim Teilnehmer IP-Clients für die Sprach- und Multimedia-Datenübertragung installiert werden. Ein Teilnehmer, der ein IP-Telefon oder ein altes an ein Residential-Gateway (RG) angeschlossenes Telefon benutzt, bekommt einen reinen IP-Zugang zum Telekommunikationsnetz.

Die Teilnehmer lassen sich an einen DSLAM anschließen, der reinen IP-Verkehr ausführt, oder an einen MSAN, der neue Multimediadienste bereitstellt. Diese neuen Dienste werden es dem Service Provider ermöglichen, sich von anderen Anbietern abzugrenzen und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Es wird angenommen, dass der Sprachdienst bei der PSTN-Simulation mit SIP an Stelle des H.248/MEGACO als Steuerprotokoll implementiert wird. Mit SIP ist zudem die reibungslose Umstellung auf das IMS möglich.

Schritt 4: NGN im Zugangsnetz

Class-5-Call-Server und Media-Gateways (MG) ersetzen Ortsvermittlungsstellen (Class-5-Switches) im Randbereich des öffentlichen Telefonnetzes. Damit rückt das NGN näher zum Teilnehmer. MGs werden in erster Linie zur Erhöhung der Netzkapazität oder dem Austausch veralteter Ortsvermittlungsstellen eingesetzt.

Ein Media-Gateway

  • emuliert eine Ortsvermittlungsstelle, Zusatzdienste und optional Mehrwertdienste
  • ersetzt eine Ortsvermittlungsstelle oder erhöht die Übertragungskapazität des Zugangsnetzes
  • bildet auf Telefonnetzseite die Schnittstelle zu den Teilnehmern
  • kommuniziert über H.248/MEGACO-Protokolle mit einem Class-5-Call-Server.

Ein MG ist als gesonderte Netzkomponente installierbar oder lässt sich in einen IP-MSAN integrieren und kann DSLAM- und Multimedia-Funktionen bieten. Bei einer PSTN-Emulation werden die an ein MG angeschlossenen Teilnehmer die Migration zum NGN nicht bemerken, da traditionelle Schnittstellen (POTS, ISDN) vom MSAN bereitgestellt werden.

Schritt 5: Abschalten des PSTN

Im letzten Migrationsschritt hin zum reinen NGN wird die verbliebene Telefonnetzausrüstung durch NGN-Komponenten ersetzt. Hier geht es um zwei Ziele: Erstens um einen Austausch der veralteten Geräte, deren Lebenszyklus abgelaufen ist.

Das zweite Ziel lautet Kostensenkung. Denn es muss nur noch ein einziges Netz betrieben und in Stand gehalten werden. Es ist zu beachten, dass Teilnehmer auch bei diesem Szenario ihre Altgeräte weiter benutzen können, wenn diese an ein Residential-Gateway oder Media-Gateway angeschlossen werden.

Als Fazit bleibt festzuhalten: Das leitungsvermittelte Telefonnetz wird nicht von heute auf morgen durch das NGN ersetzt, daher wird im Zugangsnetz eine IP-basierte Multi-Service-Zugangsplattform benötigt, die beide Welten unterstützt.

Netzbetreiber tauschen veraltete Telefonnetzkomponenten schrittweise gegen NGN-Komponenten aus und migrieren die Zugangsplattform Stück für Stück auf diese. Dazu gehören Trunking-Gateways im Kernnetz, Residential-Gateways beim Teilnehmer sowie Media-Gateways am Netzübergang zusammen mit Call-Servern, die die installierten Gateways steuern.

Über den Autor

Klaus Pollak ist Head of Consulting und Projects bei Keymile.

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