E-Mail mit Active-Directory-Anbindung, Spam- und Virenschutz als Opensource

hMailServer – Kostenloser E-Mail-Server mit Mehrwert

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Der hMailServer ist leistungsstark – und kostenfrei! Wir zeigen, was er kann.
Der hMailServer ist leistungsstark – und kostenfrei! Wir zeigen, was er kann. (Bild: hMailServer / Joos)

Wenn in Netzwerken ein E-Mail-Server benötigt wird, kann die Opensource-Software hMailServer eingesetzt werden. Das Produkt wird auf einem Windows-Rechner installiert und bietet eine leicht verständliche grafische Oberfläche. Wir beleuchten in diesem Beitrag die Möglichkeiten der kostenlosen Lösung.

Die Opensource-Software hMailServer ermöglicht den Betrieb eines umfangreichen E-Mail-Servers für kleine Netzwerke. Der Server ist unter AGPLv3 lizenziert und erlaubt auch die kostenlose Verwendung im kommerziellen Bereich. Der Quellcode der Lösung kann auf GitHub eingesehen werden.

Generell lassen sich auch mehrere Installationen gemeinsam in einem Netzwerk betreiben. Der Server unterstützt POP3, IMAP und SMTP. Auch SSL-Verschlüsselungen lassen sich damit umsetzen. Die Lösung unterstützt zudem die Verwendung mehrere Domains, Mail-Aliase, Zustellregeln, öffentlicher IMAP-Ordner und vieles mehr.

Es besteht die Möglichkeit, die Benutzerkonten in Active Directory anzulegen. Der Server bietet darüber hinaus auch einen Spam-Schutz auf Basis von SpamAssassin sowie einen Virenschutz mit ClamWin. Diese beiden Dienste müssen nachträglich eingerichtet werden. Standardmäßig ermöglicht hMailServer aber einen Spam-Schutz mit SPF und SURBL. Auch der ASSP-Spam-Schutz kann integriert werden.

Datenablage auf Microsoft SQL Server, MySQL und PostgreSQL

Die Speicherung seiner Daten nimmt hMailServer in einer SQL-Datenbank vor. Hier lässt sich entweder die interne Datenbank auf Basis von Microsoft SQL Server Compact verwenden, oder Administratoren können bei der Installation einen externen Datenbank-Server verwenden. Hier unterstützt hMailServer Microsoft SQL Server, MySQL und PostgreSQL. Die Auswahl kann bei der Installation getroffen werden (siehe Abbildung 1).

Einfache Einrichtung / sichere Verwendung

Der Vorteil von hMailServer besteht auch darin, dass das Produkt mit einem Installationsprogramm kommt, und damit schnell auf Windows-Rechnern installiert ist (siehe Abbildung 2). Neben Windows-Servern kann hMailServer auch auf Arbeitsstationen installiert werden. Wer Fragen zum Produkt hat, kann auch das Forum benutzen, in dem sich Benutzer miteinander austauschen.

Während der Installation wird der Pfad ausgewählt, in dem hMailServer installiert wird. Auch die Option zur Anbindung an einen SQL-Server erfolgt während der Installation. Der Zugriff auf die Verwaltungsoberfläche wird mit einem Kennwort gesichert. Das Kennwort wird bei der Installation ausgewählt. Nach der Installation kann die Oberfläche des Servers gestartet werden (siehe Abbildung 3).

Im Netzwerk lassen sich mehrere Instanzen von hMailServer betreiben. Beim Start der Verwaltungsoberfläche kann ausgewählt werden, welcher Server verwaltet werden soll. Im selben Fenster lassen sich weitere Server anbinden (siehe Abbildung 3). Mit der Schaltfläche „Connect“ wird die Verbindung zum Server aufgebaut. Für die erfolgreiche Verbindung muss natürlich das Kennwort eingegeben werden, das bei der Installation für den Administrator-Benutzer festgelegt wurde. Danach startet die grafische Oberfläche mit einem Assistenten (siehe Abbildung 4).

Im Rahmen der Einrichtung wird zunächst die E-Mail-Domäne festgelegt, die der Server verwalten soll. Der Server kann auch mit zentralen Signaturen arbeiten, die automatisch an E-Mails angehängt werden. Diese Konfiguration erfolgt im Rahmen der Einrichtung der Domäne über die Registerkarte „Signature“. Hier lassen sich auch andere Einstellungen für die Domäne steuern (siehe Abbildung 5).

Sicherheit konfigurieren

Noch bevor Anwender an den Server angebunden werden, sollten die Sicherheitseinstellungen angepasst werden. Über den Bereich „Anti-Virus“ kann hMailServer mit der Anti-Viren-Lösung „ClamAV“ verbunden werden. Diese muss aber gesondert installiert und eingerichtet werden. Die Anbindung von hMailServer erfolgt dann über die Verwaltungsoberfläche von hMailServer (siehe Abbildung 6). Der Anti-Spamschutz wird über den Menüpunkt „Anti-spam“ eingestellt (siehe Abbildung 7).

Anbindung an Active Directory und Konfiguration der Benutzerkonten

Benutzerkonten werden über den Bereich „Domains“ gesteuert. Hier sind die einzelnen Domänen zu sehen. Für die Domänen können Aliase und Konten angelegt werden. Hier besteht auch die Möglichkeit, mit Active Directory zu arbeiten. Interessant ist das zum Beispiel, wenn in Unternehmen auf Windows Server Essentials gesetzt werden soll und bereits eine Domäne vorhanden ist.

Natürlich können auch Benutzer innerhalb von hMailServer angelegt werden. Beim Anlegen eines Benutzers kann festgelegt werden, ob der Benutzer ein normaler Nutzer oder ein Administrator der ganzen Domäne bzw. des einzelnen Servers sein soll (siehe Abbildung 8). Administrator-Benutzer könnten mit dem Installationsprogramm von hMailServer auch nur das Verwaltungsprogramm auf ihrem PC installieren und den Server damit verwalten.

Sobald ein Benutzerkonto angelegt ist, kann sich der Benutzer mit seinem E-Mail-Programm mit dem Server verbinden. In den Eigenschaften der Benutzerkonten können zahlreiche Einstellungen angepasst werden. Auch automatische Antworten, Weiterleitungen, externe Konten und Regeln für eingehende E-Mails lassen sich hier festlegen (siehe Abbildung 9).

Über den Menüpunkt „Distribution lists“ können Verteilerlisten für den E-Mail-Server angelegt werden. Diese können intern und extern genutzt werden. Über eine E-Mail-Adresse kann eine Verteilerliste E-Mails empfangen. Die E-Mails werden automatisch den einzelnen Benutzern zugestellt.

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