Mobile-Menu

Analyse der Ausgangslage und Empfehlungen für die Zukunft des Networking

Gartner sagt: Das Unternehmensnetz der Zukunft ist „hyperconverged“

Seite: 3/3

Fünf treibende Kräfte

Hyper-Konvergenz sei mittlerweile die vierte Welle im Netzwerk-Design, schreiben Munch und Willis. Sie wird durch fünf Treiber in Gang gesetzt.

1. Cloud Computing

Cloud-Computing trifft auf Unternehmensnetze; Bild: Gartner (Archiv: Vogel Business Media)

Auch wenn es viele IT-Verantwortliche schon nicht mehr hören können oder lesen wollen: Die Unternehmen werden verschiedene Ausprägungen des Cloud Computing nutzen. Denn traditionelle zentrale Hub-and-Spoke Architekturen können die verteilten Anwendungen nur unzureichend unterstützen. Selbst hybrides Multiprotocol Label Switching (MPLS) und Internet-Netze funktionieren oft zentralisiert, einfach weil es so einfacher ist, Sicherheit zu gewährleisten.

Die Unternehmen müssen nun dafür sorgen, dass die Flaschenhälse eliminiert werden, zum Beispiel indem mehrere Übergänge von einem zu anderen Netz und weitere sichere Internet-Zugänge geschaffen werden.

2. IP-Kommunikation für alle Datentypen

Sprache ist eine Anwendung, die intern und extern geswitched und geroutet werden muss; Bild: Gartner (Archiv: Vogel Business Media)

Die Unternehmenskommunikation migriert zu IP-basierten Plattformen und integriert sich in Unified Communications und Collaboration. Diese Anwendungen laufen dann nicht mehr separat, sondern auf einem hybriden Design. Das hat unter anderem zur Folge, dass die Sprachanwendungen, die sich kaum ändern werden, neben Anwendungen existieren, die sich ständig wandeln.

Das Netzwerk-Design muss dem Stand halten.

3. Data Center Virtualization

Bisher ging es hausptsächlich um eine neues Netzdesign für ein Rechenzentrum, das ändert sich aber; Bild: Gartner (Archiv: Vogel Business Media)

Die Auswirkungen der Server-Virtualisierung auf die Art, wie Netze im Rechenzentrum funktionieren, sind schon jetzt tiefgehend. Und das wird auch noch eine Zeit lang so weitegehen. Anbieter wie Cisco, HP, Oracle und IBM versuchen einen kompletten Technik-Stack bereitzustellen.

Aus der Design-Perspektive werden die Netze flach und virtuell, um schnelle Wechsel der virtuellen Maschinen und Server-Lasten gewährleisten zu können. Heute ist es technisch noch unmöglich, virtuelle Server-Instanzen zwischen remoten Rechenzentren auf einen Maus-Click hin zu bewegen. Aber Unternehmen wie VMware und F5 können schon zeigen, wie das funktionieren könnte.

Hier lassen sich Gigabytes schnell hin- und herschieben, aber in Zukunft wird ein Netzwerk-Kern mit noch höherer Kapazität notwendig sein. Denn Ethernet-WAN-vernetzte Rechenzentren werden die bevorzugte Wahl sein um hoch skalierbare Bandbreiten und geringe Latenz zur Verfügung zu stellen.

Wie immer müssen sich die Unternehmen entscheiden, ob sie lieber auf einen Best-of-Breed-Ansatz setzen, etwa bei Application Delivery Controllern, oder den kompletten Stack nur eines Anbieters bevorzugen.

4. Data Center Ethernet

Mit Konvergenz werden Unternehmen und Hersteller die Menge an Schnittstellen los; Bild: Gartner (Archiv: Vogel Business Media)

Die Server Virtualisierung ist auch der Treiber hinter der Diskussion um die Konvergenz von Data-Networking und Storage Networking. Denn die Hardware-Entwicklung und die Virtualisierung haben zu einer Explosion notweniger Interfaces und Kabel im Server-Rack geführt. Die Entwicklung zur Konvergenz findet ihren Ausdruck in neuartigen Top-of-the-Rack-Switches, die verschiedene Standards unterstützen, Ethernet, Fibre Channel over Ethernet und/oder Fibre Channel und iSCSI.

5. Wireless zuerst

Drahtlose Zugänge legen sich wie eine Decke über die gesamte Netzinfrastruktur; Bild: Gartner (Archiv: Vogel Business Media)

Die meisten Anwender würden es bevorzugen, wenn sie lediglich einen drahtlosen Zugang benötigten. Das IEEE hat den Standard 802.11n verabschiedet und arbeitet am Standard 802.11ac. Die damit verfügbare Bandbreite ermöglicht es, ein WLAN von der Stufe des zusätzlichen Komforts auf die Stufe einer Alternativ zu drahtgebundenen Netzen zu heben.

Letztlich gipfeln die Analysen der Gartner-Experten in drei Empfehlungen:

  • 1. Netzwerk-Designer sollen die Planung an End-zu-End-Lösungen für ein großes Spektrum an Infrastruktur-Domains ausrichten: wie Rechenzentren und WAN und die Arbeitsplatzumgebung entweder auf dem Betriebsgelände oder in den Außenstellen. Die herkömmliche technische Ausrichtung auf Sprache, WAN und Daten können nur noch als Hindernis betrachtet werden.
  • 2. Manager müssen sowohl die Organisations- als auch die Collaboration-Struktur ändern. Zumindest sollte es eine für Verantwortlichen geben, die die Disziplin-übergreifende Zusammenarbeit der verschiedenen Teams ermöglicht. Das erlaubt schließlich auch einen kostengünstigen Support.
  • 3. Die Kontrolle im Netz sollte nicht mehr (ausschließlich) an einer zentralen Stelle erfolgen. Besser sei es, überall dort, wo der Zugriff auf das Unternehmensnetz erfolge, Sicherheitsmechanismen bereit zu stellen.

(ID:2048921)