Doppelter Umsatz soll Netzwerk-Innovationen beschleunigen

Extreme Networks kauft Enterasys

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

Binnen zwei Jahren soll Extremes Netzwerkbetriebssystem ExtremeXOS um zusätzliche Funktionen des Enterasys-Netzwerkbetriebssystems erweitert werden.
Binnen zwei Jahren soll Extremes Netzwerkbetriebssystem ExtremeXOS um zusätzliche Funktionen des Enterasys-Netzwerkbetriebssystems erweitert werden. (Bild: Enterasys/Extreme)

Extreme Networks will Enterasys Networks für 180 Millionen US-Dollar übernehmen. Künftig sollen die Betriebssysteme der Anbieter zusammengeführt sowie Forschung und Entwicklung gestärkt werden.

Bis Ende des vierten Quartals will Extreme Networks den bisherigen Wettbewerber Enterasys Networks komplett übernommen haben. Die Aufsichtsräte beider Unternehme haben dem Vorhaben bereits zugestimmt. Der Kaufpreis für alle verfügbaren Enterasys-Aktien soll 180 Millionen US-Dollar betragen. Nach eigenen Angaben hat Extreme Networks bereits eine vorläufige Finanzierungszusage über mindestens 75 Millionen US-Dollar; den Rest will das Unternehmen aus eigenen Mitteln begleichen.

Bis zum Abschluss der Übernahme werden beide Organisationen separat arbeiten. Auch danach sollen strategische Produktentwicklungen beider Unternehmen vorangetrieben werden, um die Investitionen der bestehenden Kunden zu schützen – heißt es.

Nichtsdestotrotz wollen die nahezu gleich großen Netzwerkausrüster künftig Synergien nutzen und Produkte sowie Techniken miteinander kombinieren. Binnen zwei Jahren soll beispielsweise Extremes Netzwerkbetriebssystem ExtremeXOS um zusätzliche Funktionen des Enterasys-Netzwerkbetriebssystems erweitert werden. ExtremeXOS werde künftig die Hardware beider Plattformen unterstützen.

Chuck Berger, President und CEO von Extreme Networks, erläutert: "Die Kombination mit den Enterasys-Technologien und Produkten einschließlich Coreflow, modularen Switches, IdentifFi Wireless sowie der NetSight Systemmanagement-Anwendung wird unser Produktangebot erweitern und vervollständigen. Wir erwarten, dass die gegenwärtigen Kunden von Extreme und Enterasys von einem signifikanten Mehrwert profitieren."

Zudem versprechen sich die Firmen eine gesteigerte Innovationsgeschwindigkeit. Mit etwa 600 Millionen US-Dollar könne die neue Organisation einen etwa doppelt so hohen Umsatz vorweisen wie die ursprünglichen Einzelunternehmen, und somit mehr in Forschung und Entwicklung investieren – argumentiert Extreme Networks.

Extreme Networks wurde 1996 gegründet, hat 758 Mitarbeiter und macht einen jährlichen Umsatz von etwa 300 Millionen US-Dollar. Sich selbst bezeichnet das Unternehmen als "Technologieführer bei high-performance Ethernet-Switching für Cloud, Rechenzentren und Mobilnetze".

Der 1983 als Cabletron Systems gestartete und zuletzt als "a Siemens Enterprise Communications Company" auftretende Übernahmekandidat Enterasys beschäftigt 933 Mitarbeiter und macht einen jährlichen Umsatz von etwa 340 Millionen US-Dollar; die Stärken des Unternehmens liegen in Switching und Routing, WLAN-Lösungen sowie Management und Security.

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