Windows-10-Systemmigration

Einfach und sicher auf Windows 10 migrieren

| Autor / Redakteur: Jürgen Peterlik / Andreas Donner

Windows 10 erleichtert dank „Mobile-First-Strategie“ die Zusammenarbeit.
Windows 10 erleichtert dank „Mobile-First-Strategie“ die Zusammenarbeit. ( © Minerva Studio - Fotolia)

Als Grundstein der neuen „One-Platform-Strategie“ von Microsoft soll Windows 10 geräteklassenübergreifend etabliert werden. Das erste Manöver dieser Strategie hat Microsoft bereits getan: Bis Anfang 2020 wird der Herstellersupport für Windows 7 eingestellt. Bei allem Zugzwang sollten Unternehmen aber nichts überstürzen und eine Systemmigration auf Windows 10 gut vorbereiten.

Microsoft zufolge soll Windows 10 die letzte nummerierte Version des weit verbreiteten Betriebssystems sein – ein „Windows 11“ ist nicht in Planung. Stattdessen werden zukünftige Neuerungen und Security-Fixes im Workplace-Umfeld als kontinuierliche Updates aufgespielt. Dabei haben Unternehmen das letzte Wort zum Wann und Wie: Zwischen den beiden Extremen „nur sicherheitskritische Updates“ und dem vollständigen Update-Umfang, inklusive aller neuen Features, lassen sich eine Reihe verschiedener Szenarien konfigurieren. Auch die Taktung der Updates ist frei festlegbar – ideal für IT-Abteilungen mit festgelegten Downtimes.

Mobil ist Trumpf

Neben „One-Platform“ heißt die Devise aus Redmond „Mobile First“. Windows 10 läuft also nicht nur auf stationären Einheiten wie PCs oder dem Surface Hub, sondern auch auf Mobilgeräten, beispielsweise Windows Phones, Tablets, Notebooks und der angekündigten Augmented-Reality-Brille Hololens. Die Startoberfläche kommt dabei als Mischung des klassischen Startmenüs und der neuen Kachelansicht daher. So ist bestmögliche Bedienbarkeit via Peripherie oder Touchscreen gewährleistet – je nach verwendetem Device.

Dabei beziehen alle Geräte ihre Apps erstmals aus dem gleichen Store – die versionsspezifischen Varianten der Vorgänger sind passé. Vergleichbar mit den beiden Vorreitern iOS App Store und Google Play sind die hier erworbenen „Universal Apps“ über alle Windows-10-fähigen Geräte hinweg verwendbar. Das freut vor allem „Bring Your Own Device“-Unternehmen.

Darüber hinaus können Arbeitgeber individuelle Firmen-Apps in einem separaten Sektor des Stores bereitstellen und ihren Mitarbeitern erlauben, mit verschiedenen Geräten darauf zuzugreifen. Unternehmensdaten und persönliche Daten bleiben dabei dank Kapselung (Containerization) streng getrennt.

Gleichzeitig unterstützt Windows 10 neben der bestehenden Management-Variante via SCCM (System Center Configuration Manager) für Mobilgeräte auch das Cloud-basierte Intune und weitere Enterprise-Mobility-Lösungen. Mit diesen und weiteren Features wie dem Single Sign-On via Azure Active Directory oder biometrischer Zwei-Wege-Authentifizierung als primäre Sicherheitsmaßnahmen ist ein deutlicher Fokus von Microsoft auf die Sicherheitsanforderungen von Unternehmenskunden erkennbar. Mit Windows 10 macht das Softwareunternehmen einen entschiedenen Schritt hin zum digitalisierten Arbeitsplatz der Zukunft.

Die Vier-Phasen-Migration

Durch die zunehmende Vernetzung und die steigende Zahl von Geräten pro User kommt dieser Systemmigration ein Sonderstatus zu. Auf Windows 10 wird für absehbare Zeit die gesamte Microsoft-Infrastruktur basieren. Es ist also im Interesse von Unternehmen – gerade solchen mit heterogenen IT-Strukturen – diesem Migrationsprozess besondere Bedeutung beizumessen. Kritische Faktoren für den Erfolg sind hier vor allem die geplante Geschwindigkeit des Rollouts, die entstehenden Kosten, die Kommunikation zwischen den verantwortlichen Teams und die Verfügbarkeit des Systems nach dem Rollout. Je nach Organisationsform der Teams fallen diese Faktoren unterschiedlich ins Gewicht. Erfahrungsgemäß erzielen zentral organisierte Teams die höchste Effizienz.

Außerdem ist zu beachten, dass Migrationen in der Workplace-Umgebung parallel zum laufenden Betrieb stattfinden. Das können nur wenige Firmen alleine stemmen, vielen fehlen dazu die Ressourcen. Hier bietet es sich an, den Migrationsprozess einem externen IT-Dienstleister zu übertragen, der den Planungsprozess und die Migration der Clients übernimmt und diese anschließend wieder in den regulären Betriebsablauf übergibt. Der Dienstleister Atos teilt zum Beispiel ein solches Migrationsprojekt in die vier Phasen „Discover, Design, Deploy, Deliver“ ein.

Der erste Schritt fragt den Status von Hardware, Applikationen sowie Infrastruktur im Unternehmen ab und prüft, ob diese für die Migration bereit sind und den Anforderungen der geplanten Geschäftsmodelle genügen. Zu deren Ausarbeitung bieten sich praxisnahe „Smart Profiling“ Workshops an. Dort lassen sich die spezifischen Bedürfnisse des Unternehmens erarbeiten. Gemäß diesen Voraussetzungen werden im zweiten Schritt „Design“ Prototypen ausgearbeitet, auf Kompatibilität getestet und die zukünftige Umgebung geplant.

Während der dritten Phase findet ein Rollout in einem dedizierten Pilot-Bereich statt, dessen Resultate überwacht und gegebenenfalls angepasst werden. Parallel wird der unternehmensweite Rollout vorbereitet. Im Zuge dessen werden im letzten Schritt die Arbeitsstationen migriert und an den Kunden übergeben sowie eine vollständige Dokumentation erstellt.

Unkompliziert in die Zukunft

Dieser Zyklus findet branchenübergreifend Anwendung und garantiert, dass der Aufwand bei einer vergleichbaren Zahl von Workstations ähnlich groß und damit gut planbar ist. So ist sichergestellt, dass Zeit-, Ressourcen- und Budgetvorgaben eingehalten werden können. Ebenfalls hilfreich sind fest zugeordnete Ansprechpartner auf Seiten der Unternehmen, die ihre Systemlandschaft migrieren wollen. Wenn solche Mitarbeiter zur Verfügung stehen, erleichtert dies eine reibungslose Abstimmung über die gesamte Projektlaufzeit hinweg.

Bei der Wahl des IT-Dienstleisters wiederum sollten Unternehmen auf dessen Erfahrung bei größeren Migrationsprojekten achten: Ein hohes Branchen- und Größenspektrum der Referenzkunden versprechen professionelles Projektmanagement mit überschaubaren Meilensteinen und eine hohe Service-Qualität.

Jürgen Peterlik
Jürgen Peterlik (Bild: Atos / Fotostudio Reitmeier)

Generell sollten Unternehmen so bald wie möglich einen Umzug planen. Denn mittlerweile ist auf neuen PCs und Notebooks für Privatanwender Windows 10 häufig schon vorinstalliert – Mitarbeiter werden das neue Betriebssystem dementsprechend auch bald am Arbeitsplatz erwarten. Mittelfristig wird an Windows 10 also auch in der Arbeitswelt kein Weg vorbei führen.

Über den Autor

Jürgen Peterlik ist Service Matter Expert Windows Client Migration bei Atos Deutschland.

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