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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 84

Drahtlose Netzwerke Elektrosmog-optimiert planen

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Weitere Verbesserungsmöglichkeiten durch neue WLAN-Konzepte

Mit den heute verbreiteten WLANs kann man bereits sehr belastungsarme Installationen vornehmen, wenn man sich an bestimmte Vorgaben hält, wie sie z.B. in der ComConsult Metastudie von 2002 gemacht wurden. Die sicher wesentlichste Vorgabe ist, im Rahmen einer Installation nur die geringstmögliche Sendeleistung zu verwenden. Es gibt hier bei den WLAN-Produkten sowohl bei Access Points als auch bei Client-Transceiver-Adaptern Unterschiede dahingehend, wie man das einstellen kann. So bieten manche Produkte nur grobe Stufen (stark - mittel - gering) für die Einstellung der Sendeleistung, andere erlauben die detaillierte Einstellung in mW. Nur die letzte Alternative kann befriedigen.

Denkt man das zu Ende, muss man eine Möglichkeit schaffen, mit der alle Clients systematisch auf die korrekten Werte eingestellt werden oder die Anwender anweisen, das selbst zu tun. Aus Erfahrung wissen wir, dass beide Alternativen als mehr oder minder ungünstig eingestuft werden können. Sobald Anwender etwas machen müssen, geht es in hohem statistischen Maß daneben, wird gar nicht gemacht oder produziert weitere Fehler.

Aber, Hilfe naht im Zusammenhang mit den neuen Standards, vor allem mit IEEE 802.11h oder IEEE 802.11a erweitert um DFS und TPC.

DFS spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle, aber die Transmit Power Control TPC, ein Funktionsbereich der klassischen Funktechnologie, hilft uns insofern, als im Rahmen einer Verbindung die Sendeleistung automatisch auf ein hinsichtlich der gewünschten Qualität der Datenübertragung vertretbares Minimum heruntergeregelt wird.

Dadurch spielt es auch für unsere Belange keine Rolle, dass für bestimmte Frequenzbereiche für IEEE 802.11 a/h WLANs höhere Leistungen (bis zu 1 W) erlaubt sind als für IEEE 802.11b-Systeme.

Man kann also durch ein entsprechendes Design dafür sorgen, dass ein AP oder ein Client-Adapter gar nicht das Bedürftnis hat, mit einer hohen Leistung zu senden.

Insgesamt kann man davon ausgehen, dass das OFDM-Verfahren die Möglichkeit bietet, mit im Vergleich zu herkömmlichen Modulationsverfahren noch geringeren Sendeleistungen auszukommen. Wenn z.B. wie heute schon OFDM-Transceiver verglichen mit 802.11b-Transceivern die doppelte Distanz zurücklegen können, entspricht das in etwa einem Gewinn von 6 dB. Dies ist in etwa der Dämpfungsfaktor einer gewöhnlichen Wand, wie sie zwischen Büros verwendet wird. Anders ausgedrückt bedeuten 6 dB die Herabsetzung der notwendigen Leistungsflussdichte um ein Viertel. Ein OFDM-Transceiver würde also z.B. mit ca. 15 mW Leistungsflussdichte die gleiche Distanz überbrücken wie ein 802.11b-Trannsceiver mit 60 mW. Unabhängig von den absoluten Werten würde damit auch die SAR in etwa geviertelt.

Eine Herabsetzung der RF-EMF-Belastung bei gleichzeitiger wesentlicher Steigerung der Datenrate ist ausgesprochen zu begrüßen.

IEEE 802.11n schließlich steigert die Datenrate durch Verbesserung der Ausnutzung der inneren Codierfähigkeit des OFDM-Systems. Alle diese Verbesserungen liegen bei einem Sender vor der eigentlichen Hochfrequenzstufe. Nach außen hin verhält sich das 802.11n-System per Definitionem genauso wie ein IEEE 802.11a/h-System. 802.11n hat allerdings noch keine TPC eingeführt, es wird aber mit Sicherheit eine entsprechende Variante geben, wenn die Zeit dazu reif ist und der Markt es verlangt. 802.11n + TPC ist also aus der Perspektive der RF-EMF-Belastung genau so günstig zu bewerten wie IEEE 802.11h.