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Grenzwertanpassung
Das im letzten Beitrag hergeleitete Referenzlevel-Äquivalent für den von ICNIRP vorgeschlagenen Grenzwert von 0,08 W/kg SAR für die Ganzkörper-Dauerbelastung entspricht ca. 0,4 W/qm, also 400.000 µW/qm.
Dies liegt ausgesprochen deutlich über den gemessenen Werten!!
Anders ausgedrückt, um den Grenzwert zu überschreiten müsste man mehr als zehn WLANAccess Points direkt am Kopf anbringen und dafür sorgen, dass sie mittels geeigneter Antennen gemeinsam ihre gesamte Maximal-Leistung auf einen einzelnen Punkt konzentrieren. Sie finden diesen Vergleich absurd? Mit einem Handy, dessen Grenzwerte sich an den aktuellen EU-Richtlinien orientieren, versammeln sie sogar die Maximal-Leistung von 15 bis 20 WLAN Access-Points direkt am Ohr.
Formulieren wir es konstruktiv. Der kritischste Punkt im ganzen WLAN-Szenario hinsichtlich der RF-EMF-Belastung ist die Situation, wo ein Mensch an einem Notebook sitzt und in diesem Notebook ein WLAN-Adapter arbeitet. Das ist üblicherweise der geringste Abstand zwischen RF-EMF-Quelle und Mensch. Bei einigermaßen aufrechter Sitzposition und normaler Größe ist der Abstand zwischen Kopf und Quelle ca. 50 cm. Bei einer Sendeleistung von 10 mW ergibt sich eine Leistungsflussdichte von ca. 250 µW/qm, das bedeutet nach Extrapolation eine Belastung von ca. SAR = 50 µW/kg. Dies liegt mehr als Faktor 1.000 unter dem ICNIRP-Referenzlevel für Dauerbelastung.
Wie schon mehrfach zum Ausdruck gekommen, ist nicht eine irgendwie für einen Funkdienst definierte Sendeleistung entscheidend, sondern die Wirkung der durch diese entstehenden RF-EMF auf den Körper – bezogen auf ein spezifisches Anwendungsszenario ausgedrückt im dosimetrischen SAR-Wert.
Heute oft schon Standard in Notebooks sind Transceiver, die gleich mehrere Funkstandards unterstützen, z.B. GSM-GPRS, UMTS und IEEE 802.11a/b/g/n WLAN. Diese Module sind ausgesprochen nützlich und erlauben es, an jedem Punkt sozusagen automatisch die Funkdienste zu nutzen, die an diesem Punkt verfügbar sind und bei mehreren verfügbaren Diensten den günstigsten zu selektieren.
Um mit GSM und UMTS-Netzen arbeiten zu können, müssen die Transceiver die gleiche Sendeleistung aufweisen wie Handys. Im Gegensatz zu Handys haben die Hersteller bislang leider keine SAR-Werte für diese Transceiver veröffentlicht. Allerdings tragen die von den wesentlichen Distributoren vertriebenen Transceiver das CE-Zeichen, sonst hätten sie auch keine Zulassung bekommen.
weiter mit: Belastungsabschätzung bei 3G-Kommunikation mit dem Notebook
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