Alle Jahre wieder: April, April...

Die witzigsten und ausgefallensten Tech-Aprilscherze 2019

| Autor / Redakteur: Sebastian Gerstl / Andreas Donner

Lasst (uns mit) Blumen sprechen: Laut Google Nederlans war Google Home zum 1. April 2019 in der Lage, die Sprache der Blumen zu verstehen und eine Übersetzung vom "Tulpischen" in mehrer verständliche Menschensprachen zu ermöglichen.
Lasst (uns mit) Blumen sprechen: Laut Google Nederlans war Google Home zum 1. April 2019 in der Lage, die Sprache der Blumen zu verstehen und eine Übersetzung vom "Tulpischen" in mehrer verständliche Menschensprachen zu ermöglichen. (Bild: Google Nederlans / YouTube)

Schlangenspiele auf Google Maps, Drohnen und smarte Fernbedienungen für Haustiere, und ein Apfel, der auch ein Stück vom Himbeerkuchen möchte: Wir haben die unterhaltsamsten Aprilscherze des Jahres zusammengetragen.

Aufmerksamen Lesern ist es bestimmt schnell aufgefallen: der am 1. April 2019 verkündete Durchbruch bei Quantenrechnern war nur ein Aprilscherz: Weder existieren derzeit keramische Hochtemperatur-Supraleiter, noch gibt es mit QPython einen für Quantencomputing optimierten Ableger der beliebten Programmiersprache. Und auch die von den Kollegen der IT-BUSINESS gefeierte Auferstehung der CeBIT im Rahmen der Hannover Messe war natürlich frei erfunden – aber sehr lesenswert! Auch bei den E-Auto-Ladestationen mit integrierter Orangen-Saftpresse handelte es sich nur um einen Jux – leider, wie mancher durstige Besitzer eines E-Fahrzeugs wahrscheinlich anerkennen muss.

Nicht jeder Konzern ist ein Fan von Aprilscherzen; tatsächlich kann ein schlecht durchdachter Aprilscherz schon einmal nach hinten losgehen, wie Tesla-CEO Elon Musk vergangenes Jahr schon feststellen durfte. In einem internen Memo untersagte deswegen beispielsweise Microsoft seinen Mitarbeitern dieses Jahr, im Namen der Firma Aprilscherze zu verbreiten.

Für andere Unternehmen wie Google oder Amazon gehört dagegen der Aprilscherz bereits zu einer festen Tradition. Und auch zahlreiche andere Unternehmen haben sich auch 2019 wieder einige interessante Aprilscherzideen mit Technik-Bezug einfallen lassen.

Google lässt (mit) Blumen sprechen und säubert ihr Smartphone auch von außen

Google Maps lässt sich jedes Jahr zum 1. April immer eine kleine Spielerei einfallen. So konnte man in der Vergangenheit auf dem Kartendienst Pokémon fangen oder in den Straßen seiner Heimatstadt Pac-Man spielen. In diesem Jahr ist ein mobiler Klassiker dran: Das vor allem von Nokia-Handys bekannte Spiel Snake hat zum 1. April 2019 in der Android-App von Google Maps eine Neuauflage erlebt.

Wer die App öffnet und im linken oberen Eck das Einstellungs-Menü aufrief, fand dort eine neue Option namens „Snake spielen“. Dort steuerte man einen kleinen Zug, der Passagiere einsammeln sollte und - wie beim Arcade-Klassiker - mit jedem eingesammelten Punkt länger wird. Das Ziel: So viele Passagiere wie möglich - und damit so lang wie möglich - zu werden, ohne in die eigene gewachsene Schlange oder die Bildschirmbegrenzungen zu fahren.

Auch der Dienst Google Home war für einen netten Scherz zu haben: Es ist schwierig, die Bedürfnisse von Blumen zu verstehen. Wann brauchen sie Wasser, und wie viel, haben sie es gerade lieber schattiger oder sonniger. Darum präsentierte Google Nederland einen neuen Übersetzungsdienst für Google Home: Google Tulip sei in der Lage, von „Tulpisch“ die Sprache der Tulpen in zahlreiche andere, menschenverständliche Sprachen zu übertragen.

Ein weiterer Aprilscherz aus dem Alphabet-Konzern kam seitens der App Google Files. Die Anwendung soll dazu dienen, das Handy zu „säubern“, indem doppelte Dateien automatisch aussortiert werden und Dokumente übersichtlich sortiert werden. Aber wäre es nicht auch praktisch, den Bildschirm auch von außen sauber zu halten?

Das soll nun die neue Google Files Funktion „Screen Cleaner“ übernehmen. Mit einer sogenannten „Smudge recognition API“ sei die App nun in der Lage, äußerliche Verschmutzungen auf dem Smartphone-Display wahrzunehmen und per Knopfdruck zu bereinigen.

Tierische Aprilscherze von Amazon, Roku und Fressnapf

Tierisch geht es bei Roku zu: Damit sich Haustiere wie Hunde und Katzen nicht langweilen, wenn sie alleine zu Hause sind, führt der Hersteller von Set-Top-Boxen und Smart TVs nun eine spezielle Fernbedienung unter dem Motto „Press Paws“ ein. Diese ist speziell auf die Bedürfnisse von Hunde- und Katzenpfoten angepasst. Für Hunde gibt es eine sogenannte BAT, oder „Bell-Assistenz-Technologie“. Äquivalent zu menschlichen Sprachassistenten erlaubt dieser spezielle Funktionalitäten wie „bark-to-play“ (Bellen zum Apspielen), „bark-to-volume“ (Bellen zur Lautstärkeregelung) oder das allseits beliebte „bark-to-mute“ (Bellen zum Stummschalten). Zudem gibt es auf der Fernbedienung direkte Anwahltasten für die Streaming-Kanäle „Animal Kingdom“ oder „Pet Collective“.

Auch die auf Tierfutter und -bedarf spezialisierte Fachhandelskette Fressnapf hatte zum 1. April ein technisiertes Angebot für Hundehalter: Eine Gassi-Drohne, die automatisiert Ihren Vierbeiner spazieren führt. Auf eine eher marginalisierte Haustierart konzentrierte sich dagegen der australische Ableger von Amazon's Hörbuch-Service Audible: Mit „Audible for fish“ wurde ein spezielles Audiobook-Angebot für Fische beworben. Da diese bekanntermaßen nur ein äußerst kurzes Gedächtnis haben, ist keines dieser Hörbücher länger als drei Sekunden.

Aprilscherz-Gadgets: Superhelden-Pager, Kirby-Staubsauger und der „supercoole“ Gamer-Anzug

Überaus Retro und zugleich topaktuell präsentiert sich die auch Technik-Gadgets spezialisierte Webseite Thinkgeek.com regelmäßig zum 1. April. Dieses Mal steht die Superheldin „Captain Marvel“ im Zentrum der Aufmerksamkeit. Erinnern Sie sich noch an Pager? In einem Zeitalter for Messenger-Apps, Tweets oder sogar SMS hatten wichtige Leute diese kleinen Informationsgeräte, auf die man kurze Nachrichten übermitteln konnte. Ein solches Gerät spielt auch im „Captain Marvel“ Film eine zentrale Rolle, der überwiegend in den 90er-Jahren angesiedelt ist. Für nur 1 Cent (plus einem verpflichtenden Service-Vertrag über zwei Jahre für 9,99 $ / Monat) kann man den Captain Marvel Superhelden Pager erwerben. Garantiert ohne Emojis, ohne nennenswerte Reichweite, und mit Unterstützung aller Geräte von Stark Industries.

Auch mit Videospielen befassen sich die Thinkeek-Gadgets gerne zum ersten April. Als einen besonders saugstarken Staubsauger-Roboter auf Basis brandneuer, am MIT entwickelter Vakuum-Technologie präsentiert Thinkgeek den Knowledge Interface Robot Buddy Yielder, kurz „Kirby“. Der Roboter ist nicht nur gemäß der Videospiel-Vorlage besonders saugstark, sondern verfügt auch über 41 spezielle Emotes und 3 Posen. Smart Mapping soll verhindern, dass sich Kirby vorzeitig in sein einheimisches „Dreamland“ zurückzieht. Ebenfalls bei Thinkgeek enthalten: Ein Basketballkorb, der nach drei erfolgreichen Dunks spontan Feuer fängt - der 90er-Jahre-Arcadeklassiker „NBA Jam“ lässt grüßen.

Wenn es heiß wird im Spiel, braucht nicht nur ein High-End-Gaming-PC dringend Abkühlung – ambitionierte Gamer müssen auch cool bleiben. Der PC-Equipment-Anbieter Alternate kündigte daher zum 1. April das ultimative Accessoire für Gamer an: den Gamersuit SGS1 SUPERCOOL. Damit behalten Pro-Gamer nicht nur einen kühlen Kopf, sondern auch eine schonende Haltung für die Wirbelsäule.

Samsung Extender bringt „mobile Power“ auf PCs

Samsung jüngste Generation an Smartphone-Prozessoren, der Exynos Series 9 9820, ist einer der leistungsstärksten Mobilgeräte-CPUs die derzeit auf dem Markt verfügbar sind. Würde es da nicht Sinn machen, diese geballte Leistung nicht auch auf PCs zu bringen?

So argumentierte jedenfalls Samsung zum 1. April und stellte zu diesem Tag den Samsung Extender vor: Ein Adapter, der es erlaubt, die Exynos-Prozessoren nun auch auf den geläufigsten PC-Mainboards einzusetzen. Damit auch Desktoprechner von den mobilen Vorzügen eines in den SoC integrierten LTE-Modems und der Grafikleistung eines Samsung-Galaxy-Smartphones profitieren können.

Die Rückkehr der Telefonzelle, Sprudeltechnologie aus dem All und Gottesdienste via Hologramm

Der amerikanische Ableger des Mobilfunkanbieters T-Mobile beteiligt sich auch jedes Jahr am Aprilscherzreigen. Und auch hier macht sich ein gewisser Retro-Trend bemerkbar: Mit der Phone Booth E kündigt T-Mobile USA CEO John Legere die Rückkehr der Telefonzelle an. Haben Sie es nicht satt, wen Ihnen unterwegs der Akku ausgeht, Sie mit Ihrem Smartphone plötzlich im Regen stehen, oder Sie vor lauter Umgebungslärm Ihren Gesprächspartner nicht mehr verstehen können? Dann schafft die T-Mobile Phone BoothE den idealen abgesicherten Rückzugsort, der alle Vorteile bietet, den Sie mit Ihrem Smartphone sonst nicht haben – außer Mobilität natürlich, aber dafür mit einem ansprechenden „Magenta Mood Lighting“.

Wahrhaft abgehoben präsentiert dagegen SodaStream seine neueste Innovation: Der Anbieter von Trinkwassersprudlern adressiert hat sich mit dem NASA-Astronauten John Kelly zusammengetan, um die Luftaufbereitungstechnologie der Raumstation ISS mit der CO2-Anreicherung von Leitungswasser zu kombinieren: Der SodaStreamME wandelt CO2, das beim Ausatmen entsteht, direkt in die notwendige Kohlensäure um, mit der Sie anschließend umgehend Sprudelwasser produzieren können.

Das Erzbistum Bamberg verkündete zum 1. April dagegen, dass man ab dem Ostergottesdienst auch in der Kirche neue Wege gehe: Um auf den derzeitigen Priestermangel als auch auf die Digitalisierung angemessen zu reagieren, werde es ab sofort für Priester die Möglichkeit geben, sich beim Gottesdienst durch Hologramm-Versionen von sich selbst vertreten zu lassen. Konkret bedeute dies, dass ein Priester bei der Messfeier mit mehreren Kameras gefilmt und das Material anschließend zu einem dreidimensionalen Bild umgewandelt werde - eine Technologie, die dem Verfahren ähnelt, mit dem vor einigen Jahren der Rapper Tupac Shakur als Hologramm „wiedererweckt“ wurde. Dieses könne man dann in beliebig viele andere Kirchen übertragen lassen. „Wir feiern dann nicht nur die Auferstehung des Herrn, sondern auch die Auferstehung der Kirche in die Digitale Welt“, zitiert die Pressemitteilung eine Sprecherin des Bistums.

Mediale Aprilscherze zum Thema Brexit

Normalerweise verweisen wir nicht auf die Aprilscherze anderer Technikportale, aber diesen hier fanden wir doch gelungen: Laut Golem.de machten sich Entwickler bei Apple Gedanken darüber, ob ein drohender Brexit nicht auch die Versorgungslage mit dem beliebten Einplatinenrechner Raspberry Pi versorgen könnte, der ja schließlich aus Großbritannien stammt. Der „Apple Pi“ soll hier in die Bresche springen. Doch die notorische Neigung Apples, Entwickler in seine hauseigenen Entwicklungsumgebungen zu zwingen, könnte das Projekt Apple Pi gefährden.

Der Brexit an sich hat zwar nur indirekt mit Technik zu tun, aber es ist ein Thema, über das viele nur noch Lachen oder Weinen können. Laut der britischen Tageszeitung „Daily Telegraph“ macht sich die britische Regierung Sorgen darüber, dass Falschmeldungen zum 1. April die Bevölkerung zu dem Brexit-Thema noch weiter verunsichern und eine Käufer- und Hamster-Panik auslösen könnte. So solle es etwa zu Berichten gekommen sein, nach denen den Briten in einem No-Deal-Szenario das Toilettenpapier ausgehen könnte, sie daran gehindert werden, ihre Haustiere in den Urlaub zu schicken oder in den Geschäften Trinkwasser in Flaschen zu kaufen.

Deshalb habe das Parlament zum 1. April 2019 ein altes Gesetz aus dem Jahr 1653 ausgegraben und reaktiviert. Der noch zu Zeiten Oliver Cromwell entworfene Beschluss stellt das Verbreiten falscher Nachrichten unter Strafe, demgemäß „die Rippen des Übeltäters“ gespalten werden sollen. „Das Cabinett Office warnte gestern Abend in einer Erklärung, dass die Verbreitung von Aprilscherzen als ernsthafte Bedrohung für die Versuche der Regierung angesehen werden, die Ruhe inmitten der Brexit-Krise aufrechtzuerhalten,“ hieß es am 1. April auf der Webseite des Daily Telegraph.

Dieser Beitrag stammt von unserem Schwesterportal Elektronikpraxis.

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