Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 78

Die Weiterentwicklung zellularer Dienste – 4G Mobile und MBS

22.04.2010 | Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Andreas Donner

4G-Mobilfunkdienste werden die Datenanbindung mobiler Geräte revolutionieren
4G-Mobilfunkdienste werden die Datenanbindung mobiler Geräte revolutionieren

UMTS wird die Betreiber der Netze und Lösungen aktuell gut beschäftigen, ist aber noch längst nicht das Ende der Fahnenstange. UMTS ist noch vollständig an den zellularen Diensten der ersten Generationen orientiert, d.h. für Sprachübertragung optimiert, die Datenübertragung ist eine Zugabe. VoIP zeigt jedoch, dass genau die umgekehrte Philosophie erfolgreich ist: die Sprachübertragung als IP-Datenstrom in einem dafür optimierten Datennetz. 4G realisiert dies als zellulares Netz.

Die Einführung von zellularen Diensten der 4. Generation (4G) steht unmittelbar bevor. Solche Dienste, die 100 Mbit/s. oder mehr übertragen können, könnten noch in diesem Jahr großflächig eingeführt werden.

Ein Grund, die 4G Entwicklung so stark voranzutreiben, ist der eher enttäuschende Verlauf der Etablierung von 3G. Anstatt hier einen einzigen weltumspannenden Standard zu schaffen, gibt es alleine in den USA drei verschiedene inkompatible Systeme. Sprache wird immer noch hauptsächlich über die alten, schaltkreisorientierten Infrastrukturen der zweiten Mobilfunkgeneration (2G) übertragen und nicht wie versprochen, über IP-Infrastruktuen, die ihrerseits auch einfache, leistungsfähige IP-Dienste anbieten würden.

Das so oft versprochene Video Streaming ist eigentlich nur eine Diashow mit schlechter Auflösung, von einem wirklichen Bewegtbild ist man weit entfernt. Dies liegt nach Ansicht vieler vor allem an der relativen Unreife der dritten Mobilfunkgeneration. Es ist tatsächlich so, dass wir ja schon sein vielen Jahren eine ganz hervorragende Übertragungsqualität bei Broadcast-Systemen haben, auch wenn die Progamme drahtlos empfangen werden. Selbst das billigste Autoradio hat in dieser Hinsicht eine wesentlich bessere Qualität zu bieten als die Musikübertragung auf das Handy – es sei denn, man wählt den umständlichen Umweg über MP3, wo zuerst eine komprimierte Datei übertragen, diese dann entpackt und auf dem Handy abgespielt wird.

Dies ist aber weder live noch streaming. Viele kleine Taschenfernseher liefern für einige wenige Programme wesentlich bessere Bilder als dies heute bei UMTS-Handys zu sehen ist. Automobilhersteller arbeiten erfolgreich an Systemen, die unabhängig von der digitalen Welt Fernsehen im Auto mit vernünftiger Qualität liefern.

Heilsbringer 4G

Wenn man der Industrie glaubt, wird 4G nun alle diese Probleme lösen und noch mehr können. Verschiedene Gesellschaften sprechen schon von „Holophonen“, also Mobilfunkgeräten mit dreidimensionaler Darstellung des Bildes, ferngesteuerten Autos (Maßstab 1:1) und virtueller Realität.

Denkt man einmal an das Schicksal solcher Vorhersagen in der Vergangenheit, gibt es gute Gründe anzunehmen, dass diese noch exotischeren Prognosen insgesamt eintreten werden, aber es gibt auch gute Gründe anzunehmen, dass 4G mit harmloseren Anwendungen Realität wird.

Wie immer gibt es bereits ein passendes Industrieforum, das sog. Fourth Generation Mobile Forum. Im Gegensatz zu früheren Entwicklungen, wird die 4G-Technik aber nicht alleine das Kind der Mobilfunkbetreiber sein. Während die am meisten fortgeschrittenen Pläne aus Japan und Europa kommen, planen Carrier in den USA, die bereits mit drahtlosen Festverbindungen arbeiten, den Schritt in Richtung Mobilität. Verschiedene Neuentwicklungen bei den drahtlosen LANs zeigen auch schon in Richtung der Leistungseckdaten von 4G.

weiter mit: Mobile Broadband System MBS

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