Die Übertragungstechnologie SDH/SONET als Basis moderner TK-Netzwerke

Die klassische Zeitmultiplextechnik sorgt in leistungsfähigen Netzen für den Datentransport

26.03.2008 | Autor / Redakteur: Gerhard Kafka / Andreas Donner

SDH transportiert die Daten in definierten Containern über die Glasfaser
SDH transportiert die Daten in definierten Containern über die Glasfaser

Mit der wachsenden Teilnehmerzahl und dem damit rasant steigenden Telefonverkehr mussten Netzbetreiber sehr früh Methoden und Technologien für eine gebündelte Übertragung von Sprachinformationen einsetzen. Weil aber seit dem Jahr 2000 das zu übertragende Datenvolumen das bis dato dominierende Sprachdatenvolumen weit übersteigt, wurden leistungsfähige Transportsysteme für die gemeinsame Übertragung von Sprache und Daten nötig.

Bereits in den 60er Jahren entstand für den Transport von Sprachdaten nach dem Frequenzmultiplexverfahren die heute immer noch für die Sprachkommunikation eingesetzte PCM-Technik (Puls Code Modulation). Diese Technik war auch Basis für die PDH-Multiplexhierarchie (Plesiochronous Digital Hierarchy).

Mit den Überlegungen zu einem Nachfolgesystem für PDH wurden einige Forderungen laut, die entscheidende Vorteile gegenüber PDH bringen sollten. Eine der wichtigsten Forderungen war eine skalierbare und hoh Übertragungsrate. Denn die europäische Variante der PDH-Hierarchie reichte nur bis 565 Mbit/s, wobei jedoch praktisch nur die 140 Mbit/s-Stufe zum Einsatz kam. Gefordert wurden jetzt Datenraten von 10 Gbit/s und höher.

Ebenso wichtig war eine vereinfachte Add-/Drop-Funktionalität. Ein direkter Zugriff auf Kanäle mit niedrigen Bitraten von 2 Mbit/s in jeder Hierarchiestufe sollte das bisher komplexe Demultiplexen und anschließende Multiplexen wesentlich vereinfachen. Weitere wichtige Forderungen verlangten nach:

  • Hoher Verfügbarkeit und Kapazitätsauslastung – Mit Hilfe eines geeigneten Managementsystems sollten Kundenanforderungen schnell umgesetzt werden können. So sollte z.B. die Bereitstellung von Mietleitungen innerhalb von wenigen Minuten realisiert werden können.
  • Sicherheit – Automatische Sicherungs- und Reparaturmechanismen sollten bei Leitungs- oder Komponentenausfall eine schnelle Ersatzschaltung (innerhalb von 50 ms) ermöglichen.
  • Zukunftssichere Plattform für neue Dienste – Neue Dienste insbesondere im Bereich der Daten- und Videokommunikation sollen traditionelle Dienste wie POTS/ISDN, LAN, WAN und Mobilkommunikation einfach ergänzen
  • Interconnection – Eine neue Technologie soll die Zusammenschaltung der Netze von verschiedenen Betreibern weltweit vereinfachen.

Mit der Entwicklung einer neuen Generation von optischen Übertragungssystemen wurde deshalb in den USA 1985 unter dem Namen SONET (Synchronous Optical Network) begonnen. Die Basisbitrate wurde von ANSI damals mit 51 Mbit/s gewählt und STS-1 genannt (Synchronous Transport System Step 1). Das Standardisierungsgremium ITU-T hat das Konzept übernommen und mit SDH (Synchronous Digital Hierarchy) neu benannt. Zum Unterschied gegenüber dem nordamerikanischen SONET wurde hierfür als Basis jedoch die 155 Mbit/s-Stufe mit der Bezeichnung STM-1 (Synchronous Transport Module, Step 1) gewählt.

Die wichtigsten ITU-T Empfehlungen für SDH lauten: G.707/Y.1322, G.780, G.783, G.784 und G.803.

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