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Das Prinzip von SDH/SONET
SDH ist eine Zeitschlitz-basierte optische Multiplextechnik im Bereich der Telekommunikations-Transportnetze, mit der neben den neuen hierarchischen Bitraten auch die bekannten Datenströme der älteren PDH-Übertragungstechnik innerhalb eines Datenstroms mit hoher Bitrate übertragen werden können. Praktisch gesehen sind dies Signale wie T1/T3 und E1/E3, aber auch ATM und Ethernet sowie IP, die mit SDH konzentriert übertragen werden. Das gesamte Netz wird hierbei synchron mit einem zentralen Takt betrieben.
Die Unterschiede zwischen SONET und SDH sind jedoch so gering, so dass beide Technologien zumeist gemeinsam genannt werden. Problematisch ist im Wesentlichen nur die unterschiedliche Terminologie, auf die hier nicht näher eingegangen wird. Darüber hinaus sind beide Konzepte interoperabel und können problemlos zusammengeschaltet werden. Die wichtigsten Hierarchiestufen für SDH und SONET zeigt Tabelle 1.
SDH-Netze werden wie das Bild 1 zeigt in verschiedene Schichten unterteilt. Diese Schichten haben einen direkten Bezug zur Netzwerktopologie. Die unterste Schicht beschreibt die physikalischen Übertragungsmedien, also zumeist die Glasfaser aber auch Richtfunk- oder Satellitenstrecken.
Die Abschnitte zwischen den Regeneratoren werden als Regenerator Section bezeichnet. Für die Signalisierung innerhalb dieser Schicht dient der RSOH (Regenerator Section Overhead, Bild 3). Der restliche Overhead MSOH (Multiplex Section Overhead) umfasst die Steuerung der SDH-Verbindungen zwischen den Multiplexern, an deren Enden für den Transport der Nutzdaten VCs (Virtual Container) bereitgestellt werden. Dafür sind die beiden VC-Schichten vorgesehen, die einen Teil des Mapping-Prozesses repräsentieren. Unter Mapping versteht man die Anpassung von Tributary Signals (z.B. PDH und ATM) an die SDH-Transportmodule. Das VC-4-Mapping sorgt für die Einbindung von 140 Mbit/s- oder ATM-Signalen, während VC-12 das Mapping von 2 Mbit/s-Signalen beinhaltet.
Die besondere Leistungsfähigkeit von SDH liegt in der verwendeten Pointertechnik. Ein Pointer dient dazu, um einen einzelnen VC im Payloadbereich des STM-Rahmens (Rahmenformat siehe Bild 3) zu lokalisieren. Mit ihm kann auf direktem Weg aus einem STM-1-Rahmen auf die darin transportierten Container VC-n verwiesen werden.
Bild 2 zeigt die Multiplexstruktur zur Einbindung bereits existierender Datenrahmenformate für die beiden Transporttechnologien SDH und SONET mit Hilfe von VCs. Mit STM-0 werden die plesiochronen Bitraten von 34 und 45 Mbit/s direkt übertragen. Die nächste Multiplexstufe beträgt 155 Mbit/s (STM-1) und arbeitet mit drei STM-0 Signalen. Darin werden jeweils drei einzelne STM-0 bzw. STS-1 Rahmen transportiert. Das ist aber nicht immer effizient, weshalb man diese drei einzelnen Felder zu einem dreimal so großen zusammenfasst. Dieses Verfahren wird als „concatenated“ (verkettet) oder „virtual concatenated“ (virtuell verkettet) bezeichnet. Damit besteht die Möglichkeit, über ein SDH-Netz Bitraten in Stufen von n x 2 Mbit/s sowie Datensignale mit weit höheren Bitraten (z.B. Gigabit Ethernet) effizient zu multiplexen und zu übertragen.
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