Suchen

Mit Freetz werden alte Router zu Powermaschinen AVM Fritz!Box und Telekom Speedport-Router erweitern

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Wer noch eine alte Fritz!Box oder einen Telekom Speedport-Router übrig hat oder mehr aus seinem aktuellen Router herausholen will, kann mit Freetz professionelle Komponenten wie einen Apache Webserver auf der Fritz!Box betreiben. Das erspart einen separaten Server und wertet die Fritz!Box auf. Auch für Telekom-Router gibt es Erweiterungen.

Mit FritzLoad und anderen Anwendungen lässt sich der Funktionsumfang von Fritz!Boxen deutlich steigern, auch für das professionelle Umfeld.
Mit FritzLoad und anderen Anwendungen lässt sich der Funktionsumfang von Fritz!Boxen deutlich steigern, auch für das professionelle Umfeld.
(Bild: Kirill_M - Fotolia.com)

OpenSource-Firmwares gibt es für die meisten Router. Allerdings ist AVM mit seinen Fritz!Boxen deutlich restriktiver und erlaubt das Ersetzen der internen Firmware nicht. Es besteht allerdings die Möglichkeit mit dem Tool Freetz die Firmware aus dem Gerät auszulesen und mit neuen Funktionen zu erweitern. Diese aufgebohrte Firmware spielen Administratoren dann auf die Fritz!Box zurück und erhalten damit einen mächtigen DNS-, FTP-, OpenVPN- oder Webserver. Es gibt aber auch noch zahlreiche weitere Packete und Funktionen.

Fritz!Box als Dwonload-Server nutzen

Neben Freetz gibt es im Internet aber auch einige OpenSource-Erweiterungen mit denen sich AVM Fritz!Boxen erweitern lassen. Laden Administratoren die Erweiterung Fritz!Load können sie über die Weboberfläche der Fritz!Box auf den lokalen Speicher der Fritz!Box Dateien aus dem Internet herunterladen. Das ist besonders praktisch wenn größere Downloads durchgeführt werden sollen, Administratoren aber nicht den eigenen Server belasten wollen. Auf diese Weise lässt sich die Fritz!Box und deren NAS-System zu einem Download-Server umfunktionieren.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Nach der Aktualisierung ist im linken Bereich des Fritz!Box-Menüs das neue Menü Fritz!Load zu finden (siehe Abbildung 1). Um einen Download zu starten, klicken Anwender in Fritz!Load auf Download\Neu. Die Adressen der Dateien müssen im Feld eingetragen werden. Die Fritz!Box arbeitet die Downloads nacheinander ab, ohne dass ein PC eingeschaltet sein muss.

Vorbereitungen um Freetz in AVM-Firmware zu integrieren

Wer noch weiter gehen und ganze Teile der Firmware ergänzen will, sollte sich mit Freetz auseinandersetzen. Die Software ist unter der Free Software Foundation Europe lizenziert. Bevor eine Änderung der Firmware erfolgt, sollte bedacht werden, dass Freetz sehr deutlich in die Firmware der Fritz!Box eingreift. Bei Problemen ist mit Hilfe von AVM nicht zu rechnen. Das heißt, Administratoren sollten nur Fritz!Boxen anpassen die entweder ansonsten nicht mehr benötigt werden und zukünftig als Webserver oder DNS-Server dienen sollen, oder sich im Vorfeld gut mit Linux und Freetz auseinandersetzen.

Jeder Administrator kann sein eigenes Freetz-Image erstellen und die Funktionen integrieren die er gerne möchte. Dazu stellen die Entwickler einen virtuellen Computer auf Basis von VirtualBox zur Verfügung. Dieser ist mit Linux installiert und stellt die Freetz-Entwicklungsumgebung zur Verfügung.

Wenn etwas schiefgeht, lassen sich Fritz!Boxen mit speziellen Recovery-Tools wiederherstellen. Diese können über die FTP-Seite von AVM heruntergeladen werden. Bei der Wiederherstellung einer Fritz!Box hilft der Rettungsassistent. Dazu muss ein Rechner über ein Netzwerkkabel nur mit der Fritz!Box verbunden werden (siehe Abbildung 2).

Freetz-Entwicklungsumgebung starten

Der einfachste Weg mit Freetz zu arbeiten ist die Linux-Entwicklungsumgebung von Freetz. Diese OpenSource-Lösung lässt sich als OVA-Datei herunterladen. Nach dem Download wird die OVA-Datei in VirtualBox importiert und dann gestartet. Der Import erfolgt in VirtualBox über Datei\Appliance importieren. Danach steht die Lösung als virtueller Computer in VirtualBox zur Verfügung (siehe Abbildung 3). Die Anmeldung am Linux-System erfolgt mit dem Benutzernamen freetz und dem Kennwort freetz.

Die Verbindung erfolgt über Putty. Damit die Verbindung funktioniert muss nach dem Start von Putty in den Einstellungen die Option Windows\Translations ausgewählt werden. Rechts muss die Einstellung UTF-8 aktiviert werden. Anschließend sollten Administratoren diese Einstellung im Hauptfenster mit Save speichern. Danach lässt sich eine Verbindung aufbauen. Auch hier lauten Benutzernamen und Kennwort freetz (siehe Abbildung 4).

Im Netzwerk sollte ein DHCP-Server verfügbar sein, der auch ein Standardgateway verteilt. Der virtuelle Server benötigt einen Internetzugang. Alternativ müssen Administratoren dem virtuellen Server manuell eine IP-Adresse zuweisen. Dies geht jedoch nur mit Linux-Befehlen.

Der erste Schritt nach der Verbindung ist die Aktualisierung von Freetz über Putty. Dazu sind folgende drei Befehle notwendig:

  • sudo apt-get update
  • sudo apt-get -d upgrade
  • sudo apt-get -y upgrade

Dabei werden die verfügbaren Pakete und Programme in der VM aktualisiert (siehe Abbildung 5). Wie anschließend die Aktualisierung der Firmware stattfindet und Pakete integriert werden, ist hier (http://freetz.org/wiki/help/howtos/common/newbie) zu erfahren.

Telekom SpeedPort-Router mit OpenSource-Firmware verbessern

Einige SpeedPort-Router sind modifizierte AVM Fritz!Boxen. Auch diese Systeme lassen sich erweitern und verbessern. In vielen Fällen entsprechen SpeedPort-Router AVM Fritz!Boxen 7170 oder neuer. Das heißt, man hat auch hier generell die Möglichkeit, mit Freetz zu arbeiten und SpeedPort-Router deutlich mit neuen Funktionen zu erweitern. Dazu setzt man am besten das Tool Speed2Fritz ein. Sie haben an dieser Stelle die Möglichkeit entweder modifizierte Aktualisierungen von AVM einzuspielen, oder sogar Freetz. Das hängt von der Version des SpeedPort-Routers ab. Wie Sie unter Linux einen Speed-Port-Router zu einer AVM-Fritz!Box umwandeln ist auch in dem folgenden Youtube-Video erklärt:

Es gibt aber auch SpeedPort-Modelle, die nicht von AVM sind, zum Beispiel der Speedport W500V und der Targa WR500 VoIP. Aber auch hier gibt es alternative Firmwares auf Basis von Linux. Diese bieten ebenfalls die Möglichkeit, erweiterte Funktionen zu installieren. Dabei hilft die Anwendung BitSwitcher, ebenfalls ein OpenSource-Projekt.

(ID:42259285)