Migration zu All-IP in Unternehmen

4 Best Practices für den Umstieg zur IP-Telefonie

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

ISDN blickt seinem Ende entgegen, All-IP-Anschlüsse werden deshalb auch in Unternehmen die Zukunft sein.
ISDN blickt seinem Ende entgegen, All-IP-Anschlüsse werden deshalb auch in Unternehmen die Zukunft sein. (Bild: Matthias Buehner – Fotolia.com)

Wenn ISDN in wenigen Jahren abgeschaltet wird, werden auch die letzten ISDN-Geschäftskunden zur IP-basierten Telefonie wechseln und ihre Kommunikationsinfrastruktur modernisieren müssen, prophezeit QSC und verrät anhand von vier Best Practices, wie der Wechsel gelingt.

Während die Umstellung auf einen All-IP-Anschluss bei Privatkunden schon weit fortgeschritten sei, hätten viele Unternehmen die Migration bis jetzt aufgeschoben, sagt IT-Dienstleister QSC: einige, weil sie den vermeintlich hohen Aufwand beim Wechsel scheuten, andere wollten nicht schon wieder ihre erst kürzlich in Betrieb genommene TK-Anlage wechseln und wiederum andere erwarteten Probleme mit ihrer bestehenden TK-Infrastruktur, etwa weil sie Telefone, Faxgeräte oder EC-Cash-Terminals nicht von heute auf morgen komplett austauschen könnten. In vier Best Practices zeigt IT-Dienstleister QSC, wie Unternehmen den Umstieg erfolgreich meistern können.

1. Bestand aufnehmen und die nächsten fünf Jahre planen

Wie in allen Fällen bei strategisch bedeutsamen Projekten sei es zunächst einmal notwendig, dass sich Unternehmen einen Überblick über die vorhandene TK-Landschaft verschaffen. Dazu zählten die TK-Anlage, Telefone, Firewalls, Router und Faxgeräte, aber auch Alarmanlagen, Tür- und Schrankenöffner, die mit einer TK-Anlage gesteuert werden. Ziel dabei sei es, herauszufinden, an welchem Punkt des Lebenszyklus sich die Geräte befinden und wann Serviceverträge auslaufen. Falls noch nicht vorhanden, sollten Unternehmen einen Plan für die Weiterentwicklung in den nächsten fünf Jahren in Richtung von All-IP erstellen, denn daran führe kein Weg vorbei. Aus der strategischen Planung würden sich dann die aktuellen und mittelfristigen Investitionserfordernisse ergeben.

2. ISDN vorläufig weiternutzen und erst später migrieren

Vor allem bei einem Gerätebestand, der erst wenige Jahre alt ist, werden Unternehmen die Möglichkeiten prüfen, ISDN einfach weiter zu nutzen, so QSC. Die Deutsche Telekom z.B. will 2018 alle Geschäftskunden auf einen IP-basierten Anschluss umstellen. Wer diesen Wechsel bis zu diesem Zeitpunkt – warum auch immer – noch nicht vollziehen wolle, müsse sich einen anderen TK-Provider suchen, der auch nach 2018 noch ISDN unterstützen wird. Aber auch dieses ISDN werde letztendlich auf IP basieren. Der Wechsel sei auch hier somit nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben, denn das „IP-lose“ ISDN wird, so die QSC-Prognose, spätestens zu Beginn des nächsten Jahrzehnts komplett verschwinden.

3. Parallel ISDN- und IP-Telefonie einsetzen

Alles so lassen wie bisher, ist QSC zufolge sicherlich nur die zweitbeste Lösung. Da ISDN früher oder später ganz eingestellt werde, sei eine andere Lösung vorteilhafter, nämlich der parallele Betrieb von ISDN und IP-Telefonie. Unternehmen könnten so schrittweise umsteigen und „veraltete“ Produkte nach und nach ersetzen. Aus Sicht der traditionellen TK-Anlage würde ein IP-zu-ISDN-Media-Gateway die Rolle des ISDN-Amtsanschlusses übernehmen und so als Vermittler zwischen den Technologiewelten agieren. In diesem Szenario könnten Unternehmen z.B. weiterhin ihre gewohnten Faxgeräte nutzen.

4. In neu aufgebauten Standorten mit All-IP starten

Wo es die Möglichkeit gibt, auf der „grünen Wiese“ anzufangen, sollte sie QSC zufolge auch genutzt werden. SIP-Trunking könne ISDN als modernen Sprachanschluss für Telefonanlagen ersetzen. Dabei würden mit einer zertifizierten, IP-basierten Telefonanlage über das Session Initiation Protocol (SIP) für Nebenstellen IP-basierte Sprachverbindungen mit einem Provider aufgebaut. SIP sei ein etablierter Standard, der ISDN im Hinblick auf die Features mindestens ebenbürtig und bezüglich der Flexibilität überlegen sei. Als SIP-Filter würde ein Session Border Controller (SBC) beim Provider für eine logische Trennung von Sprach- und Datennetz sorgen. Die IP-basierte TK-Anlage sei gegen Hackerangriffe geschützt, wenn man sie nur mit diesen Provider-SBC kommunizieren lasse. Ein zusätzlicher Schutz ergebe sich über die bald verfügbare Möglichkeit, Sprache mithilfe der TLS/SRTP-Verschlüsselung (Transport Layer Security/Secure Real Time Protocol) sicher zu übertragen.

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