Connected Enterprise

Wie Unternehmen von der Total-Vernetzung profitieren

| Autor / Redakteur: Martin Scheller / Andreas Donner

Auch drahtlose Netze können ihren Beitrag zur BigData-basierten Prozessoptimierung in Unternehmen leisten.
Auch drahtlose Netze können ihren Beitrag zur BigData-basierten Prozessoptimierung in Unternehmen leisten. (Bild: shutter_m / iStock)

Die Innovationen von heute ermöglichen es uns, die Welt, in der wir leben, aufzuzeichnen, zu überwachen und so wichtige Datenlücken zu schließen. Doch die umfassende Vernetzung von Menschen, Maschinen und Dingen kann Unternehmen noch weiter Vorteile bringen.

Werden Daten in einer geordneten und strategischen Art und Weise gesammelt und analysiert, können Unternehmensprozesse signifikant verbessert und nachhaltige Vorteile erzielt werden. Ein Beispiel: Werden bei der Büroplanung die ermittelten Laufwege einbezogen, kann die Effizienz und damit auch die Produktivität im Büro deutlich gesteigert werden.

Ein weiteres Beispiel sind intelligente Maschinen, die ihre eigenen Wartungszyklen managen, um so einen Ausfall zu verhindern. Der intelligente Einsatz von Daten entlang der gesamten Lieferkette kann so das gesamte Unternehmen optimieren, wenn nicht sogar die gesamte Branche.

Durch den Einsatz von Daten lassen sich auch kurz- und mittelfristige Ziele viel einfacher erreichen. Wenn beispielsweise der Energieeinsatz auf Basis der tatsächlichen Nutzung erfolgt oder der Betrieb von Heizung und Belüftung aufgrund von Umweltdaten automatisch gesteuert wird, können operative Kosten reduziert und die Energieeffizienz erhöht werden.

Unternehmen können bereits heute von Big Data profitieren, indem sie existierende Datenströme und -systeme nutzen. Auch der kleinste erste Schritt kann sofort zu nachhaltigen Erfolgen führen. Vernetzte Clouds treiben diese Entwicklungen voran und geben Unternehmen die Gelegenheit, aus dem Hype um das Internet der Dinge und Big Data echte Geschäftsvorteile zu machen.

WLAN als wichtige Datenquelle

In den letzten fünf Jahren ist die Anzahl an vernetzten Geräten in Unternehmen enorm angestiegen und hat zu einer explosionsartigen Zunahme der Datenmenge geführt. Der WLAN-Traffic wird ebenfalls immer dichter: nahezu jedes Element industrieller Anlagen ist WLAN-fähig und immer mehr Mitarbeiter verbinden sich über ihre mobilen Endgeräte mit dem Firmennetzwerk. Innerhalb weniger Jahre ist das WLAN zu einer entscheidenden Komponente der IT-Infrastruktur in Unternehmen geworden.

Und auch das WLAN-Netz kann zu einer wichtigen Datenquelle werden und aufzeigen wie diese Ressourcen genutzt werden. Wenn jedes Gerät im Unternehmen mit dem WLAN verbunden ist und abgefragt werden kann, entsteht ein nahezu unbegrenzter, aus internen Prozessen gespeister Datenpool, der Unternehmen einen enormen Mehrwert bringen kann. Der Kauf eines Gebrauchsgegenstandes wird so plötzlich zu einer strategischen Investition und die Rendite erfolgt in Form von operativen Einblicken.

Werden solche Daten zum bestehenden Analyse-Mix hinzugefügt, können ganz neue Einblicke bezüglich Kunden-, Mitarbeiter- oder Besucherverhalten gewonnen werden. Aber häufig betrachten Unternehmen die gesammelten Daten – sei es in Bezug auf Lagerbestandsführung, Lagerbetrieb oder Kundenpräferenzen – immer einzeln, sodass unternehmensübergreifende Einblicke nicht möglich sind.

Auf die Wechselbeziehung zwischen Daten kommt es an

Der echte Wert eines Datensatzes entfaltet sich erst dann, wenn wechselseitige Bezüge zu anderen Datensätzen hergestellt werden. So können Hersteller beispielsweise die Daten zum Einsatz der Produktionsmaschinen mit weiteren Datensätzen zu Maschinenausfällen analysieren. Dadurch können Wartungsthemen frühzeitig identifiziert und Maschinen besser geschützt werden. Unternehmen speichern heute schon eine Reihe von Daten in ihren Applikationen und Clouds. Sie müssen jetzt einen Weg finden, diese Daten zu vernetzen und Abfragen dadurch übergreifend durchzuführen. Dann sind sie in der Lage, Muster zu erkennen, wertvolle Einblicke zu erlangen und signifikante Einsparungen zu erzielen.

Im Laufe der Zeit können dann immer weitreichendere Themen adressiert werden, wie etwa das Planen von Ressourcen oder Gebäuden oder die Schaffung zukünftiger Arbeitsplätze. Informationen aus Datenanalysen können die Servicequalität und das operative Vorgehen verbessern und so langfristig Umsatz und Rentabilität steigern.

"Digitale Decken" bei Deloitte

Im Amsterdamer Büro der Firma Deloitte wird bereits heute intelligentes WLAN eingesetzt. Dort gibt es „digitale Decken“ – d.h. die Decken in den Büroräumen sind mit eingebauten Sensoren versehen, die das Licht steuern. Philips hat dieses Konzept mitentwickelt, um das Gebäudemanagement und die aktive Wartung zu unterstützen. Die Sensoren ermitteln beispielsweise, ob Räume am Tag benutzt wurden, um so effektive Büro-Reinigungskonzepte zu erstellen. Die gewonnenen Informationen unterstützen damit auch die Ressourcenplanung. Die gleichen Sensoren liefern Mitarbeitern über eine Smartphone-App wichtige Informationen. Über die App können sie Licht und Temperatur regeln, was die Produktivität steigern kann.

Sensor-Daten sind aber nur dann wirklich wertvoll, wenn die daraus gewonnenen Informationen zu automatisierten Aktionen führen. So könnte ein vernetztes Auto beispielsweise auf Basis der Öl-Anzeige automatisch einen Service-Termin buchen. Der Eigentümer des Autos wird entlastet und kann sich produktiveren Aufgaben widmen. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie „kleine Daten“ ihre Wirkung entfalten können.

Innovationen finden meist am Rande der Unternehmen statt – dort wo Mitarbeiter täglich Lösungen für neue Herausforderungen finden müssen. Aber damit diese einen maximalen Wert entfalten können, sollten neue Lösungen auch so schnell wie möglich im Kern des Unternehmens ankommen. Daten von Sensoren zu sammeln, ist eine Sache. Eine andere ist es, aus diesen Daten intelligente, automatisierte Aktionen herzuleiten und diese umzusetzen.

Das vernetze Unternehmen der Zukunft wird in der Lage sein, sowohl Daten aus unterschiedlichen Quellen zu sammeln als auch darauf basierend in Echtzeit zu reagieren.

Wie erzielen Unternehmen einen wirklichen Mehrwert aus ihren Daten?

Damit Unternehmen den vollen Mehrwert aus vernetzen Daten ziehen können, müssen sie sich zuerst darüber klar werden, aus welchen Quellen sie die Daten sammeln wollen. Zweitens müssen sie festlegen, wie diese Daten genutzt werden können, um die Kundenerfahrung zu optimieren – auch wenn dafür Veränderungen im operativen Backend erfolgen müssen. Durch die Vernetzung und Integration von Backend-Systemen werden unternehmensweite Einblicke ermöglicht, um das operative Vorgehen zu straffen. Mitarbeiter auf allen Unternehmensebenen können die Daten einsetzen, auf Basis der Informationen agieren und so die Servicequalität im ganzen Unternehmen verbessern.

WLAN kann Unternehmen signifikant dabei unterstützen, ihr operatives Geschäft besser zu verstehen, indem sie in Echtzeit eine Übersicht über Laufwege, Bewegungsmuster und Ressourcenverbrauch bekommen. Durch WLAN-Tracking-Technologien können Unternehmen aus ihren Investitionen in bereits bestehende Netzwerk-Infrastrukturen zusätzlichen Mehrwert ziehen.

Martin Scheller.
Martin Scheller. (Bild: Foto Marquart / Aerohive)

Wenn ein Unternehmen in der Lage ist, einen Prozess zu überwachen, dann kann es diesen durch den Einsatz von Technologien auch optimieren. Unternehmen sollten daher alle Möglichkeiten in Betracht ziehen, WLAN-Daten zu nutzen. Sonst laufen sie Gefahr, wertvolle Wettbewerbsvorteile, Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen zu verschenken.

Über den Autor

Martin Scheller ist Sales Manager Central Europe bei Aerohive Networks.

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