Welcher Webhoster ist der Richtige?

Webhosting und Cloud-Server im Vergleich

| Autor / Redakteur: Meicel Neugebauer / Andreas Donner

Auch beim Hosting und bei Cloud-Servern kommt es auf die inneren Werte an.
Auch beim Hosting und bei Cloud-Servern kommt es auf die inneren Werte an. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Die Auswahl an Webhostern ist unübersichtlich groß, zumal jeder Anbieter auch noch diverse Tarife anbietet – die in aller Regel bei einer längeren Vertragsbindung auch noch günstiger werden. Wer sich allerdings bspw. für 24 Monate festlegt, sollte vorher genau wissen, welche Leistungen für die eigene Webpräsenz tatsächlich benötigt werden.

Neben Kriterien wie Speicherplatz und Prozessorleistung des Servers lohnt es sich bei der Auswahl des passenden Hosting-Partners auch, einen Blick in das Kleingedruckte zu werfen: Hinsichtlich der Datensicherheit sind die Unterschiede oft ganz erheblich.

Welcher Speicherplatz wird benötigt?

Zunächst stellt sich die Frage, wie groß der Speicherplatz sein sollte. Vor allem, wer einen Online-Shop mit vielen Bildern oder gar eingebundenen Videos plant, sollte sich einen Überblick über die Datenmenge verschaffen. Dabei ist die benötigte Speichergröße auf dem PC ein Anhaltspunkt, bei dem aber folgendes bedacht werden muss: Häufig wird eine Kopie der Website zu Testzwecken gespeichert, wodurch sich der Bedarf entsprechend verdoppelt. Ein Sicherheitspuffer über den notwendigen Speicherplatz hinaus ist sinnvoll; in der Regel ist ein späterer Wechsel in einen höherwertigen Tarif trotz Vertragsbindung allerdings möglich – zu groß braucht der Puffer also nicht ausfallen. Handelt es sich bei einem Webprojekt um einen Blog oder eine vergleichbare Website, reichen die Einsteiger-Tarife vollkommen: Üblicherweise sind die Websites nicht größer als einige hundert Megabyte.

Traffic verliert an Bedeutung

Das Thema Traffic ist heute allerdings nicht mehr von Bedeutung: Selbst bei günstigen Angeboten gibt es in der Regel keine Traffic-Begrenzung mehr. Anders als noch vor einigen Jahren ist es deshalb auch nicht mehr notwendig, das Besucheraufkommen im Vorfeld abzuschätzen, damit keine Zusatzkosten entstehen.

Häufig unklare Performance-Zusicherung

Die Frage, wie die Website frequentiert wird, ist allerdings aus einem anderen Grund nicht uninteressant: Beim Webspace handelt es sich um "Shared Hosting", was nichts anderes bedeutet, als dass mehre Kunden auf einen Server geschaltet werden. Dadurch muss die Leistung von Prozessor und Arbeitsspeicher geteilt werden. Hier zeigen sich die Hoster unterschiedlich transparent: Einige bewerten die Performance in einem Index, sodass eine Vergleichbarkeit zu anderen Tarifen besteht. Andere Anbieter sichern zu, dass nur eine bestimmte Anzahl von Kunden auf einen Server geschaltet wird. Unabhängig von diesen Zusagen sollten allerdings die Erfahrungen anderer Kunden mitberücksichtigt werden.

Alles inklusive: Softwarenutzung meist enthalten

Zu guter Letzt ist noch die Frage entscheidend, welche Software im Tarif inbegriffen ist. Üblicherweise können CMS-Systeme wie WordPress oder Joomla! ohne Zusatzkosten verwendet werden, auch einige Datenbanken und Domains sind meist inkludiert. Im Zweifel lohnt es sich aber auch hier, die Vertragsdetails genau zu studieren. Wer hinsichtlich der Gestaltung von Websites weniger versiert ist, sollte zudem vor dem Vertragsabschluss in Erfahrung bringen, ob ein Website-Baukasten genutzt werden kann.

Wird für größere Webprojekte ein eigener Server angemietet, ist die Frage nach der Hardware entscheidend.

  • CPU: Bei jedem Zugriff auf den Server werden Daten verarbeitet – und das erledigt die CPU. Eine hohe Taktfrequenz und viele Rechenkerne erlauben zügiges arbeiten, selbst wenn größere Datenmengen verschoben werden.
  • RAM: Der Arbeitsspeicher kann erheblich schneller gelesen und beschrieben werden als der Festplattenspeicher. Genau wie die CPU ist die Menge an RAM deshalb entscheidend für die Performance. Vor allem, wenn viele Datenbanken genutzt werden, wird die Geschwindigkeit so spürbar verbessert. Werden Anwendungen installiert, die auf Datenbanken zugreifen und es ist zu wenig Arbeitsspeicher vorhanden, kann es hingegen zu Leistungseinbrüchen kommen.
  • SSD: Üblicherweise wird der Speicherplatz auf einer HDD zur Verfügung gestellt. Dieser Speicher ist günstig, kann allerdings nur recht langsam gelesen und beschrieben werden. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, zumindest die Datenbanken auf einem wesentlich schnelleren SSD-Speicher auszulagern. SSD-Speicher kommt ohne rotierende Magnetscheibe aus und beschleunigt so den Datenzugriff. Steht die Performance im Vordergrund, sollten nach Möglichkeit nur SSDs zum Einsatz kommen.
  • Datenanbindung: Im Unterschied zur Festplatte im eigenen Rechner müssen die Daten noch eine andere Hürde nehmen: die Übertragung über die Internet-Anbindung. Einige Anbieter werben mit einem Server-Standort in der Nähe des deutschen Knotenpunktes in Frankfurt am Main, andere geben sogar konkrete Bandbreiten an. Für die Mehrzahl der Anbieter gilt aber: Interessenten sollten die Performance anhand der Kundenbewertungen beurteilen, Hoster-Versprechen sind nicht immer glaubwürdig.

Soll ein eigener Server gemietet werden, müssen auch noch zwei andere Grundsatzfragen geklärt werden:

Dedicated-Server oder vServer?

Bei Letzterem handelt es sich um einen virtuellen Server, von dem sich technisch auch mehrere auf einen physischen Server aufschalten lassen. Dadurch sinkt im Vergleich zum Dedicated-Server die Leistung, aber auch der Preis. Hinsichtlich der Nutzung gibt es zwischen beiden Varianten keine fundamentalen Unterschiede.

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Managed- oder Root-Server?

Ersteres meint, dass der Hoster sich um die Server-Verwaltung bemüht und sich um die Aktualisierung von Betriebssystem und Software sowie um das Schließen von Sicherheitslücken etc. kümmert. Dieser Service kostet allerdings extra, Root-Server sind im Vergleich günstiger.

Streit-Thema Service: Deutliche Unterschiede

Beim Thema Service trennt sich die Spreu vom Weizen: Das Service-Level-Agreement (SLA) definiert Service-Umfang und -Geschwindigkeit genau. Wie die Erfahrungen mit Hostern zeigen, sind die Unterschiede nicht unerheblich. Während ein Anbieter mit ständiger Erreichbarkeit glänzt und Probleme sofort aus dem Weg räumt, kann es bei anderen Anbietern durchaus einige Tage dauern, bis Anfragen überhaupt bearbeitet werden. Sehr häufig unterscheidet sich die Service-Qualität auch je nach Tarif – bei günstigen Offerten kann nicht mehr auf den 24-Studen-Support zurückgegriffen werden.

Deutsches Rechenzentrum von Vorteil

Das immer wichtigere Thema des Datenschutzes wird mit unterschiedlicher Priorität behandelt. Viele Hoster betreiben Rechenzentren in Deutschland, einige allerdings auch im Ausland. Weil es in der EU keine einheitliche Gesetzgebung hinsichtlich des Datenschutzes gibt, kann dies bedeuten, dass hier Abstriche gemacht werden müssen – denn entscheidend ist in dieser Frage der Standort des Servers.

Bei Tarif-Entscheidung Kundenmeinungen einbeziehen

Insgesamt zeigt sich allerdings: Die Zufriedenheit der Kunden fällt je nach Anbieter sehr unterschiedlich aus, unabhängig davon, welche Leistungen auf dem Papier zugesichert werden. Selbst günstiger SSD-Speicherplatz ist wenig hilfreich, wenn beispielsweise die Erreichbarkeit nicht sichergestellt werden kann. Das Webhosting Vergleichsportal HOSTERZ bewertet die Vielzahl an Tarifen deshalb nicht nur anhand nachprüfbarer Tarifdetails, sondern auch über die Meinungen von Bestandskunden. Auf diese Weise lässt sich das beste Angebot leichter auswählen.

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