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Definition Was ist Root Cause Analysis?

Die Root-Cause-Analyse ist ein systematischer Ansatz, mit dem sich die Haupteinflussfaktoren für ein Ereignis finden lassen. Mithilfe der Root Cause Analysis werden beispielsweise die Ursachen für Probleme im IT- und Netzwerkumfeld ermittelt. Es existieren verschiedene Herangehensweisen und Methoden der Root-Cause-Analyse wie die 5-Why-Methode oder das Fischgrätenmodell.

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Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Die deutsche Übersetzung für Root Cause Analysis, abgekürzt RCA, lautet Ursachenanalyse. Es handelt sich um einen systematischen Ansatz, mit dem sich die Haupteinflussfaktoren für ein Ereignis finden lassen. Die Root-Cause-Analyse komme beispielsweise häufig zum Einsatz, um die Ursache für ein Problem zu ermitteln. In diesem Fall spricht man auch von der Root Cause Failure Analysis (RCFA) oder zu Deutsch von der Fehlerursachenanalyse. In der Praxis wird zwischen den Begriffen Root Cause Analysis und Root Cause Failure Analysis kaum unterschieden. Letztendliches Ziel der Root-Cause-Analyse ist es, durch das Ermitteln der Hauptursache eine Lösung für ein bestimmtes Problem zu finden oder Maßnahmen abzuleiten, dass dieses Problem nicht mehr auftritt.

Die Root-Cause-Analyse wird häufig im IT- und Netzwerkumfeld angewandt. Funktioniert ein IT-System oder ein IT-Prozess nicht mehr so wie vorgesehen, lässt sich mit dem systematischen Ansatz der Root Cause Analysis die Ursache für das Problem ermitteln und anschließend beheben. Das reine Behandeln der Symptome eines Problems wird so vermieden. Für die Ursachenanalyse existieren verschiedenen Verfahren und Techniken wie die 5-Why-Methode, das Fischgrätenmodell oder die Änderungsanalyse.

Die Ziele der Root Cause Analysis

Wichtigstes Ziel der Ursachenanalyse ist es, die Haupteinflussfaktoren für ein Ereignis zu finden. Im Fall der Fehlerursachenanalyse sollen die Hauptursachen für auftretende Probleme oder Fehler ermittelt werden. Fehler lassen sich an ihrer Wurzel packen. Es werden nicht die Symptome (Fehlerauswirkungen) behandelt. Aus den Ergebnissen der Root Cause Analysis sind Maßnahmen ableitbar, die die Ursachen beheben oder die verhindern, dass die verursachten Probleme erneut auftreten. Die Root Cause Analysis trägt dazu bei, mögliche Risiken für Unternehmen systematisch zu reduzieren und Systeme oder Prozesse zu verbessern.

Die verschiedenen Methoden und Techniken der Root Cause Analysis

Für das systematische Vorgehen bei einer Root Cause Analysis existieren mehrere Methoden und Techniken. Sie eignen sich für die verschiedenen Anwendungsbereiche oder Szenarien unterschiedlich gut. Die bekanntesten und am häufigsten angewandten Methoden sind:

  • die 5-Why-Methode (5-Warum-Methode)
  • das Fischgrätenmodell
  • die Änderungsanalyse

Die 5-Why-Methode versucht die Ursache eines Problems durch das mehrfache (5-fache) Stellen von Warum-Fragen zu ermitteln. Auf jede Antwort auf eine Warum-Frage folgt eine neue tiefer gehende Frage. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis die Hauptursache gefunden ist. Die Zahl 5 ist bei dieser Methode als Anhaltspunkt zu sehen. Es können weniger oder deutlich mehr Warum-Fragen notwendig sein, um bis an die Wurzel eines Problems zu gelangen.

Eine weitere häufig angewandte Technik ist das Fischgrätenmodell, auch Fischgrätendiagramm, Ishikawa-Diagramm oder Ursache-Wirkungs-Diagramm genannt. In einem solchen Diagramm bildet das zu untersuchende Problem den Kopf des Diagramms (Fischkopf). Die einzelnen Ursachen und Auswirkungen sind in Kategorien quasi als Fischgräten aufgetragen und stehen über das "Rückgrat" in Verbindung mit dem Problem. Durch das Identifizieren der Schwerpunktkategorien werden die Ursachen für das Problem eingegrenzt. Kategorien, die nicht ursächlich mit dem Problem zusammenhängen, lassen sich ausschließen.

Die Änderungsanalyse wertet die einem Ereignis vorausgegangenen Änderungen aus. Sie ermittelt praktisch die komplette Vorgeschichte eines Ereignisses. So lässt sich über einen längeren Zeitraum hinweg herausfinden, auf welche ursprüngliche Änderung ein Ereignis zurückgeführt werden kann. Diese Methode eignet sich sehr gut für Probleme mit einer größeren Anzahl möglicher Ursachen.

Root-Cause-Analyse im IT- und Netzwerkumfeld

Die Root Cause Analysis ist ein wichtiger und häufig angewandter Ansatz zur systematischen Ermittlung und Behebung der Ursachen von Fehlern von IT-Systemen und IT-Prozessen. Funktioniert ein System oder Prozess nicht mehr so wie vorgesehen, lässt sich mithilfe der Root-Cause-Analyse herausfinden, wie beziehungsweise warum es zu dem Problem gekommen ist. Auf Basis der Ergebnisse werden Handlungen vorgenommen oder Maßnahmen eingeleitet, das Problem zu beheben oder das erneute Auftreten zu verhindern. Die Grundlage für eine Root-Cause-Analyse bilden häufig die Daten der Monitoring-Systeme oder der Reporting-Tools. Es existieren auch Tools, die die Daten der Systeme und Netzwerke automatisiert sammeln, korrelieren und selbständig auswerten, um Fehlerursachen ausfindig zu machen und Maßnahmen zur Behebung vorzuschlagen oder direkt einzuleiten. Nicht immer ist eine einzige Ursache für ein Problem identifizierbar. Unter Umständen werden Probleme oder Fehler in komplexen IT-Infrastrukturen auf verschiedenen Ebenen durch mehrere Ereignisse verursacht.

Der Ablauf einer Fehlerursachenanalyse im IT- und Netzwerkumfeld kann beispielsweise so aussehen:

  • relevante Metriken und Daten sammeln und korrelieren
  • mögliche Ursachen ausfindig machen und immer weiter eingrenzen
  • Hauptursache(n) identifizieren
  • Maßnahmen aus den erkannten Ursachen ableiten

Ziel der Root Cause Analysis im IT- und Netzwerkumfeld ist es, Ausfallzeiten zu minimieren und die Verfügbarkeit der IT-Systeme und IT-Prozesse zu steigern.

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