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Definition Was ist ein DSL-Speedtest?

Aktualisiert am 29.01.2025 Von Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

DSL-Bandbreiten steigen kontinuierlich, jedoch entsprechen die tatsächlichen Geschwindigkeiten oft nicht den Anbieterangaben. Ein DSL-Speedtest zeigt schnell, ob der eigene Anschluss die Vertragskriterien erfüllt.

(© aga7ta - Fotolia)
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Datenintensive Anwendungen wie Videostreaming in 4K- oder 8K-Qualität, Remote Work, Cloud-Computing und Online-Gaming setzen schnelle und stabile Internetverbindungen voraus. Auch IoT-Geräte (Internet of Things), wie Smart-Home-Systeme oder vernetzte Haushaltsgeräte, sind stark von der Verbindungsqualität abhängig.

Die Wahl des richtigen Internetanbieters ist daher entscheidend. Und der Anbieter muss in Sachen Performance realistische Werte angeben, um die Kunden nicht zu täuschen. Angaben wie „bis zu“ sind irreführend.

Seit dem 19. Dezember 2016 sorgt die Transparenzverordnung der Bundesnetzagentur für mehr Klarheit bei Internetverträgen. Dieser verpflichtet Internetanbieter in Deutschland ihren Kunden klare und nachvollziehbare Informationen über die vertraglich zugesicherten Leistungen bereitstellen müssen. Sie schreibt vor:

  • Angaben zu Geschwindigkeiten:
    Anbieter müssen die maximale, minimale und normalerweise verfügbare Geschwindigkeit eines Festnetzanschlusses angeben.
  • Transparenzberichte:
    Regelmäßige Informationen über Netzqualität und Abweichungen müssen den Verbrauchern bereitgestellt werden.
  • Recht auf Nachbesserung:
    Liegen die gemessenen Geschwindigkeiten dauerhaft und signifikant unter den vertraglich zugesicherten Werten, haben Kunden das Recht auf Nachbesserung oder Sonderkündigung.

Die Transparenzverordnung hat die Bedeutung von DSL-Speedtests enorm gesteigert, da diese als Beweis für Abweichungen dienen können. Die durch die Verordnung bereitgestellte Plattform "Breitbandmessung" ermöglicht rechtlich anerkannte und standardisierte Messungen.

Kann es denn eine objektive Messung geben?

Die Antwort lautet Jein! Trotz der Möglichkeiten, die ein DSL-Speedtest bietet, gibt es zahlreiche Parameter, die die Messergebnisse beeinflussen können:

  • WLAN-Abdeckung:
    Wie stabil ist die drahtlose Verbindung in den entsprechenden Räumen?
  • Gleichzeitige Nutzer:
    Wie viele Geräte greifen gleichzeitig auf die Internetverbindung zu?
  • Netzwerküberlastung:
    Gibt es gerade Engpässe im lokalen Netz oder beim Anbieter?
  • Serverstandort:
    Liegt der Testserver weit entfernt, kann dies die Ergebnisse verfälschen.
  • Leistungsfähigkeit des Testgeräts:
    Wenn das Endgerät, auf dem der Test durchgeführt wird, nicht ausreichend leistungsstark ist, können auch die Ergebnisse negativ beeinflusst werden

Ein DSL-Speedtest misst die Verbindung zwischen dem Endgerät und einem Testserver. Engpässe auf dem Weg können die Ergebnisse beeinflussen, ohne dass der Anbieter direkt schuld ist. Daher sollten die Tests mehrfach durchgeführt und gemittelt werden.

Ist ein DSL-Speedtest nur für DSL geeignet?

Nein, ein DSL-Speedtest ist nicht nur für DSL-Anschlüsse geeignet. Auch andere Verbindungstypen wie Glasfaser (FTTH), Kabelinternet, LTE oder MPLS-Standleitungen können überprüft werden. Allerdings muss bei den Tests darauf geachtet werden, dass die angegebenen Referenzwerte korrekt hinterlegt sind, um aussagekräftige Vergleiche zu ermöglichen.

So führen Sie einen DSL-Speedtest richtig durch

Um präzise und realistische Ergebnisse zu erzielen, sollten Sie folgende Schritte beachten:

  • WLAN vermeiden:
    Verwenden Sie idealerweise eine kabelgebundene Verbindung. Falls WLAN genutzt wird, sollte ein 802.11n-oder 802.11ac-Gerät im 5-GHz-Band Band verwendet werden.
  • Hintergrundaktivitäten deaktivieren:
    Pausieren Sie andere internetbasierte Dienste, wie Cloud-Backups, Audio- oder Video-Streaming, E-Mail-Abrufe oder Smart-Home-Anwendungen.
  • Mehrfach messen:
    Führen Sie Tests zu unterschiedlichen Tageszeiten und über mehrere Tage durch, um Schwankungen zu eliminieren.
  • Client-Leistung prüfen:
    Das Testgerät sollte die Verbindungsgeschwindigkeit nicht limitieren – prüfen Sie vorab die Kapazitäten des Geräts.

Drei Hauptwerte eines DSL-Speedtests

Ein DSL-Speedtest ermittelt in der Regel folgende Parameter:

Ping:
Die Zeit, die ein Datenpaket für die Hin- und Rückübertragung benötigt – auch als Latenz bezeichnet. Eine niedrige Latenz ist besonders für Echtzeit-Anwendungen wie Videokonferenzen oder Online-Gaming wichtig.

Download-Geschwindigkeit:
Die Geschwindigkeit, mit der Daten aus dem Internet auf das zum Test verwendete Endgerät übertragen werden. Dieser Wert ist entscheidend für Streaming, Downloads und allgemeine Internetnutzung.

Upload-Geschwindigkeit:
Die Geschwindigkeit, mit der Daten von Endgerät ins Internet übertragen werden. Dies ist vor allem für Videokonferenzen, Cloud-Dienste und das Teilen großer Dateien relevant.

Bewährte DSL-Speedtest-Anbieter

Die IP-Insider-Redaktion empfiehlt folgende Anbieter. Besonders die Plattform der Zafaco GmbH in Zusammenarbeit mit der Bundesnetzagentur ist hervorzuheben, da ihre Ergebnisse für Beschwerden und Analysen verwendet werden können:

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