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Vom Pionier in der Bürokommunikation bis zum Vollsortimenter Netzwerkperipherie Vor 30 Jahren - TA Triumph-Adler bringt den PC Alphatronic heraus

| Redakteur: Ulrike Ostler

Es war die Zeit der Bürokommunikation und einer der ersten PCs die „Alphatronic“-Reihe von TA Triumph-Adler. Vor 30 Jahren kam das Gerät auf den Markt und wurde Kult.

Der PC „Alphatronic P 50“ wurde mit dem if-Prädikat „Die gute Industrieform“ ausgezeichnet. Bild: obs/TA Triumph Adler AG
Der PC „Alphatronic P 50“ wurde mit dem if-Prädikat „Die gute Industrieform“ ausgezeichnet. Bild: obs/TA Triumph Adler AG
( Archiv: Vogel Business Media )

Im Jahr 2009 ist „Bürokommunikation“ ein angestaubter Begriff und die TA Triumph-Adler AG ein IT-Dienstleister mit rund 35.000 Kunden im Bereich „Document Business“. Der Nürnberger Konzern bietet Dokumenten-Management-Systeme und ist Vollsortimenter bei Netzwerkperipherie-Geräten - Druck, Fax, Kopie, Scan - und verfügt mit der TA Leasing GmbH über einen eigenen Finanzdienstleister.

Mit den Konzepten Total Output Management (TOM) und Digital Document Organisation (DIDO) offereiert das Unternehmen er zudem individuelle Analyse- und Beratungsdienstleistungen.

Aus heutiger Sicht kommt die erste Alphatronic-Maschine etwas klobig daher. Das Betriebssystem MS-DOS gab es noch lange nicht, der Mikrocomputer musste selbst programmiert werden. Erst 1984 kam IBM in Europa mit einem PC auf den Markt. Dann musste ein guter PC „IBM-kompatibel“ sein.

Als Klassiker der Moderne gelten jedoch die Alphatronic-Modelle „P 50“ und „P 60“ von 1986. Sie erhielten begehrte Design-Auszeichnungen.

Auf Alphatronic-PCs lernten Kinder und Jugendliche in Schulen erstmals, mit dem Computer umzugehen. Auch zum TV-Star brachte es der TA-PC. In Shows der ZDF-Reihe „Computer-Corner“ zeigte das Gerät, was ein guter PC zu leisten vermag.

Notebooks und Schreibmaschinen

1991 brachte TA Triumph-Adler auch noch eine Generation von Notebooks mit Farbdisplay auf den Markt. Dann entwickelte sich die über hundertjährige Firmenikone vorübergehend zu einer Mittelstandsholding für die verschiedensten Branchen: Die Bürokommunikation war eine davon und stets die profitabelste.

Hier reicht die Geschichte jedoch schon lange zurück: Das Document Business begann laut TA 1873 mit der Erfindung des amerikanischen „Remington-Typewriter“. Nachdem die Schreibmaschine Ende des 19. Jahrhunderts auch in Europa populär wurde, stiegen die Frankfurter Adlerwerke, die 1898 als Fahrradfabrik gegründet worden war, 1909 als erstes Unternehmen Deutschlands in die Schreibmaschinenproduktion ein – mit der Übernahme einer insolventen Schreibmaschinenfabrik.

Paul Grützmann entwickelte das Modell Triumph 1, Bild: obs/TA Triumph Adler AG (Archiv: Vogel Business Media)

Kurz darauf sicherte sich das Unternehmen die Dienste des besten Konstrukteurs der Branche: Paul Grützmann. Der rastlose Pionier entwickelte die „Triumph 1“- und die „Triumph 2“- Schreibmaschinen.

Damals herrschte in der Zukunftsbranche Bürokommunikation Goldgräberstimmung. Die Zeit war die neue Bürotechnologie geprägt von einem knallharten Wettbewerb, brachte aber hohe Profite. Weltweit konkurrierten rund 100 Hersteller, die Zahl der Patente lag über 2600.

In den zwanziger Jahren kam das Triumph-Modell 10 mit der wesentlichen Neuerung eines Setztabulators auf den Markt.

Vom Einzelstück zum Massenmedium

Dieses fand viele prominente Anhänger: So verfasste beispielsweise Papst Pius XI seine Korrespondenz darauf. „Dass heiligervater größtes wohlgefallen über gelieferte triumph schreibmaschine aussprach“, telegrafierte 1928 Kardinal Moneti aus dem Vatikan nach Nürnberg.

Mitte der fünfziger Jahre kam „Gabriele“. Auf dieser Maschine sollten Millionen schreiben, allen voran Bestsellerautor Johannes Mario Simmel („Es muss nicht immer Kaviar sein“, 1960). Er hämmerte seine zahlreichen Romane und Drehbücher in die Maschine und verschliss so pro Buch mindestens ein Gerät. Der in diesem Januar verstorbene Kultautor dürfte an die hundert „Gabriele“-Modelle verbraucht haben.

Mit der Fusion der Triumph- und der Adler-Werke Ende der fünfziger Jahre entwickelte sich das Unternehmen zu einem der weltweit erfolgreichsten Hersteller von Büromaschinen. 1980 kam jede neunte Schreibmaschine auf der Welt von TA Triumph-Adler.

1971 wurde der auf kleine und mittlere Betriebe zugeschnittene Computer „TA 10“ zum Verkaufshit. 1979 startete TA Triumph-Adler schließlich seine Personalcomputer-Reihe „Alphatronic“.

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