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Netzwerk-Grundlagen – Rechenzentrumsnetze im Umbruch, Teil 1

Virtualisierung, I/O-Konsolidierung und Speicher-Konvergenz – das 1x1 des Rechenzentrums

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Eine IT-Revolution wie bei der Einführung des PC

Die aktuelle Diskussion über Virtualisierung, I/O-Konsolidierung und dazu passende Netze erinnert mich in ihrer Tragweite an die Diskussionen um PC-Netze in den frühen 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. PCs waren grade neu, DOS und Windows kannten weder Netze noch Multitasking und das Internet war noch weit weg. Im RZ herrschte IBM. Damals hat der Hersteller Novell die Welt genauso aufgemischt wie VMware heute.

Betroffene Betreiber hatten zunächst auch hier große Verständnisprobleme. Letztlich gab es für Unternehmen nur zwei wirkliche Alternativen: die Schaffung einer völlig neuen DV-Welt mit PCs, Servern, NetWare und Ethernet oder die Einbindung der PCs in IBMs SNA. Die so genannten mittleren Systemebenen mit UNIX-Rechnern waren zwar technisch oft sehr elegant, rückwirkend betrachtet statistisch aber eher unwesentlich. Wir wissen wie es ausgegangen ist: die neue Netzwerkstruktur mit Ethernet hat sich massiv durchgesetzt.

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Wir stehen jetzt wieder an einer solchen Schwelle. Ethernet als solches wird zwar nicht verschwinden wie SNA, weil es auch in anderen Bereichen extrem verbreitet und durch die Standardisierung nicht von einem einzigen Hersteller anhängig ist. Den Umbruch im RZ und die sich am Horizont bereits abzeichnende Welle der Endgeräte-Virtualisierung wird es aber nicht ohne wesentliche Veränderungen überstehen.

Und wir sehen die Neuauflage eines alten Problems: Server werden üblicherweise von anderem Personal geplant, aufgebaut und betrieben als Netze. Beide Gruppen sprechen wenig miteinander, es gibt (oder gab) hierzu ja auch eher selten einen Anlass. Doch der Trend zur Virtualisierung mischt diese heile Welt auf.

Virtualisierung, I/O-Konsolidierung, SAN-Integration, Netzleistung und Netzstrukturierung hängen in einem bisher noch nie gekannten Maß zusammen und in ihrem Erfolg voneinander ab. Ich versuche einmal, das kurz zu charakterisieren.

Die Abhängigkeiten

Die Virtualisierung hat, wenn sie richtig durchgeführt wird, erhebliche betriebliche Vorzüge für das Server-Umfeld und ist ein wichtiges Instrument zur möglichen Senkung der allgemeinen Betriebskosten. Immerhin können diese im Lebenszyklus eines Servers ein Vielfaches seines Anschaffungspreises ausmachen.

Blickt man eine Stufe tiefer in die Virtualisierungskonzepte, sind diese wieder von mehreren Faktoren wesentlich abhängig: der I/O-Konsolidierung einschließlich der erfolgreichen Integration von Speichersystemen, der Hardware-Unterstützung aus der Prozessorarchitektur und der generellen Netzleistung sowie einer Netzstrukturierung, die sehr geringe Reaktionszeiten beim Umgang mit Fehlern aufweist.

Man kann das einfach auch so zusammenfassen: das Netzwerk wird zum Systembus für das virtuelle Gesamtsystem.

Durch die Änderung seiner Rolle ändern sich auch die Anforderungen an das Netz dramatisch. Normalerweise sind die Netzwerker gewohnt, mögliche Anforderungen an ein Netz systematisch zu bestimmen und das Netz entsprechend auszulegen. In diesem Fall ist das aber nicht so einfach.

Von der rein übertragungstechnischen Perspektive können wir uns auf die Ethernet-Entwicklung verlassen. 10 Gigabit Ethernet gibt es in ungefähr zehn Varianten vom Rack bis zur 40km-Strecke und man wird sicher eine passende Kombination finden. Einschlägige Hersteller bieten auch entsprechend leistungsfähige Switches an und die Erweiterung auf 40/100 GbE steht vor der Tür. Aber damit ist es leider nicht getan.

Ich habe die Virtualisierungsthematik daher auf der Suche nach Indizien, die für eine zukünftige Netzwerkplanung von Bedeutung sein könnten, angepackt.

weiter mit: Die Auswirkungen der Virtualisierung auf die Netzwerkplanung

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