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Netzwerk-Grundlagen – Rechenzentrumsnetze im Umbruch, Teil 1

Virtualisierung, I/O-Konsolidierung und Speicher-Konvergenz – das 1x1 des Rechenzentrums

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Die Auswirkungen der Virtualisierung auf die Netzwerkplanung

Dabei bin ich zunächst einmal darauf gestoßen, dass die aktuelle Situation durchaus mit dem Zustandekommen des Milchpreises beim Discounter vergleichbar ist: alle mischen irgendwie mit, jeder (Kühe, Bauern, Minister, Verbraucher, Molkereien, EU und Discounter) findet sich besonders wichtig und am Ende kommt alle anders.

Mit VMware, Citrix und Microsoft gibt es drei wesentliche Player für Virtualisierungssoftware. Sie bemühen sich zwar redlich darum, konstruktive Unterschiede herauszustellen, aber letztlich ist das alles tagesaktuell. Sagen wir die Hersteller A und B unterscheiden sich in der Konstruktion der Treibersoftware für die HBAs. Der Unterschied führt dazu, dass A in Tests besser ist als B. Dann kommt der Hardware-Hersteller X und unterstützt die Software von B durch einen besseren Hardwarezugriff. Das Ergebnis ist klar: die Kombination von B und X ist schneller. Jetzt schauen die Besitzer von A in die Röhre. Sie müssen darauf warten, dass X oder ein anderer Hersteller Y die Software von A ebenso unterstützen. Schließlich kommt der Netzwerkhersteller C und sagt, dass alles nur dann besser würde, wenn man Server, Netz und Steuerungssoftware nur von ihm kauft. Dazu bietet er dann neuerdings auch Server an. Das ärgert den Server- und Netzwerkhersteller H und der schlägt entsprechend zurück.

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Eine Seifenoper ist nichts dagegen!

Die Frage ist doch: machen wir die Entscheidung, morgens Müsli zu essen, von den Einflussmöglichkeiten des bayerischen Landwirtschaftsministers auf die EU-Kommission abhängig? Wohl kaum !

Uns so müssen wir es auch bei der Gestaltung der RZ-Netze halten:

  • Abkopplung von allzu kurzlebigen Tagesdiskussionen
  • Abkopplung von Herstellerinitiativen
  • Hinwendung zu rein standardisierten Lösungen

Natürlich müssen wir dabei auch Diskussionen und Initiativen berücksichtigen, aber nicht im Hinblick auf kurzfristige Ergebnisse, sondern im Hinblick auf langfristige Konsequenzen.

Die ersten Teile dieser Reihe stellen Virtualisierungskonzepte und I/O-Konsolidierung in den Mittelpunkt. Anhand eines (im Rahmen allgemeiner Betrachtungen von Betriebssystemen üblichen) Prozessmodells gelingt es, die für ein Netzwerk wesentlichen Konsequenzen und Zusammenhänge der Entwicklung herauszuarbeiten.

Macht man das so, fällt sofort auf, dass die existierenden Virtualisierungsprodukte ganz erhebliche Lücken und Probleme haben. Diese Lücken müssen in den nächsten Monaten und Jahren geschlossen werden, sonst gibt das insgesamt nichts.

weiter mit: Kernelemente der Virtualisierung

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