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Schnappschüsse: UCC erleichtert das Leben der „Couture“-Mitarbeiter UCC Look & Feel – „Der Teufel trägt Prada“, eine Microsoft-Produktion

| Redakteur: Ulrike Ostler

Unified Communications und Collaboration (UCC) verändert das Arbeitsleben enorm. Doch das können Datenblätter und Whitepaper kaum vermitteln. Ähnliches scheinen sich auch die Marketiers bei Microsoft gedacht zu haben. Sie ließen die Filmkomödie „Der Teufel trägt Prada“ neu inszenieren. Das Ergebnis: Die Chefredakteurin des Modemagazins und Universalherrscherin schikaniert ihre Mitarbeiter nach wie vor. Doch die sind besser organisiert.

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Microsoft inszeniert Filmkulisse für UCC: Ende gut, alles gut.
Microsoft inszeniert Filmkulisse für UCC: Ende gut, alles gut.
( Archiv: Vogel Business Media )
Abschätzen: Der Boss fordert. (Archiv: Vogel Business Media)

Alle habe Angst vor DER Chefredakteurin. Die heißt im Originalfilm Miranda Priestly und leitet dort die führende Modezeitschrift „Runway“. Ihr Urteil schafft neue Stars in der Modewelt oder lässt sie verglühen. Diese Kunstfigur soll wiederum ihr Vorbild in Anna Wintour, Chefredakteurin der amerikanischen „Vogue“ haben.

Ihre Assistentin „Andy“, hat zwar von Mode keine Ahnung, dafür aber die Northwestern Universität absolviert hat, sieht den Job als Sprungbrett für größere Aufgaben. In den Augen ihrer Chefin ist sie unmöglich gekleidet und mit Kleidergröße 36 zu dick, aber vermutlich clever.

Mindestens zehn Aufgaben erteilt die Chefin ihrer hinterherhetzenden Assistentin und: „Einen frischen Kaffee, bitte!“ (Archiv: Vogel Business Media)

Viele Vorgängerinnen waren von der Aufgabe und vor allem von Miranda komplett überfordert und bleiben nur kurz. Doch Andy will sich beweisen. Und dank Unified Communications kann sie das in der Microsoft-Bearbeitung des Filmstoffs auch vergleichsweise entspannt.

Kontakt mit dem Fahrer der herannahenden Miranda. (Archiv: Vogel Business Media)

Nach wie vor, zittern die Verlagsmitarbeiter und die Modewelt vor Miranda. Doch die Assistentin kann alle Kollegen zumindest rechtzeitig warnen, bevor die Gnadenlose erscheint. Der Fahrer schickt aus dem Auto heraus eine Mail. Durch den Click auf die Telefonnummer, wird die Assistentin umgehend und direkt mit dem Fahrer verbunden: „Ist das wirklich wahr?“ – „Ja, sie Kommt.“ – Oh-Gott“

Mail an alle: „Sie ist da!“ (Archiv: Vogel Business Media)

Nachdem klar ist, dass die Diktatorin unausweichlich und unmittelbar naht, rettet Andy mit nur einer Mail, alle Kollegen vor bösen Blicken und spitzen Bemerkungen – zunächst.

„Besprechung in fünf Minuten.“ - Die Chefin bestellt auf dem Weg in die Teppichetage alle Designer ein. (Archiv: Vogel Business Media)

Die Böse meldet sich aber alsbald selbst. Sie bestellt per Smartphone alle Designer zum Meeting, und zwar in fünf Minuten. Einladung und Raumreservierung erfolgen per Outlook. Die Teammitglieder springen zunächst aufgescheucht auf, bestätigen aber brav ihre Teilnahme. Der Besprechungsraum ist nun reserviert. Von dort aus können alle an einer Video-Konferenz teilnehmen.

Als die imperiale Herrscherin den Aufzug verlässt, überschüttet sie ihre Assistentin mit diversen Aufgaben; frischen Kaffee besorgen, das Meeting vorbereiten. Es geht um ein völlig verkorkstes Titelbild. Die neuen Stoffmuster müssen abgeholt, Manolo-Schuhe bestellt und Nachbesserung vom Fotografen verlangt werden. „Seine Hosenbilder machen depressiv.“

Dank „shared documents“ haben alle dieselben aktuellen Entwürfe vor Augen. Verteilen und Suchen entfällt. (Archiv: Vogel Business Media)

Die Assistentin stellt die Titelblatt-Entwürfe, sowie Seiten aus dem Inhalt der nächsten Magazin-Ausgabe per Sharepoint-Server zur Verfügung. Das erlaubt allen Teammitgliedern darauf zuzugreifen, und sie während der Besprechung auf einem Monitor dazustellen.

„Sie hat was? Den Termin vorverlegt? der sollte doch erst....“ Rückfrage auf die E-Mail der Assistentin. (Archiv: Vogel Business Media)

Derweil mögen die Teammitglieder noch nicht recht glauben, dass die Chefin so kurzfristig ein Meeting ansetzt. Denn das verheißt nichts Gutes.

Dennoch begeben sich alle in den Video-bewährten Besprechungsraum. Die Chefin bleibt auf ihrem Chefsessel.

Das Titelbild taugt nicht. (Archiv: Vogel Business Media)

Sie nimmt per Videokonferenz-Tool an dem Meeting teil, nicht jedoch ohne per Ferndiagnose ihren Mitarbeitern verständlich zu machen, dass sie zwar privilegiert sind, ihre Arbeit jedoch nicht. Die bisherigen Entwürfe sind schlichtweg unterirdisch; sie erwartet Besserung.

Derweil hastet Andy bepackt, das Smartphone in der einen und den Kaffee in der anderen Hand, durch die Straßen von New York.

Kommunikation via Mobilfunkmit diversen Kalendern: Per Sprachnachricht bekommt die Assistentin mitgeteilt, dass sie ein Termin ansteht und dieser eventuell mit einem anderen kollidiert. Sie kann ihn per Spracheingabe verschieben. (Archiv: Vogel Business Media)

Per Stimme kommuniziert sie mit dem Exchange-Server, der sie über ein Meeting informiert. Sie verschiebt es – weiterhin im Laufschritt, jedoch nicht atemlos – um zehn Minuten.

Anschließend lässt sie sich mit dem Schuhspezialisten verbinden, der die richtige Größe des angesagtesten Designermodells findet und hernach ins Büro liefern lässt.

Hässliche Entlein werden nicht geduldet. Die Assistentin ist nicht nur UCC-Trendsetter, sondern auch noch modisch dem Design-Team voraus. (Archiv: Vogel Business Media)

Wieder zurück im Büro ist die Assistentin wundervoll herausgeputzt. Das Rot leuchtet, der üppige Schmuck glänzt. Die Metamophose im Original dauert nur eine Idee länger. Zudem kann die nunmehr Wundervolle berichten, dass sie alles erledigt hat und der Unerbitterlichen unterschieben: „Der Kaffee ist noch heiß.“

Die Filmkomödie von David Frankel aus dem Jahr 2006 rief nahezu durchweg positive Reaktionen hervor. So beschrieb James Berardinelli auf „ReelViews den Film sowohl als „energiebeladene Satire auf die Modewelt“ als auch als „Melodram“. Die Kritikerin Carina Chocano betitelte die Produktion in der Los Angeles Times als „überraschend witzig“.

Allerdings spielten hier auch Stars wie Meryl Streep, Anne Hathaway und Emily Blunt. Da kann die Microsoft-Variante nicht mithalten.

Doch auch die Persiflage auf die Satire entbehrt nicht der Ironie. Das Machwerk entlarvt auch die Grenzen der Technik. Denn eine Chefin wie Miranda bricht trotz Unified Communications ohne Lob und Tadel als Urgewalt über die Mitarbeiter herein. Diese wandeln sich nicht wunderbar und ad hoc zu Genies und glücklichen Menschen, die Chefredakteurin nicht zum besseren Menschen.

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