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Kommunikation über den Hypervisor
Ein Hypervisor hat grundsätzlich die Möglichkeit eine Kommunikation zwischen den virtuellen Maschinen zu realisieren – auch für unterschiedliche Gastsysteme. Er hat aber keine Oberfläche, die sich so bedienen lässt wie die eines Switches. Also muss der virtuelle Ethernet Switch als Ergänzung des Hypervisors, und zwar implementiert auf dessen Ebene, gesehen werden. Dadurch bekommt der virtuelle Switch auch einen fast direkten Zugriff zum HBA und damit zur Kommunikation nach draußen, siehe Bild 7.
Der Speicherverkehr
Wir haben das hier bisher mit Ethernet-Paketen erklärt. Es gibt aber noch eine weitere wichtige Kommunikationsart: den Speicherverkehr. In anspruchsvolleren Umgebungen mit Storage Area Networks gibt es hier den Fibre Channel. Führende Hersteller in diesem Bereich, wie Brocade, lassen natürlich die virtuellen Maschinen nicht im Regen stehen sondern bieten ebenfalls vergleichbare Lösungen an.
Virtuelle Switches können mit den gleichen Merkmalen ausgestattet werden wie ihre physikalischen Brüder. Man kann also z.B. VLANs bilden, um die Kommunikation nur auf bestimmte virtuelle Maschinen zu beschränken oder eine Priorisierung vorsehen, um bestimmte Verkehrsflüsse bevorzugt behandeln zu können.
Da virtuelle Switches reine Software sind, kann man natürlich alle relevanten bestehenden Standards (z.B. IEEE 802.1 und 802.3) implementieren und in Zukunft neue Standards leicht integrieren. Lediglich ihre Leistung lässt sich nicht wie üblich in Schnittstellenanzahl multipliziert mit Schnittstellenleistung beschreiben, denn sie hängt einzig und alleine vom Hypervisor und seinen Möglichkeiten in der Multi-Core-Umgebung ab.
Da ein virtueller Ethernet Switch einen Zugriff auf den HBA hat, kommen wir über ihn endlich dazu, virtuelle Maschinen systemübergreifend verbinden zu können. Dazu müssen die betroffenen HBAs lediglich an eine vorhandene Ethernet-Infrastruktur angeschlossen werden, siehe Abb. 8.
Netzwerk-Virtualisierung
In einem Zuge wird damit das physikalische Netz ebenfalls virtualisiert, denn die virtuellen Maschinen können die physikalischen Systemgrenzen nicht sehen und „denken“, dass sie über eine virtuelle Ethernet-Struktur miteinander verbunden sind. Das wäre in Abb. 8 der dicke weiße Doppelpfeil.
Der Nexus 1000 V von Cisco Systems ist ein virtueller Ethernet-Switch. Er wurde von Cisco und VMware gemeinsam entwickelt. Mit entsprechenden Supervisor-Modulen lässt er sich genauso steuern wie ein physikalischer Switch. Es gibt von Cisco ein Video dazu, wo man sehen kann, wie einfach das ist. So kann man z.B. leicht mit wenigen Klicks VLANs definieren und virtuelle Maschinen in diese VLANs einbinden.
Aber damit sind die Fähigkeiten dieses virtuellen Switches längst nicht erschöpft.
Ich möchte noch mal einen Satz vom Anfang dieser Darstellungen wiederholen:
Die Virtualisierung kann kurz so charakterisiert werden, dass sie die bisher unflexiblen physikalischen Maschinen mit ihrer normalerweise recht starren Zuordnung zwischen Maschinen und Anwendungen flexibilisiert und ein System schafft, in dem man (virtuelle) Maschinen mit ihren assoziierten Anwendungen relativ freizügig über die physischen Maschinen zuordnen und bewegen kann.
Nur die Möglichkeit zur Bewegung der virtuellen Maschinen über physikalische Systemgrenzen hinaus bringt uns in die Dimension der freizügigen Lastverteilung und erheblich verbesserten Möglichkeiten bei der Disaster Recovery.
So entstehen die berühmt-berüchtigten „wandernden virtuellen Maschinen“.
Das dazu passende Produkt von VMware heißt sinnigerweise VMotion.
weiter mit: VMotion
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