Enterprise Mobility Summit 2016

The Future is now!

| Autor: Andreas Donner

Der Enterprise Mobility Summit 2016 setzte nicht nur mit einem Teilnehmerrekord Maßstäbe.
Der Enterprise Mobility Summit 2016 setzte nicht nur mit einem Teilnehmerrekord Maßstäbe. (Bild: VIT / Donner)

Lange war das Thema Enterprise Mobility getrieben von der Euphorie des Neuen und der Skepsis gegenüber dem Unbekannten. Dass sich das Thema mittlerweile deutlich versachlicht und bodenständig im Tagesgeschäft etabliert hat, machte der vierte Enterprise Mobility Summit der Vogel IT-Akademie Ende letzter Woche deutlich.

Was genau bedeutet die Entscheidung zu einer „Bring Your Own Device“-Strategie für mein Unternehmen? Welche unbekannten Sicherheitsrisiken lauern bei der Einführung von Mobility-Konzepten? Wie lassen sich die vielen neu ins Firmennetz gelangten mobilen Endgeräte sinnvoll managen?

Derartige Grundsatzfragen dominierten die Keynotes, Podiumsdiskussionen und Messegespräche auf den Enterprise Mobility Summits der ersten Jahre. Bereits letztes Jahr war jedoch deutlich zu spüren, dass sich der anfängliche Hype um das Thema Enterprise Mobility deutlich beruhigt und sich die Diskussionen versachlicht hatten. Und in diesem Jahr ist die lange skizzierte Zukunft endlich in der Gegenwart angekommen; oder anders gesprochen: das Thema Enterprise Mobility ist erwachsen geworden.

Kaum ein Unternehmen zweifelt heute noch an der Sinnhaftigkeit und/oder Notwendigkeit eines Mobility-Konzepts. Selbstverständlich sind Security-Fragen auch heute noch essentieller Bestandteil jeder Mobility-Diskussion – aber eben aufgeschlossener, sachlicher, bodenständiger und lösungsorientierter! Und auch ohne Mobile Device Management geht es natürlich nicht. Dass diese beiden Themen aber bereits Commodity sind, wäre zwar ein wenig hoch gegriffen, doch die Techniken zur Integration mobiler Devices in umfassende Sicherheitsstrukturen des gesamten Netzwerks sind mittlerweile ebenso weit entwickelt, wie die Werkzeuge für das Management von Smartphones, Tablets & Co.

Heute in epischer Breite diskutierte Themen drehen sich viel mehr um Prozessdefinitionen, App-Ansätze, Future Workplaces, SAP-Anbindung, die Gewinnung und Nutzung der über mobile Devices erzeugten Daten, das mobile Lifecycle Management im Allgemeinen und die Unterschiede der iOS- und Android-Integration in Unternehmensprozesse im Besonderen. Und genau diese Aspekte beleuchtete der vierte Enterprise Mobility Summit der Vogel IT-Akademie, dem Veranstaltungsbereich des Augsburger Verlagshauses Vogel IT-Medien, am 06. und 07.10.2016 in der mondäne Villa Kennedy in Frankfurt am Main.

Eingeladen waren erneut Spitzenvertreter aus Anbieter- und Anwenderunternehmen und auf der Agenda standen hochkarätige Keynote-Vorträge, Podiumsdiskussionen und interaktive Thinktanks sowie erneut die exklusive Erst-Präsentation der Ergebnisse der Enterprise Mobility Studie 2016 und die Vorstellung und Prämierung ausgewählter Referenzprojekte im Rahmen des Enterprise Mobility Awards. Eine Mobility-fokussierte Ausstellung rundete das Spektrum der Veranstaltung ab.

Knapp 160 Teilnehmer kamen nach Frankfurt zum EMS 2016 – Rekord.
Knapp 160 Teilnehmer kamen nach Frankfurt zum EMS 2016 – Rekord. (Bild: VIT / Donner)

Viele Besucher und ein straffes Programm

Knapp 170 Geschäftsführer, Manager und Abteilungsleiter von Anbietern und Anwenderunternehmen folgten der Einladung der Vogel IT-Akademie und IP-Insider und starteten mit der Keynote „Mobile meets Real Time – Von der statischen mobilen App zu digitalen Geschäftsprozessen in Echtzeit“ von Dr. Carlo Velten in den ersten Summit-Tag. Der ausgewiesene IT-Analyst ist CEO des IT-Research- und Beratungsunternehmens Crisp Research und zeichnete im Rahmen von mobile first, künstlicher Intelligenz und dem Spagat zwischen Skalierbarkeit und Sicherheit den Weg von der mobilen App zum digitalen Geschäftsprozess nach bzw. vor.

In einer zweiten Keynote zeigte Matthias Feldmann, Head of Enterprise Workplace Corporate Information Technology bei Carl Zeiss, die praktische Umsetzung des Next Generation Workplace am Beispiel seines Unternehmens. Daniel Flath, Architekt Devicemanagement bei DB Systel und Peter Schmitt, Projektmanager bei Centracon ergänzten die Erkenntnisse mit Ihrem Vortrag zum Wandel des mobilen Arbeitsplatzes bei der DB AG und skizzierten den Weg vom einstigen Mobile Device Management zum heutigen Enterprise Mobility Management. Matthias Wessner, Principal Architect der Login Consultants Germany rundete den Themenkomplex mit eindringlichen Infos zur grundsätzlichen Herangehensweise an das agile Management von Enterprise Mobility-Projekten ab.

Den ersten Tag schloss Prof. Dr. Marco Gercke, Director des Cybercrime Research Institute mit dem ersten Teil seiner Keynote zum Thema „Mobile Strategien in Europa – bergauf mit Handbremse“ ab und eröffnete mit Teil zwei seines internationalen Vergleichs diverser Mobilitätsstrategien auch den zweiten Summit-Tag. Der gewandte und faszinierende Redner begeisterte dabei einmal mehr mit hochinteressanten Fakten und spannenden wie humorigen Erfahrungen aus seiner Tätigkeit als Berater von Großunternehmen, internationalen Organisationen, Regierungen und Ministerien zu rechtlichen und politischen Fragen im Zusammenhang mit Cybersecurity und Internetkriminalität. Tenor seines Blicks auf die Unterschiede der Workplace- und Mobility-Konzepte in den USA, China und Europa, sowie deren Anteil an der Innovationskraft von Unternehmen: „Kopieren Sie nicht die Konzepte anderer Länder. Nur weil sich Großraumbüros mit Social-Collaboration-Ecken, gläserne Konferenzräume und Fitness-Bereiche bei Google, Facebook & Co. durchgesetzt haben, heißt das noch lange nicht, dass auch ein deutscher Mittelständler seine Innovationskraft aus der Umsetzung solcher Konzepte schöpfen kann bzw. muss.“ Viel mehr riet Gercke den interessiert mitdiskutierenden Teilnehmern, individuelle Strategien und Konzepte zu entwickeln, die eine Kultur der Kreativität und Innovationskraft im eigenen Unternehmen fördern. Was hierzu die Mittel der Wahl sind, müsste jedoch jedes Unternehmen im Dialog mit den Mitarbeitern selbst festlegen.

Thinktanks, Best Practices, Podiumsdiskussionen und mehr

Neben den klassischen Keynote-Vorträgen und großen Themenerörterungen im Ballsaal der Villa Kennedy kennzeichneten auch in diesem Jahr viele Thinktanks, Podiumsdiskussionen, Experten Roundtables und Best-Practice-Vorträge ausgewählter Anwenderunternehmen das Angebot des Enterprise Mobility Summits. Das in bis zu drei parallele Stränge aufgeteilte Veranstaltungskonzept erlaubte dabei jedem Besucher die individuelle Gestaltung eines thematisch passenden Programms – und ein – wie sollte es auch anders sein – App-basiertes Matchmaking-Tool ermöglichte die stressfreie Verabredung von persönlichen Gesprächsterminen mit Herstellern und Anbietern.

Kontakte nonstop

Auch die begleitende Ausstellung und die zahlreichen Networking-Gelegenheiten gaben Raum für den persönlichen Austausch mit Anbietern und Anwendern. Highlight in puncto Networking und Erfahrungsaustausch waren aber auch in diesem Jahr das abendliche Gala-Dinner und die anschließenden Kamingespräche an der Bar.

Enterprise Mobility Awards 2016

Wie auch schon in den letzten Jahren war die Verleihung des Enterprise Mobility Awards auch in diesem Jahr fester Bestandteil des Summits. Prämiert werden dabei konkrete Anwender-Projekte mit Pilot-Charakter. Insgesamt 30 Bewerbungen um den begehrten Award erreichten die Jury um Philipp Hübsch (Partnermanagement, mediaTest digital), Werner Nieberle (Geschäftsführer, Vogel IT-Medien), Dr. Carlo Velten (Managing Director, Crisp Research) und Matthias Wessner (Principal Architect, Login Consultants) in diesem Jahr.

Die glücklichen Gewinner der Enterprise Mobility Awards.
Die glücklichen Gewinner der Enterprise Mobility Awards. (Bild: www.offenblen.de)

Nach einer intensiven Erstbewertung im Vorfeld des Summits durch die Jury, waren die Verantwortlichen der neun besten Lösungen aus den Kategorien „Workforce Mobility“, „Business Process Mobilisation“ und „Customer Experience / Customer Recruitment“ aufgerufen, ihre Projekte auf dem Enterprise Mobility Summit der Jury und dem Publikum live vorzustellen.

Die Gewinner des Enterprise Mobility Award 2016 in der Kategrorie „Workforce Mobility“ sind auf Platz eins das Universitätsspital Basel mit seiner Lösung zum „Mobile Device Management“, auf Platz zwei M-net Telekommunikations mit seinem „Mobilen Field Force Management“ und auf Platz drei Amagu mit „EMM Sphere bei der Linde AG“.

In der Kategorie „Business Process Mobilization” gehen die Plätze eins bis drei an die „Linienoptimierung“ von KHS, an die mVISE AG für ihr „SaleSphere“-Projekt und an 3mobility solutions für die „Flexmobility platform“.

Und auf dem Siegerpodest der Kategorie „Customer Experience / Customer Recruitment“ finden sich auf Platz eins die Firma ACP mit ihrer „Managed Service App mit ApiOmat“, auf Platz zwei die mobile Reiseplanungs-App Tripclicker aus dem gleichnamigen Haus und auf Platz drei die Lösung zur „Kundenbindung mit Realtime Location Based Marketing“ von der artegic AG.

Enterprise Mobility Study 2016

Ebenfalls fester Bestandteil des Enterprise Mobility Summits ist die exklusive Erstpräsentation der Ergebnisse der Enterprise Mobility Studie 2016, die das Fachportal IP-Insider.de in diesem Jahr zum dritten Mal durchgeführt hat. Basis der Studie ist eine umfassende Befragung der Leser von IP-Insider zum Thema „Enterprise Mobility“. Die Studie gibt Aufschluss über die Herausforderungen und Chancen bei Enterprise Mobility-Projekten und spiegelt die Einschätzung der Leser zu Technologietrends, Anwendungsbereichen, Organisation und Budgetierung von Enterprise-Mobility-Aktivitäten in den Anwender-Unternehmen wider.

Same Procedure next Year

Das genaue Datum des Enterprise Mobility Summits 2017 steht zwar aktuell noch nicht zu 100 Prozent fest, dass die Branche im Herbst nächsten Jahres aber erneut der Einladung der Vogel IT-Akademie folgen wird, ist wohl keine Frage – denn schließlich ist der EMS mittlerweile der wohl angesagteste und wichtigste Mobility-Kongresses in Deutschland, so zumindest das überwältigende Echo der diesjährigen Teilnehmer.

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