Die (R)Evolution der Rechenzentren; Teil 24

Techniken für konvergente Netze – Das DCB Capability Exchange Protocol (DCBX)

07.04.2011 | Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Andreas Donner

Mittels DCBX werden die DCB-Fähigkeiten eines Peers abgefragt und Konfigurationsfehler aufgezeigt; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels
Mittels DCBX werden die DCB-Fähigkeiten eines Peers abgefragt und Konfigurationsfehler aufgezeigt; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels

Die Gerätevielfalt im Rechenzentrum ist groß und Geräte verschiedener Hersteller können DCB-Spezifikationen in unterschiedlichem Maße erfüllen. Zudem wird nicht jedes Gerät im RZ überhaupt DCB beherrschen. Daher muss es einen Mechanismus geben, der die DCB-Fähigkeiten der Geräte automatisch abfragt und weitere Informationen zur Konfiguration ermittelt. Außerdem muss die Datenrate zwischen zwei Geräten durch eine Autonegotiation festgelegt werden. Genau dies ist die Aufgabe von DCBX.

Eine diesbezügliche Erweiterung zu den bisherigen DCB-Spezifikationen wurde von Mitarbeitern der Hersteller Broadcom, Brocade, Cisco, Dell, Emulex, Fujitsu, IBM, Intel, Juniper Marvell, Mellanox, PLX und Qlogic erarbeitet. Die erweiterte Spezifikation, das Data Center Discovery and Capability Exchange Protokoll, wird von DCB-Einheiten dazu benutzt, Daten über die jeweiligen Möglichkeiten der Geräte unmittelbar auszutauschen. Das Protokoll kann ebenso zu Konfigurationszwecken und zur Entdeckung von falschen Konfigurationen benutzt werden.

In der Spezifikation wird das Basis-Protokoll durch endliche Automaten spezifiziert. Die ist eine bewährte und recht deutungsfreie Methode.

Die Möglichkeiten von DCB-Einheiten wie HBAs und Switches werden durch so genannte Features beschrieben. Für jedes Feature, das unterstützt wird, müssen die folgenden Informationen bereitgestellt werden:

  • die auszutauschenden Parameter
  • die Art der Benutzung der Parameter für die Entdeckung von Fehlkonfigurationen
  • eine Festlegung der Reaktion auf einen entdeckten Fehlerfall

In der Version 1.0 der DCBX-Spezifikation wird das für Priority Groups (PG) und Priority-based Flow Control (PFC) gemacht.

Ziele der DCBX-Spezifikation

Das Ziel der DCBX-Spezifikation ist das Discovery von DCB-Fähigkeiten eines Peers. DCBX soll dazu benutzt werden, die DCB-Fähigkeiten eines Peers festzustellen. Der Peer eines HBAs ist normalerweise ein Switchport. Der Peer eines Switchports kann ein HBA oder ein anderer Switchport sein. In jedem Fall sind Peers technisch unmittelbar miteinander verbunden. Es geht darum festzustellen, welche DCB-Fähigkeiten wie PG oder PFC von einem Peer unterstützt werden. Man kann so bestimmen, welche Fähigkeiten im Rahmen der bidirektionalen Verbindung von zwei Peers unterstützt werden.

Ein weiteres Ziel der DCBX-Spezifikation ist die Entdeckung von Fehlkonfigurationen des DCB-Features. DCBX kann dazu benutzt werden, Fehlkonfigurationen auf Peer-Links festzustellen. Die Feststellung einer Fehlkonfiguration ist jedoch Feature-spezifisch, da es Features geben kann, die auch eine asymmetrische Konfiguration zulassen.

Das dritte Ziel der DCBX-Spezifikation ist die Peer Configuration von DCB-Features. DCBX kann von einem Gerät dazu benutzt werden, die Konfiguration von DCB-Features in seinem Peer-Kommunikationspartner vorzunehmen. Das Ziel ist es, eine Basis-Peer-to-Peer-Konfiguration in der Initial-Version von DCBX zu realisieren. Spätere Versionen von DCBX oder andere Anwendungen der höheren Schichten können darauf zurückgreifen, um komplexere Methoden zur Konfigurations-Verteilung zu etablieren.

Die Abbildung 1 zeigt ein Szenario für ein Netz, welches DCBX benutzt. DCBX-fähige Links tauschen dabei Informationen über DCB-Fähigkeiten und Konfiguration aus. Warnungen über mögliche Konflikte werden an die Management-Station geschickt. Zum Beispiel kann man so eine Grenze zwischen Geräten, die DCB unterstützen, und solchen, die das nicht tun, aufzeigen.

Jedes DC-Feature besitzt eine Menge von Parametern. DCB-Parameter können in zwei Kategorien eingeteilt werden: auszutauschende Parameter und lokale Parameter.

Die auszutauschenden Parameter werden an den Peer geschickt. Innerhalb dieser Parameter gibt es zwei Untergruppen: administrierte und operationelle Parameter. Erstere werden durch die Konfiguration festgelegt.

Ein operationeller Parameter ist der betriebliche Status der betreffenden administrierten Parameter. Der betriebliche Status kann sich vom administrativen oder konfigurierten Status unterscheiden, hauptsächlich als Ergebnis der DCBX-Kommunikation zwischen den Peers. Operationelle Parameter gibt es nur für diejenigen administrierten Parameter, bei denen eine Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass der operationelle Status von dem ursprünglich durch den Administrator konfigurierten abweicht. In eine LLDP-Nachricht werden operationelle Parameter nur zu informativen Zwecken eingefügt. Damit kann z.B. ein Gerät darüber in Kenntnis gesetzt werden, wie der aktuelle operationelle Status eines Peers aussieht. Die Abbildung 2 fasst dies zusammen.

weiter mit: Datenaustausch via Link Layer Discovery Protocol

 

ComConsult Rechenzentrum Infrastruktur-Redesign Forum 2011

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 2050801 / Converged Networking )