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Umfrage von Robert Half Sorge um Mitarbeiterbindung wächst

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie steigt die bereits bekannte Sorge von Führungskräften, ihre Facharbeiter zu verlieren, weiter an. Die Hauptgründe dafür sind Krisen-bedingte Gehaltskürzungen und die fehlende Perspektive auf Gehaltserhöhungen.

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Wegen der Coronakrise fürchten viele Unternehmen Fachkräfte zu verlieren.
Wegen der Coronakrise fürchten viele Unternehmen Fachkräfte zu verlieren.
(Bild: MichaelJBerlin - stock.adobe.com)

Die aktuelle Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half zeigt, dass 80 Prozent der deutschen Führungskräfte darüber besorgt sind, qualifizierte Mitarbeiter nicht langfristig binden zu können. 31 Prozent sehen die Ursache dafür in Corona-bedingten Gehaltskürzungen oder zumindest die mangelnde Aussicht auf eine baldige Gehaltserhöhung.

„Trotz spürbarer Verunsicherung auf dem internationalen Arbeitsmarkt, gibt es auch gute Nachrichten“, sagt Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & France bei Robert Half. „Die Gehälter bleiben trotz Corona weitestgehend stabil.“ Laut der neuen Gehaltsübersicht 2021 des Personaldienstleisters haben 44 Prozent der befragten Arbeitgeber im Jahr 2020 keine Veränderung am Gehalt vorgenommen. Knapp ein Drittel der Befragten (29 %) gibt an, dass sie die Gehälter seit Beginn der Pandemie sogar erhöht haben.

Außerdem werden trotz Wirtschaftskrise auch in diesem Jahr Boni ausgezahlt. Allerdings kündigen 46 Prozent der Befragten an, dass diese 2020 niedriger ausfallen werden als im Vorjahr. Bei etwa jedem Dritten gibt es laut Studie keine Veränderung hinsichtlich der Zusatzzahlungen, 11 Prozent wollen sogar einen höheren Betrag gewähren.

Zusatzleistungen für die Mitarbeiterbindung

Dennoch verunsichern Einsparmaßnahmen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen. 42 Prozent der befragten Unternehmen fürchten, dass Mitarbeiter in Schlüsselpositionen von anderen Firmen abgeworben werden könnten.

„Die Mitarbeiter sind das wertvollste Kapital eines Unternehmens, sowohl um kurzfristig die Krise zu meistern als auch um langfristiges Unternehmenswachstum zu sichern“, so Hennige. „Viele Arbeitnehmer sind während der Pandemie aufgrund von Überstunden und der Übernahme von mehr Verantwortung an ihre Grenzen gestoßen. Das ist ihnen in den vergangenen Monaten bewusst geworden, sodass sie beginnen, ihre persönlichen Karriereprioritäten zu überdenken. Um wichtige Mitarbeiter zu halten und für neue Talente attraktiv zu bleiben, dürfen Arbeitgeber das auf keinen Fall ignorieren. Sie sollten regelmäßig ihre Vergütungen auf den Prüfstand stellen und bereit sein, bei der Bindung und der Suche von Mitarbeitern schnell zu handeln.“

Der Umfrage zufolge reagieren Unternehmen bereits auf diese Entwicklung. Fast zwei Drittel der befragten Führungskräfte (60 %) haben seit Beginn der Pandemie neue Zusatzleistungen für Arbeitnehmer eingeführt. Beispiele sind zusätzlicher Urlaub (40 %), Zuschüsse für die Büroausstattung (40 %) oder Unterstützung im Bereich der psychischen Gesundheit (39 %) und der externen Kinderbetreuung (30 %).

Homeoffice beeinflusst das Gehalt

Telearbeit und Homeoffice wirken sich auf das Gehaltsniveau aus. Da immer mehr Arbeitnehmer von zu Hause aus arbeiten, beeinflusst ihr Standort zunehmend die Gehaltshöhe in Deutschland. Laut der Studie orientiert sich das Einstiegsgehalt in erster Linie am Standort des neuen Mitarbeiters (39 %) und zu 30 Prozent an dem des Unternehmens. Bei ebenfalls etwa 30 Prozent der Befragten ist es eine Mischung aus beiden Standorten.

Und weltweit?

Vergleicht man die deutschen Ergebnisse mit den internationalen Zahlen, lassen sich viele Gemeinsamkeiten erkennen. Mit 86 Prozent ist die Sorge der Befragten, wertvolle Mitarbeiter zu verlieren, global noch größer als in Deutschland. Es zeigt sich: Für rund ein Drittel aller Führungskräfte ist eine zu niedrige Vergütung oder die fehlende Aussicht auf eine Gehaltserhöhung der Grund dafür.

„Es wird deutlich, dass die Krise keine Ländergrenzen kennt und weltweit ein hoher Bedarf an Fachkräften besteht. Entsprechend groß ist die Sorge, wichtige Mitarbeiter zu verlieren und passende Bewerber zu finden“, erklärt Hennige.

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