Intelligente Software an die Macht

Software macht Hardware in IT-Infrastrukturen austauschbar

| Autor / Redakteur: Maik Hähnel / Andreas Donner

Hardware ist Vergangenheit, Software ist die Zukunft – das sagt Maik Hähnel von Fritz & Macziol.
Hardware ist Vergangenheit, Software ist die Zukunft – das sagt Maik Hähnel von Fritz & Macziol. (Bild: Nmedia - Fotolia.com)

Hardware ist Vergangenheit – heute dominieren Themen wie Cloud Computing, Big Data und Social Collaboration die IT-Welt. Sie verfolgen ein gemeinsames Ziel: effizientere Prozesse hin­sicht­lich der IT-Organisation und damit auch für übergeordnete Geschäftsziele. Die Hardware spielt dabei zunehmend eine untergeordnete Rolle, sie ist nur noch Mittel zum Zweck.

Brauchte noch vor wenigen Jahren selbst ein Mittelständler riesige Hardware-Racks, so kommt er heute mit einem Bruchteil des Platzbedarfs aus – und das bei enorm steigenden Datenmengen. Eine hochverfügbare und hochperformante Hardware ist zwar immer noch die Basis des Rechenzentrums – allerdings ist es die Software, die die Zukunft antreibt.

Die tatsächliche Effizienz und Steigerung der Wertschöpfung erhalten Unternehmen und Endanwender durch die Software. Sie wünschen sich elastische IT-Strukturen, die sich dem Bedarf anpassen – ähnlich dem Cloud Computing-Prinzip, nur eben im eigenen Rechenzentrum und umgesetzt mit günstiger, aber skalierbarer Hardware.

Dafür braucht es flexible, intelligente Software auf allen Ebenen, ob für Server, Netzwerk und Storage. Diese benötigt nicht mehr Hardware als in zwei Höheneinheiten – auch als 2U bekannt – eines Racks passt. Bei Bedarf lässt sich einfach eine weitere 2U-Box dazustellen. Die Software skaliert entsprechend mit – ist sie in dieser Art unflexibel, wird sie entweder nicht überleben oder angepasst. Dazwischen ist nur Platz für die Nische.

Kleine Startups als Treiber

Interessanterweise sind es nicht die bekannten Global Player, die neuen Schwung in diesen Markt bringen, sondern kleine Startups wie Simplivity. Sie haben die Leistungsstärke von Software erkannt und nutzen das Potenzial. Die großen Hersteller beobachten die findigen Jungunternehmen genau – und übernehmen sie kurzerhand, wenn sie sich sinnvoll verstärken können. Beispielsweise kaufte VMware für 1,26 Milliarden US-Dollar den Netzwerkspezialisten Nicira und integrierte dessen Lösungen in sein eigenes Produktportfolio.

Am Anfang stand die Hardware, dann kam die Cloud – nun siegt die Software?

Heute verteilt die Software die Hardware-Kapazitäten, nicht umgekehrt – im Fachjargon heißt das Distributed, Software Defined oder Hyperconverged Computing. Ursprünglich kamen diese Verfahren bei Projekten zum Einsatz, die sehr viel Rechenleistung erforderten, etwa bei der Pharmaforschung.

Inzwischen sind die Konzepte im Massenmarkt angekommen, brechen die früheren Silo-Strukturen für Bereiche wie Storage oder Server auf und verteilen die Rechner-Ressourcen intelligent nach Bedarf. Die Leistungsstärke der Hardware wird dabei vorausgesetzt, sie ist selbstverständlich geworden, selbst bei anspruchsvollen Vorhaben wie Business Analytics.

Maik Hähnel
Maik Hähnel (Bild: Fritz & Macziol)

Eins ist sicher. Die Bedeutung von Software nimmt weiter zu. Hardware wird weniger komplex, sie wird austauschbar, solange die Performance gesichert ist. Software dagegen wird umfangreicher, agiler und nimmt zunehmend eine Schlüsselrolle bei sämtlichen Prozessen ein. Dadurch entstehen neue Betriebskonzepte, die das IT-Management und den Betrieb von Netzwerk-Infrastrukturen effizienter machen: Im täglichen Betrieb können die Unternehmen beispielsweise allein beim IT-Management im Bereich Storage bis zu 80 Prozent der Kosten einsparen, wie unsere Erfahrung zeigt.

Über den Autor

Maik Hähnel ist Executive Enterprise Architect Data Center Services bei Fritz & Macziol.

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