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Software-Defined Networking und automatisiertes Management So wird Netzwerkseg­men­tierung machbar

| Autor / Redakteur: Robert Blank / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Seit Jahrzehnten gelten Netzwerksegmentie­rungen im als probates Mittel, um Cyber­an­griffen zu entschärfen. Dennoch kommt eine umfassende Netz­werk­seg­men­tierung selten zum Einsatz – fürchten Unternehmen doch die Kosten und den Aufwand. Mit SDN und einer automatisierten Management-Lösungen können Segmentierungen jedoch längst mit geringen Ressourcen und wenig Zusatzaufwand umgesetzt werden.

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Netzwerksegmentierung – oder noch besser: Mikrosegmentierung – wird mit SDN und automated Management auch für Unternehmen mit kleinem IT-Budget attraktiv.
Netzwerksegmentierung – oder noch besser: Mikrosegmentierung – wird mit SDN und automated Management auch für Unternehmen mit kleinem IT-Budget attraktiv.
(Bild: © putilov_denis - stock.adobe.com)

Wenn es um den Schutz ihrer IT- und OT-Systeme geht, sehen viele Unternehmen die Grenzlinie zwischen Netzwerk und Außenwelt als optimalen Ansatzpunkt einer effektiven Sicherheitsstrategie. Entsprechend umfassend lassen sie den Datenverkehr zwischen den beiden Bereichen überwachen, analysieren und kontrollieren – und stellen so sicher, dass Innen und Außen klar voneinander abgegrenzt sind.

Das Netzwerk selbst dagegen behandeln sie für gewöhnlich als Einheit. Zu häufig statten sie es nur mit einer partiellen oder keiner Segmentierung aus. Doch das kann zum Türöffner werden, denn Cyberkriminelle wissen um diese Schwachstelle. Sie spekulieren darauf, mit ihrer Malware nur einen äußeren Schutzring durchdringen zu müssen, um dann flächendeckend im Netzwerk ihrer Opfer agieren zu können.

Wollen Unternehmen Ihre IT- und OT-Systeme effektiv vor einem Angriff schützen, kommen sie deshalb nicht an einer umfassenden Netzwerksegmentierung vorbei!

Netzwerksegmentierung – Cyberangriffen die Spitze nehmen

Netzwerksegmentierung bedeutet, dass die Infrastruktur eines Netzwerkes in einzelne Segmente unterteilt wird. Der Datenzugriff und -transfer von einem Segment in ein anderes ist dabei Regeln unterworfen und mit Sicherheits-Tools verzahnt. Die Ausbreitung einer Malware von einem auf ein anderes Segment kann – sind die entsprechenden Zugriffsregeln gesetzt – so effektiv verhindert werden. Cyber-Angriffe bleiben auf einzelne Segmente beschränkt, werden quasi unter Quarantäne gestellt.

Seit ihren Anfängen vor über vier Jahrzehnten haben sich Strategie, Taktik und Technologie der Netzwerksegmentierung stark entwickelt. Eine besonders starke Variante, die seit einigen Jahren erfolgreich im Einsatz ist und sich gut in das geschäftsorientierte Sicherheitsmodell von Unternehmen integrieren lässt, stellt dabei die Mikrosegmentierung dar.

Geschäftsorientierte Form der Netzwerksegmentierung – Segmentieren auf Mikroebene

Bei einer Mikrosegmentierung werden die einzelnen Segmente besonders feingliedrig, bis auf die Anwendungs- und Benutzerebene, heruntergebrochen. Der Zugriff auf ein einzelnes Segment, das einer Anwendung entspricht, wird nur einer klar definierten und begrenzten Gruppe von Benutzern gestattet. Identity-Management-Systeme bilden die Grundlage dieser Variante. Sie ermöglichen es, Nutzer unkompliziert zu autorisierten Gruppen zusammenzuschließen und diesen dann, über alle am Netzwerk angeschlossenen Technologien hinweg, Zugriff auf einzelne Anwendungen zu erlauben. Cyberkriminelle haben kaum noch eine Chance, größeren Schaden anzurichten.

Dass viele Unternehmen dennoch bislang vor einer Implementierung zurückschrecken hat vor allem einen Grund: sie scheuen die, angeblich, hohen Investitionen.

Vermeintliche Schwachstelle der Segmentierung – ein hoher Kosten- und Arbeitsaufwand

Segmentierungen verbessern zwar die Sicherheit des Netzwerkes, doch erzeugen sie zusätzliche Kosten – vor allem dann, wenn das Netzwerk in traditionellen On-Premises-Datenzentren betrieben wird. Dann müssen Investitionen in neue Hardware getätigt, muss die IT-Sicherheitsabteilung langfristig in Anspruch genommen werden, um nach der Implementierung die Funktionstüchtigkeit des segmentierten Netzwerkes gewährleisten zu können. Aus diesem Grund beschränken Unternehmen sich meist auf wenige Untergliederungen und schöpfen das Potential einer Segmentierung nicht voll aus – von der Inangriffnahme einer Mikrosegmentierung ganz zu schweigen.

Der Ausweg aus der Ressourcen-Falle – Software-Defined Networking

Eine Wende brachte vor einigen Jahren die Einführung der anpassungsfähigen Virtualisierungstechnologie Software-Defined Networking (SDN). Die Flexibilität von SDN erlaubt eine erweiterte, granulare Segmentbildung, wobei Netzwerke in abertausende von Mikrosegmenten unterteilt werden können – bei vergleichsweise geringem Kostenaufwand. Gerade Unternehmen mit begrenzten Ressourcen erhalten so die Möglichkeit, umfassende Segmentierungen – selbst Mikrosegmentierungen – erfolgreich umsetzen.

Der richtige Weg zur Mikrosegmentierung – Planung und Verwaltung mit automatisierter Hilfe

Um eine Mikrosegmentierung effektiv durchzuführen, bedarf es jedoch einer intensiven Vorarbeit. In einem ersten Schritt müssen alle Anwendungsströme im Netzwerk ermittelt und analysiert, sowie eine Übersicht aller Datenflüsse, Server und Sicherheitsgeräte erstellt werden. Anschließend muss auf Basis der Datenstrom-Analyse ein Segmentierungsschema erstellt werden. Dieses Schema dient wiederum der Platzierung von Sicherheitsfiltern zwischen Datenflüssen und Anwendungen als Ausgangspunkt. Ist die Implementierungsphase abgeschlossen, beginnt die Evaluierung. Regelmäßig muss das eingesetzte Schema nun auf Einhaltung der Compliance und Nahtlosigkeit der Datenübertragung überprüft werden.

Um diese Prozesse möglichst effektiv und effizient bewerkstelligen zu können, stehen zahlreiche automatisierte Management-Lösungen zur Verfügung, die IT-Sicherheitsgruppen bei ihrer Arbeit unterstützen. Sie übernehmen die schnelle Erkennung der Verbindungen, das Mapping und die laufende Verwaltung des segmentierten Netzwerkes. Außerdem gewährleisten sie, dass die Sicherheitsrichtlinien, die der Segmentierungsstrategie zugrunde liegen, im gesamten Netzwerk konsequent angewandt sowie zentral verwaltet und überwacht werden. Den eingebundenen IT-Abteilungen wird ihre Arbeit damit erheblich erleichtert.

Robert Blank.
Robert Blank.
(Bild: AlgoSec)

Fazit

Ausgerüstet mit einer automatisch arbeitenden Management-Lösung, können sogar Unternehmen mit sehr kleiner IT-Sicherheitsabteilung sehr einfach eine SDN-basierte Segmentierung an ihrem Netzwerk vornehmen – bis hin zur Mikrosegmentierung. Kosten und Arbeitsumfang stehen einer erhöhten Netzwerksicherheit nicht mehr im Wege, im Gegenteil: Überwachung und Absicherung des Netzwerkes werden aufgrund der Automatisierung deutlich einfacher und weniger aufwendig. Zudem sind virtuelle Angriffe auf ein Segment beschränkt, lassen sich also leicht isolieren und greifen nicht wild im gesamten Unternehmen um sich.

Über den Autor

Robert Blank ist DACH Lead und Regional Sales Manager bei AlgoSec.

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