Windows-Fehlerbehebung mit Debug Diagnostic Tool v2 Update 1

So verhindern Sie Abstürze, Speicher­fehler und Leistungsprobleme

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Wer sich mit dem Thema Fehlerbehebung in Windows auseinandersetzt, sollte sich die neue Version v2 Update 1 des Microsoft Debug Diagstnostic Tools ansehen.
Wer sich mit dem Thema Fehlerbehebung in Windows auseinandersetzt, sollte sich die neue Version v2 Update 1 des Microsoft Debug Diagstnostic Tools ansehen. (Bild: Microsoft)

Mit dem Debug Diagnostic Tool v2 Update 1 stellt Microsoft ein kostenloses Werkzeug zur Analyse von Systemproblemen zur Verfügung. Die neue Version unterstützt nun auch Windows Server 2012 R2 und Windows 8.1. Außerdem gibt lassen sich mit dem Tool eigene Regeln für die Systemüberwachung erstellen. Wir zeigen die Funktionen des Tools ausführlich.

Wer sich häufiger mit dem Thema Fehlerbehebung in Windows auseinandersetzen muss, sollte sich die neue Version v2 Update 1 des Microsoft Debug Diagstnostic Tools ansehen. Das Tool lässt sich für 32-Bit und 64-Bit-Windows-Systeme herunterladen.

Zur Installation muss lediglich die MSI-Datei ausgeführt werden (siehe Abbildung 1). Nach der Installation sind die Tools DebugDiag 2 RuleBuilder, DebugDiag 2 Diag und Debug 2 Analysis auf der Startseite über die Alle-Apps-Ansicht von Windows 8.1 und Windows Server 2012 R2 oder im Startmenü von Windows 7/2008 R2 zu finden. Im Folgenden und in der Bilderstrecke zu diesem Beitrag zeigen wir, was die Tools können und wie sich diese für die Fehlerbehebung nutzen lassen.

Microsoft stellt ebenfalls zahlreiche Anleitungen zur Verfügung, zum Beispiel um Fehler in Webanwendungen zu finden. Die Anleitungen sind auf dem Blog des Internet Developer Support Teams zu finden.

Memory Leaks mit Debug Diagnostic Tool aufdecken

Im folgenden Beispiel zeigen wir, wie Administratoren Memory Leaks mit dem Tool finden. Auf dem gleichen Weg lassen sich auch andere Probleme in Windows finden und beheben. Nach dem Start des Tools "Debug Diag 2 Collection" können Administratoren über die Registerkarte "Processes" die laufenden Prozesse im System anzeigen (siehe Abbildung 2). Über das Kontextmenü stehen verschiedene Aufgaben zur Überwachung zur Verfügung.

So lassen sich über das Kontextmenü Memory Leaks für Prozesse finden und Dumps erstellen. Wer sich tiefgehender mit dem Thema auseinandersetzen will kann über "Tools\Options And Settings" die Einstellungen des Tools anpassen (siehe Abbildung 3).

Hier ist es auch sinnvoll den Speicherort der Dateien auf ein temporäres Verzeichnis zu legen. Den Pfad für Systemdateien müssen Administratoren nicht anpassen. Sobald eine Messung gestartet wird, erkennt das Tool, dass die Symboldateien fehlen und konfiguriert den Pfad automatisch.

Um einen Prozess detaillierter auf Memory Leaks zu überwachen, wird über die Registerkarte "Rules" mit "Add Rule" zunächst eine neue Regel erstellt. Im Assistenten wird die Option "Native (non-.NET) Memory and Handle Leak" ausgewählt (siehe Abbildung 4). Im Assistenten wird anschließend auf der nächsten Seite der Prozess ausgewählt, der auf Probleme hin untersucht werden soll.

Danach legen Administratoren die Optionen für die Untersuchung fest. In den meisten Fällen reichen hier die Standardeinstellungen aus (siehe Abbildung 5). In den nächsten Schritten werden noch ein Name und ein Speicherort für die Protokolldateien festgelegt. Danach startet das Tool mit der Analyse. Der Status ist im Fenster zu sehen.

Crash-Analyse durchführen

Über den beschriebenen Weg zum Erstellen einer neuen Regel im Debug Diagnostic Tool, können Administratoren auch DMP-Dateien für Systemabstürze erstellen. Dazu muss im Assistenten zum Erstellen von neuen Regeln die Option "Crash" ausgewählt werden. Danach haben Administratoren die Möglichkeit genau auszuwählen, welche Bereiche des Betriebssystems überwacht werden sollen. An dieser Stelle lassen sich auch Systemdienste überwachen, die zum Beispiel des Öfteren abstürzen. Neben den Diensten lassen sich aber auch Prozesse oder bestimmte IIS-Komponenten zur Überwachung auswählen.

Generell lassen sich aber auch Mini Dumps- oder normale Dumps für Prozesse und Dienste in deren Kontextmenü im Diagnostic Debug Tool erstellen. Die Option dazu ist im Kontextmenü des entsprechenden Prozesses zu finden. Die DMP-Datei können Administratoren anschließend im Analyseprogramm des Debug Diagnostic Tools laden und auf Probleme analysieren lassen. Wir gehen in den nächsten Abschnitten auf das Thema ein.

Für die Analyse von Abstürzen und Bluescreens können Administratoren aber auch mit zusätzlichen Einstellungen sicherstellen, dass Dump-Dateien erstellt und diese mit den Analysewerkzeugen des Debug Diagnostic Tools ausgewertet werden können. Windows Server 2008 R2/2012/2012 R2 sind standardmäßig so eingestellt, dass nach einem Bluescreen automatisch der Rechner neu startet. Das gilt auch für Windows 7/8. Dies hat den Vorteil, dass der Server schnell wieder zur Verfügung steht. Allerdings können Administratoren in diesem Fall auch die entsprechende Fehlermeldung nicht lesen und es gibt oft keine Dump-Dateien.

Erscheint der Bluescreen nach jedem Start, verfängt sich der Computer in einer Endlosschleife, da er nach jedem Bluescreen neu startet. Die möglichen Einstellungen, wie sich Windows nach einem Bluescreen verhalten soll, finden Administratoren unter "Erweiterte Systemeinstellungen" in den Eigenschaften von "Dieser PC/Computer". Wichtig sind hier der Bereich "Starten und Wiederherstellen" und die Schaltfläche "Einstellungen". Über den Bereich "Systemfehler" lassen sich die Einstellungen vornehmen. Zunächst sollten Administratoren aber das Kontrollkästchen "Automatisch Neustart durchführen" deaktivieren.

Im Bereich "Debuginformationen" wählen Administratoren über das Dropdown-Listenfeld aus, welche Art der Informationen das Betriebssystem protokollieren soll. Am besten ist die Variante "Kleines Speicherabbild" geeignet, da andere Informationen ohnehin eher verwirrend sind. Die hier protokollierten Informationen können Administratoren dann mit den Debugging Tools oder dem Assistenten für die Absturzanalyse im Microsoft Desktop and Optimization Package auslesen. Hier legen Administratoren auch fest, in welchem Ordner das Speicherabbild mit dem Fehler abgelegt werden soll (siehe Abbildung 6).

Eine weitere gute Möglichkeit, um Bluescreens auf die Spur zu kommen, ist die Software BlueScreenView. Administratoren erhalten hier Informationen zu den Bluescreens und können Fehler schneller finden. Der Vorteil des Tools ist, dass der Viewer nicht installiert werden muss. Er lässt sich daher auch über einen USB-Stick aufrufen.

Dumpdateien anlysieren

Wurden Dump-Dateien erstellen, können Administratoren diese mit dem Tool Debug Diag 2 Analysis analysieren. Dazu wird das Werkzeug gestartet und im Tool schließlich die Dump-Datei geladen. Danach starten Administratoren die Analyse mit der entsprechenden Schaltfläche unten rechts (siehe Abbildung 7). Vor dem Start der Analyse muss noch eine Regel im oberen Bereich ausgewählt werden, auf deren Basis die Analyse erfolgen soll.

Das Tool wertet die Daten aus und erstellt einen Bericht. Neu in Microsoft Debug Diagnostic Tool 2.0 ist der DebugDiag Rule Builder (siehe Abbildung 8). Mit diesem erstellen Administratoren eigene Regeln auf Basis von Workflows. Diese Regel lassen sich dann wiederum für die Analyse von DMP-Dateien verwenden.

Sobald das Tool die Analyse abgeschlossen hat, werden die Ergebnisse in einer MHT-Datei gespeichert. Diese lässt sich mit Browsern öffnen und auswerten. Mit der Datei erhalten Administratoren umfassende Daten zum Prozess und den Vorgängen, die bei der Überwachung eingetreten sind.

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