Administratoren, die im Netzwerk auch DHCP-Server verwalten, sollten die Funktion dieser Server regelmäßig testen. Aber auch direkt nach dem Einrichten eines DHCP-Servers ist es durchaus interessant zu wissen, welche Optionen an die Clients verteilt werden. In gerouteten Netzwerken können Admins kostenlosen Tools testen, ob die DHCP-Pakete überall ankommen.
Vor allem bei Verbindungsproblemen in Netzwerken oder bei Problemen mit der Namensauflösung kann ein DHCP-Test sinnvoll sein!
(Bild: Joos)
Es gibt zahlreiche Einsatzszenarien für Werkzeuge, mit denen sich DHCP-Server über das Netzwerk testen und die gelieferten Informationen des DHCP Servers auslesen und anzeigen lassen. Vor allem bei Verbindungsproblemen in Netzwerken, bei Problemen mit der Namensauflösung oder nach der Einrichtung neuer Infrastrukturteile kann ein Test oft Aufschluss darüber geben, ob DHCP Server optimal eingerichtet sind. Auch mobile Anwender profitieren von derartigen Tools, da sie damit überprüfen können, ob im aktuellen Netzwerk DHCP-Server verfügbar sind.
Natürlich gibt es in diesem Bereich auch professionelle Netzwerk-Überwachung-Tools wie WireShark & Co. Diese Werkzeuge überwachen aber nicht nur den DHCP-Datenverkehr, sondern die komplette Netzwerkkommunikation. Außerdem wollen diese Tools installiert, eingerichtet und deren komplizierter Bedienung verstanden werden. Wer nur die Funktion von DHCP-Servern überprüfen will, benötigt nicht unbedingt gleich eine komplette Netzwerk-Monitoring-Software. Kleine Tools für die Überwachung von DHCP-Servern und die Anzeige diesbezüglicher Informationen sind oft leichter zu bedienen und können auch von Anwendern ausgeführt werden, die sich nicht bis ins letzte Detail mit Netzwerkproblemen auskennen. Außerdem sind solche Werkzeuge oft sogar kostenfrei zu haben.
Beide Werkzeuge sind schon etwas älter, funktionieren aber auch mit aktuellen DHCP-Servern. Es spielt dabei überhaupt keine Rolle, auf welchem Betriebssystem oder welcher Hardware der DHCP-Server betrieben wird. Beide Tools müssen nicht installiert sondern können über die Befehlszeile ausgeführt werden. Der Vorteil von „dhcptest.exe“ ist, dass das Tool alle gefundenen DHCP-Server im Netzwerk und den kompletten Datenverkehr zwischen Client und Server anzeigt. Dadurch lassen sich Fehler schneller erkennen und unbekannte Netzwerke auslesen.
Um einen ersten, einfachen Test durchzuführen, öffnen Administratoren eine Befehlszeile und rufen die ausführbare Datei „dhcptest.exe“ auf. Setzen Anwender oder Administratoren eine Desktop-Firewall ein oder werden Windows 7/8/8.1 und Windows 10 verwendet, erscheint eine Meldung der Windows-Firewall. Die Meldung muss bestätigt werden, damit das Tool über das Netzwerk kommunizieren kann.
Sobald das Tool gestartet ist, können Administratoren durch Eingabe von „d“ einen ersten Test durchführen. Das Tool sendet daraufhin ein Paket in das Netzwerk, um die DHCP-Server zu finden. Sobald ein DHCP-Server antwortet, werden die Informationen zum DHCP-Server angezeigt (siehe Abbildung 1). Im Fenster werden die IP-Adressen der DHCP Server angezeigt sowie der Port auf welcher der DHCP-Server antwortet. Außerdem werden Informationen zu den DHCP-Paketen angezeigt. Im Tool sind die IP-Adresse, die der DHCP-Server zuweisen will, sowie Optionen, wie Domänennamen, Standard-Gateway und einige weitere Daten zu sehen.
Mit der Tastenkombination STRG+C wird das Tool beendet. Für erweiterte Analysen, beherrscht „dhcptest.exe“ aber noch mehr Optionen. Wird das Tool gestartet, lässt sich über den Befehl „help“ eine Hilfe anzeigen. Eine erweiterte Hilfe zeigt das Tool an, wenn die ausführbare Datei mit der Option „--help“ gestartet wird (siehe Abbildung 2).
Mit dem Tool lassen sich auch einzelne DHCP-Optionen auslesen, oder die Mac-Adresse des Clients angeben. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn Administratoren DHCP-Reservierungen testen wollen.
Gezielt DHCP-Server mit dhcpcheck.exe testen
Während „dhcptest.exe“ in der Eingabeaufforderung nach Antworten von allen DHCP-Servern sucht und den kompletten Datenverkehr anzeigt, können Administratoren mit „dhcpcheck.exe“ gezielt einzelne DHCP-Server testen. Rufen Administratoren „dhcpcheck.exe“ ohne Optionen auf, zeigt das Tool eine Hilfe an (siehe Abbildung 3).
Soll zum Beispiel ein bestimmter DHCP-Server getestet werden, wird das Tool mit der Syntax „dhcpcheck.exe -host:<IP-Adresse>“ aufgerufen. Wie bei „dhcptest.exe“ muss auch jeder Datenverkehr über die Windows-Firewall freigegeben werden. Im Gegensatz zu „dhcptest.exe“ zeigt „dhcpcheck.exe“ aber nur an, ob der jeweilige DHCP-Server funktioniert. Weiterführende Informationen werden nicht angezeigt.
Wie bei „dhcptest.exe“, kann auch bei „dhcpcheck.exe“ die Mac-Adresse angegeben werden, die der Client an den Server übertragen soll. Außerdem lässt sich eine bestimmte IP-Adresse anfordern.
Stand: 08.12.2025
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DHCP-Server unter Linux testen
Um den DHCP-Datenverkehr auf Linux-Rechnern zu testen, ist das Tool „dhtest“ gut geeignet. Auch dieses kostenlose Werkzeug kann DHCP-Server testen. Wenn das Tool in der Linux-Konsole aufgerufen wird, werden ebenfalls Informationen zum DHCP-Datenverkehr angezeigt. Das Tool bietet aber auch weiterführende Informationen. Bei der Standard-Ausführung des Befehls, werden allerdings keine ausführlichen Informationen angezeigt. Soll der ausführliche Datenverkehr angezeigt werden, wird die Option „-V“ verwendet.
Soll zum Beispiel ein anderer Netzwerkadapter verwendet werden, wenn mehrere Netzwerkadapter im Rechner verbaut sind, kann dieser mit der Option „-i“ ausgewählt werden.
Ein weiteres Tool in diesem Bereich ist „DHCP Explorer“. Im Gegensatz zu den anderen Werkzeugen aus diesem Beitrag muss der DHCP-Explorer unter Windows installiert werden. Nach dem Start können Administratoren den gewünschten Adapter aus der Liste auswählen und ein DHCP-Request versenden. Danach werden die Informationen der Antwort im Fenster angezeigt. Das Tool zeigt ausführlichere Informationen als „dhcpcheck.exe“ an, etwa in der Form von „dhcptest.exe“. Administratoren oder Berater, die häufiger DHCP-Server testen wollen oder müssen, beziehungsweise mobile Anwender, die überprüfen wollen, ob im Netzwerk ein DHCP-Server zur Verfügung steht, erhalten mit dem DHCP-Explorer ein einfach zu bedienendes Tool (siehe Abbildung 4). Generell ist „dhcptest.exe“ aber besser, nur eben ohne grafische Oberfläche.
DHCP Find: Einfache Oberfläche ohne Installation
Ein weiteres Windows-Tool mit grafischer Oberfläche ist „DHCP Find“. Nach dem Start können Administratoren ein DHCP-Paket in das Netzwerk senden, und erhalten im Fenster die Informationen zur Antwort des DHCP-Servers. Das Tool muss nicht installiert werden; es reicht aus, die ausführbare Datei zu starten (siehe Abbildung 5).
IPNetMonitorX for Mac: DHCP auf Mac OS X testen
Administratoren oder Anwender, die Mac OS X einsetzen, können das kostenlose Werkzeug IPNetMonitorX for Mac verwenden. Neben einem DHCP-Test, kann die Tool-Sammlung zahlreiche weitere Netzwerk, Analysen durchführen.