Ein Beispiel aus der englischen Provinz[Gesponsert]

So baut man ultraschnelles Glasfasernetz auf dem Land

Bewohner der englischen Grafschaft Gloucestershire nutzen das Gigabit-Breitbandnetz von Gigaclear.
Bewohner der englischen Grafschaft Gloucestershire nutzen das Gigabit-Breitbandnetz von Gigaclear. (Bild: travelwitness - stock.adobe.com)

Der TK-Anbieter Gigaclear baut mit KEYMILE-Technologien ultraschnelle Glasfasernetze im ländlichen Raum Großbritanniens. Privathaushalte und Unternehmen profitieren von einer Bandbreite von einem Gigabit pro Sekunde.

Ein ultraschneller Internetanschluss bleibt für viele Bewohner ländlicher Regionen in Europa ein unerfüllter Wunschtraum. Es gibt aber auch Ausnahmen. In Großbritannien beispielsweise hat der Netzbetreiber Gigaclear bislang in 16 Grafschaften mehr als 52.000 Privathaushalte und Unternehmen mit einer Gigabit-Fibre-to-the-Home-Lösung (FTTH) an sein Glasfasernetz angeschlossen – weitere sollen in Zukunft folgen.

Knapp zwei Jahre nach der Unternehmensgründung im Jahr 2010 und dem Aufbau des ersten FTTH-Netzwerks stand eine Netzwerkerweiterung an. Der damalige Lieferant war jedoch nicht in der Lage, das benötigte Equipment kurzfristig bereitzustellen. Da der CEO von Gigaclear, Matthew Hare, KEYMILE bereits aufgrund früherer Kontakte kannte, bat er das Unternehmen, einen Lösungsvorschlag zu unterbreiten. Daraus ergab sich der erste Auftrag für den auf Kommunikationslösungen für den Breitbandzugang spezialisierten Anbieter. Aus der reaktionsschnellen Bewältigung dieser Herausforderung entstand eine langfristige enge Kooperation beider Unternehmen.

Skalierbare und höchst zuverlässige Glasfasertechnologie

Gemeinsam entwickelten beide Unternehmen im Jahr 2012 die Anforderungen an eine strategische Lösung, um in ausgewählten ländlichen Gebieten in Großbritannien Glasfasernetze aufzubauen. KEYMILE und Gigaclear entwarfen dazu gemeinsam eine skalierbare und höchst zuverlässige Lösung für einen ultraschnellen Breitbandzugang in Gigabit-Geschwindigkeit. Basis war die Multi-Service-Zugangsplattform MileGate 2510, konfiguriert als FTTH-Knoten. „Zu diesem Zeitpunkt gab es bei Gigaclear nur ein kleines Team und das Unternehmen profitierte daher optimal von der Beratung, der umfangreichen Erfahrung und dem Know-how von KEYMILE“, berichtet Matthew Hare. „Während der nunmehr fünfjährigen Zusammenarbeit hat sich KEYMILE als wichtiger strategischer Partner für die Entwicklung und Bereitstellung zukunftsfähiger und leistungsstarker Glasfasernetze erwiesen.“

Gigaclear hatte bereits ein Kernnetz und sich auf einen bestimmten Lieferanten für die Router-Ausstattung bei Kunden (Customer Premises Equipment, CPE) festgelegt. MileGate konnte in Zusammenarbeit mit den anderen Ausrüstern reibungslos in diese Architektur integriert werden. Der erste MileGate-FTTH-Knoten wurde im September 2012 installiert. In der Folgezeit baute der Netzbetreiber eine Reihe weiterer Glasfasernetze in verschiedenen Orten in Südengland auf. Es sind bereits eine Vielzahl weiterer Projekte geplant, um insgesamt 280.000 Privathaushalte und Unternehmen mit Services zu versorgen. Mit den aktuellen Glasfaserlösungen kann das Unternehmen die Kapazität der einzelnen Implementierungen nahezu beliebig erweitern und alle Anforderungen in Bezug auf Geschwindigkeit und Bandbreite von Privathaushalten und Geschäftskunden in den nächsten Jahren problemlos bewältigen.

Technische Details der Lösung

Das Herzstück der Glasfasernetze bildet die Multi-Service-Zugangsplattform MileGate 2510, die sich durch eine hohe Portdichte und eine flexible Architektur auszeichnet. An einem einzelnen FTTH-Knoten kann der Netzbetreiber bis zu 480 Teilnehmer anschließen. Ein weiteres herausragendes Merkmal des MileGate 2510 ist eine kompakte optische Gigabit-Ethernet-Schnittstelle (cSFP), mit der Gigaclear deutlich niedrigere Kosten pro Port erzielt. Bedingt durch sein robustes Design lässt sich MileGate zuverlässig in Outdoor-Gehäusen einsetzen und erfüllt damit eine zentrale Anforderung des Gigaclear-Geschäftsmodells. Die Auslegung für einen erweiterten Temperaturbereich ermöglicht einen reibungslosen Betrieb in Carrier-Grade-Qualität selbst unter schwierigen Umgebungsbedingungen.

In der Anfangszeit nutzte der Netzbetreiber die standardmäßig vorhandenen FTTH-Funktionen von MileGate. Im weiteren Verlauf der Zusammenarbeit entstanden weitere Service- und Sicherheitsanforderungen, die KEYMILE sehr flexibel umsetzte.

Optimale Unterstützung im Netzbetrieb

Ein umfangreiches Service Level Agreement war von Anfang an ein wichtiger Aspekt bei der Zusammenarbeit von Gigaclear und KEYMILE – nicht zuletzt deshalb, weil der Netzbetreiber ein schnelles Wachstum verzeichnete. Er benötigte deshalb Unterstützung bei Service und Support und ergänzte so die Kapazitäten seiner Mitarbeiter. Gigaclear nutzt somit die technische Kompetenz und Erfahrung von KEYMILE aus einer Vielzahl von FTTH-Implementierungen auch im Zusammenspiel mit Komponenten verschiedener Hersteller.

Ein fester Bestandteil des Netzwerk-Designs sind Quality-of-Service- (QoS) und Class-of-Service-Funktionalitäten (CoS). Die Partner erarbeiteten die Details gemeinsam, evaluierten Erfahrungen aus der Praxis, passten gegebenenfalls Einzelheiten an, entwickelten vorhandene Services weiter und führten neue ein. „Grundlage dafür bildet eine kontinuierliche Kommunikation zwischen den Partnern, damit eine gegenseitige Vertrauensbasis entstehen kann“, erläutert Matthew Hare. „Wir sind mit dem Lösungs-Design, dem technischen Support und dem Service von KEYMILE sehr zufrieden. Dies sind Gründe, warum sich unsere Zusammenarbeit in den letzten fünf Jahren so erfolgreich entwickelt hat.

Ausblick

Gigaclear plant, sein bewährtes Geschäftsmodell zusammen mit KEYMILE auch in Zukunft fortzusetzen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einer weiteren Verbesserung der Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Netze. Kaufmännisch geht das Unternehmen mehrgleisig vor: Der Netzbetreiber investiert selbst in bislang unerschlossenen Gebieten und erweitert vorhandene Infrastrukturen. Im Jahr 2016 etwa erhielt das Unternehmen von der Europäischen Investitionsbank (EIB) ein Darlehen in Höhe von 22 Millionen Pfund (25 Millionen Euro). Dazu kommen 184 Millionen Pfund (209 Millionen Euro) von Private-Equity-Investoren, einschließlich 111 Millionen Pfund (126 Millionen Euro) im Jahr 2017 durch die institutionellen Investoren Woodford, Prudential Infracapital und Railpen.

Zusätzlich zu gezielten kommerziellen Investitionen erschließt Gigaclear auch Potenziale, die sich aus dem von der britischen Regierung geförderten Programm „Broadband Delivery UK“ (BDUK) ergeben. Dessen Ziel ist es, ein superschnelles Breitbandnetz in ländlichen Gegenden auszurollen, wobei auch EU-Unterstützungsfonds in einzelnen Grafschaften zum Einsatz kommen. Gigaclear hat in diesem Rahmen aktuell bereits mit 250.000 Privathaushalten und Unternehmen Verträge abgeschlossen und plant, auch darüber hinaus sein Breitbandnetz zu erweitern. Das Unternehmen ist spezialisiert auf den Anschluss der ländlichsten Gemeinden, die in allen europäischen Ländern die größte Herausforderung darstellen.

Wie bei sämtlichen durch die öffentliche Hand geförderten Programmen müssen die Netzwerke „Open-Access-Anforderungen“ genügen, das heißt, sie müssen auch für andere Netzbetreiber zugänglich sein. In Großbritannien ist – ebenso wie in anderen europäischen Ländern – das Open-Access-Modell noch nicht sehr weit verbreitet. Es bietet aber einen interessanten Ansatzpunkt zur Förderung der Breitbandversorgung in bislang schlecht erschlossenen Regionen. „In ländlichen Gebieten und kleinen Städten, in denen der Breitbandzugang schlecht oder unzuverlässig ist, stellen durchgängige Glasfasernetze – wie wir sie mit KEYMILE-Lösungen aufbauen – alles verändernde symmetrische Gigabit-Breitbandverbindungen bereit, welche die Lebens- und Arbeitsbedingungen der gesamten Bevölkerung verändern“, resümiert Matthew Hare.

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