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5G-Standalone-Campusnetz in Leipzig einsatzbereit O₂ Telefónica und Helios starten 5G-Netzbetrieb in Klinik

Von Bernhard Lück

O₂ Telefónica und der Klinikbetreiber Helios haben in Leipzig das erste 5G-Standalone-Campusnetz für ein privates Krankenhaus in Betrieb genommen. Diese Ausbaustufe von 5G ermögliche hohe Gigabit-Datenraten und Echtzeitkommunikation mit extrem geringen Reaktionszeiten.

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Im Helios Park-Klinikum Leipzig versorgt ein 5G-Standalone-Campusnetz rund 50 Räumlichkeiten in zwei Gebäuden.
Im Helios Park-Klinikum Leipzig versorgt ein 5G-Standalone-Campusnetz rund 50 Räumlichkeiten in zwei Gebäuden.
(Bild: Helios Park-Klinikum Leipzig)

Digitalisierung im Gesundheitswesen ist notwendig. Das hat die Coronapandemie an vielen Stellen sichtbar gemacht. Mit dem Einsatz des staatlich geförderten, von O₂ Telefónica konzipierten und errichteten 5G-Campusnetzes erwartet sich das Helios Park-Klinikum Leipzig einen Schub für Effizienz und Innovationen.

„In Leipzig haben wir mit unseren Technologiepartnern ein eigenes 5G-Netz aufgebaut, in dem Helios nun die praktische Nutzanwendung der Übertragungstechnik im Klinikumfeld und -alltag testen kann“, erläutert Mallik Rao, Chief Technology & Information Officer von O₂ Telefónica, das Projekt. „Ich bin davon überzeugt, dass sich mit dem Start des 5G-Campusnetzes bei Helios mit großer Geschwindigkeit viele neue Anwendungen entwickeln werden“, so Rao weiter.

„Ziel des 5G-Projektes ist es, die Effizienz bestehender Medizinsysteme zu optimieren und Ärzt:innen und Pflegenden mehr Zeit für ihre Kernaufgaben zu verschaffen“, betonen die Klinikgeschäftsführer am Helios-Klinikstandort Leipzig Julian Zimmer und Matthias Hirsekorn. „Denn dank der nun vorhandenen 5G-Infrastruktur werden unsere Mitarbeiter:innen vor Ort neue Ideen entwickeln, wozu sie das zukunftsweisende Campusnetz nutzen können. Das wird einen qualitativen Schub für die Services bei uns bringen“, sind die Geschäftsführer überzeugt.

Effizienz und Innovationen im Gesundheitswesen

Im Gesundheitsbereich müssten die besonderen Anforderungen berücksichtigt werden: Es gehe um sensible Daten – und vor allem um Gesundheit und Leben von Menschen. Der abgesicherte und zuverlässige Informationsaustausch sei daher eine lebenswichtige Voraussetzung und Ausgangsbasis für effiziente Behandlungen. 5G-Mobilfunk könne dazu beitragen, dies qualitativ sicherzustellen und wirtschaftliche Fortschritte zu ermöglichen. 5G biete Krankenhäusern dazu die besten Voraussetzungen. Die Möglichkeiten des Netzes zur optimalen Anpassung an neue Vernetzungsanforderungen seien ein Schlüssel zum Erfolg der Digitalisierung für moderne Gesundheitseinrichtungen.

Mehr Flexibilität

Vieles im Krankenhaus sei noch verkabelt. WLAN diene vor allem den Patienten für ihren Zugang zum Internet und vielleicht auch in der Verwaltung für klassische Büroanwendungen. Aber im direkten Gesundheitsdienst nah am Patienten laufe das Allermeiste statisch verkabelt.

5G-Standalone-Campusnetz in Leipzig

Das in Leipzig errichtete 5G-Campusnetz sei vollständig auf den Bedarf und den Betrieb von Helios ausgelegt. Es basiere auf dem 5G-Standalone-Standard. Zum Einsatz komme ein vollständiges 5G-Standalone-Kernnetz, bei dem alle Komponenten und Funktionen vor Ort angesiedelt seien. So werde sichergestellt, dass die Daten das Gelände nicht verlassen und nur Helios, als Campusnetzbetreiber vor Ort, den alleinigen Zugriff und damit die vollständige Kontrolle über das Netz und den Netzverkehr hat. Das Funknetz versorge rund 50 Räumlichkeiten, die sich auf zwei Gebäude verteilen.

5G-Positionierungsdaten in der Fläche detailliert erprobt

Im Rahmen der 5G-Plattform-Implementierung habe man den Fokus auf die Möglichkeit gelegt, mit 5G auch Positionierungsdaten zu erfassen. Dazu sei eine Applikation als Edge Computing installiert worden, die über einen Algorithmus die 5G-Positionsdaten auswertet und visualisiert.

Aus Helios-Sicht sei hier erstmalig in einer flächigen 5G-Campusinstallation dieses 5G-Leistungsmerkmal detailliert erprobt worden. Das dabei erzielte Ergebnis sei vielversprechend und habe unter bestimmten Bedingungen bereits eine Genauigkeit von ca. zehn Zentimetern liefern können. Die gewonnenen Erkenntnisse würden jetzt dazu genutzt, die Applikation weiter zu optimieren und für bestimmte Anwendungen (Use-Cases) zu nutzen.

In Kooperation mit O₂ Telefónica könne Helios hier auf einen ersten Entwicklungserfolg verweisen, der in der Industrie eine Vorreiterrolle spielen könne. In Abstimmung mit den medizinischen Fachbereichen werde jetzt die Weiterentwicklung definiert und priorisiert, um den gesamten Nutzen und die weiteren Vorteile der installierten 5G-Technik optimal für die Verbesserung im E-Health-Bereich einsetzen zu können. Mit der Verfügbarkeit der Plattform habe Helios dafür die Voraussetzungen geschaffen.

Implementierung innerhalb weniger Monate

Die Planung und Implementierung des Netzes sei mit einem Team von Helios, Iconec, Huawei und O₂ Telefónica innerhalb von vier Monaten erfolgt. Herausfordernd dabei sei der Zeitrahmen gewesen, da der Bau des Netzes im laufenden Krankenhausbetrieb erfolgen musste. Im Rahmen der Netzimplementierung habe man besonderen Wert auf die elektromagnetische Verträglichkeit gelegt. Dazu habe O₂ Telefónica erfolgreich ausgiebige EMV-Tests mit typischen Medizingeräten vor Ort durchgeführt, um etwaige Beeinträchtigungen vollends auszuschließen.

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Staatliche Förderung

Im Rahmen des staatlich geförderten Forschungsprojektes 5G_eHealthSax habe der Gesundheitsanbieter Helios bereits vor zwei Jahren für das Helios Park-Klinikum Leipzig als erste Klinik in Deutschland eine Lizenz von der Bundesnetzagentur erhalten, um auf dem Gelände in Leipzig ein unabhängiges 5G-Netzwerk zu errichten.

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